Morrison im Gespräch mit Wilhelm Warsch, Zeughausstr. 4, 50667 Köln - Altstadt-Nord (1881)
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Walter Dick Walter Dick
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Album: Herbert Stanley Morrison

Herbert Stanley Morrison : Morrison im Gespräch mit Wilhelm Warsch

Zeughausstr. 4 (50667 Altstadt-Nord)

Im Mittelalter wurden die Waffen der Stadt zentral an einem Ort gelagert. In Köln war dieser Ort das Zeughaus, dass seine alte Funktion schon lange aufgegeben hat und heute das Kölnische Stadtmuseum beherbergt. Schon im 14. Jahrhundert stand hier ein gotischer Bau, genannt Blidenhaus. Bliden waren Wurfgeschossmaschinen, die zur Verteidigung eingesetzt werden konnten. 1606 ersetzte man das Blidenhaus mit dem noch heute bekannten Bau. 1840/1841 ließen die Preußen westlich vom Zeughaus eine Wache erbauen, die heute Bestandteil des Museums ist und auf dessen Turm das sogenannte "Flügelauto" seit 1991 seinen Platz hat.

Nebem dem Zeughaus sind an der Zeughausstraße noch der Reste der römischen Stadtmauer wie dem Römerturm und ein Denkmal für Friedrich Reichsgraf zu Solms-Laubach zu finden. Als preußischer Beamte hatte er für die Integration des Rheinlandes in den preußisch-deutschen Staat zu sorgen.


Der britische Politiker besuchte auch den damaligen Kölner Regierungspräsidenten Wilhelm Warsch (1895-1965) zu politischen Gesprächen.

Warsch, der auch einer der maßgeblichen Mitgründer der CDU im Rheinland war, wünschte im Gegensatz zu den Briten und vor Allem den Franzosen, dass die ehemalige preussische Rheinprovinz ungeteilt in das neue Land NRW integriert werden sollte. Letztlich wurden jedoch die Regierungsbezirke Koblenz und Trier wie auch einige rechtsrheinische Gebiete dem ebenfalls neugegründeten Land Rheinland-Pfalz zugeschlagen.

Weitere Fotos aus dem Album "Herbert Stanley Morrison"


Fast genau vor 70 Jahren, am 23. August 1946, wurde durch Verordnung der britischen Militärregierung das Land Nordrhein-Westfalen gegründet. Dieses neue Land bestand aus den nördlichen Teilen der alten preussischen Rheinprovinz und der ebenfalls ehemaligen preussischen Provinz Westfalen. Hinzu kam das bis dahin selbständige Land Lippe.

Die britische Regierung hatte ein solch großes Bundesland zusammengestellt, um die Herauslösung des Ruhrgebietes, des industriellen Kernbereichs der Westzonen, aus dem westlichen Teil Deutschlands zu verhindern. Die britische Administration verhinderte dadurch auch französische Bestrebungen und Wünsche für die Zukunft den Rhein als französische Ostgrenze festzulegen bzw. einen von Frankreich abhängigen Kleinstaat als Puffer in dessen östlichem Vorfeld entstehen zu lassen. Endgültig wurden damit auch niederländische Bestrebungen nach Erweiterung des Staatsgebietes am westlichen Niederrhein zu den Akten gelegt. Wahrscheinlich als Kompromiss mit Frankreich wurde die alte preussische Rheinprovinz jedoch nicht vollständig in das neue Land eingegliedert. Die alten Regierungsbezirke Koblenz und Trier, die in der französischen Besatzungszone lagen, wurden abgetrennt und dem ebenfalls neugegründeten Land Rheinland-Pfalz zugeschlagen.

Aus Anlass des 70jährigen Bestehens von NRW, stellen wir einige Fotos von Walter Dick vor, die einen der einflussreichsten britischen Politiker aus der Zeit der Gründung von Nordrhein-Westfalen zeigen.

Herbert Stanley Morrison (1888-1965) war Mitglied der englischen Regierung, die seit dem Unterhauswahlen im Oktober 1945 von dem Labour Politiker Clement Atlee geführt wurde. . Er war zunächst stellvertretender Premierminister und von Mai bis Oktober 1951 Aussenminister dieser Administration. Als solcher besuchte er vom 19. bis 21. Mai die Bundesrepublik und auch Köln.