Millowitsch-Denkmal, Eisenmarkt, 50667 Köln - Altstadt-Nord (2010)
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Album: Alt- & Neustadt Süd

Alt- & Neustadt Süd : Millowitsch-Denkmal

Eisenmarkt (50667 Altstadt-Nord)

 

Der Eisenmarkt liegt etwas versteckt innerhalb des Blocks Auf dem Rothenberg, Markmannsgasse, Heumarkt und Salzgasse. Er ist teilweise nur durch enge Durchgänge oder Torbögen zu erreichen.

Auch wenn er in der Altstadt liegt, ist der Eisenmarkt kaum älter als 70 Jahre. Als in den 30er Jahren das Viertel im Schatten von Groß St. Martin saniert wurde, wurde der größte Teil der alten zum Teil noch mittelalterlichen Bausubstanz abgerissen und durch historisch anmutende Neubauten ersetzt. In den Planungen für die Umgestaltung Kölns nach nationalsozialistischen Vorstellungen mit breiten Aufmarschstraßen und klotzigen Gaupalästen war der Altstadt eine Art historisierende Inselfunktion zugedacht, in der das "deutsche Mittelalter", wenn auch in sanierter Form erhalten bzw. sichtbar gemacht werden sollte.

Man bemühte sich außerdem, allzu enge Hinterhöfe und andere verwinkelte, ungesunde Situationen verschwinden zu lassen. Bei dieser Sanierungsmaßname entstand ein Platz, dem man den Namen Eisenmarkt gab.

Bekannt ist der Eisenmarkt für das Puppenspieltheater, "et Kölsch Hännesje", das, wohl auch einzig , neben der Oper und dem Schauspiel ein Teil der Bühnen der Stadt Köln ist. Damit dürfte Köln die einzige Stadt sein, in der Puppenspieler im weitesten Sinne Teil des Personals der Verwaltung sind.

Auf dem Eisenmarkt hat auch ein Denkmal für Willy Millowitsch seinen Platz gefunden, natürlich nicht als große Figur auf einem Postament, sondern gemütlich auf einer Bank sitzend und zum Verweilen einladend. Der "kölsche Willy" erhielt sein Denkmal verdientermaßen schon zu Lebzeiten und auch der Platz ist gut gewählt: Willys Vorfahren, die "Milovic", hatten zunächst ein Puppenspieltheather, bevor sein Großvater auf die Sprechbühne wechselte.


Willy Millowitsch (8.1.1909 - 20.9.1999), Volksschauspieler, Kölner Ehrenbürger und „kölsches Original“ in Lebensgröße vor dem Hänneschentheater. Schon als Kind war das väterliche Theater für Willy Millowitsch interessanter als die Schule. Ohne Schulabschluss wechselte er bereits als dreizehnjähriger in den Schauspielberuf. Nach einer äußerst wechselvollen Zeit startete die „Millowitsch Heimatbühne“ am 16. Oktober 1936 ihr Programm in der Aachener Straße 5. 1940 übernahm Willy die Leitung. Am 19. Oktober 1953 spielte er in der ersten Live-Übertragung des Fernsehens aus einem deutschen Theater die Hauptrolle in dem Stück "Der Etappenhase". 1998 gab er die Leitung des Theaters an seinen Sohn Peter weiter. Das Denkmal stammt von dem Düsseldorfer Bildhauer Raimund Kittl und wurde 1992 auf dem Eisenmarkt errichtet.

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