Markttreiben auf dem Alter Markt, Alter Markt, 50667 Köln - Altstadt-Nord (1890)
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Ulrich Hermanns Ulrich Hermanns
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Markttreiben auf dem Alter Markt

Alter Markt (50667 Altstadt-Nord)

Der 5460 m² große Alter Markt entstand um 1000 n. Ch. durch Teilung des damaligen Marktplatzes als Hauptplatz in Köln in den Heumarkt und den Alter Markt. Hier herrschte buntes Markttreiben, Turnierspiele wurden aufgeführt. Im 18. Jahrhundert wurde der Platz auch als "cölnischer Markusplatz" bezeichnet, muss also schon zu dieser Zeit ein sehenswerter Ort gewesen sein.

Hier stand jedoch auch der Kölner Pranger und im Drillhäuschen wurde Strafvollzug ausgeübt. Schon im Mittelalter berühmt waren die "Maatwiever", die Marktfrauen, die hier Obst, Gemüse, Fleisch etc. verkauften. Zur Römerzeit lag der Alter Markt vor der Stadtmauer, der römische Hafen grenzte daran. Nach der Römerzeit versandete der Hafen und wurde später zum Gelände der heutigen östlichen Randbebauung des Platzes.

Im 2. Weltkrieg wurden Platz und angrenzende Häuser fast vollständig zerstört. Die vermeintlich alten Fassaden der Häuser sind alle neu erbaut. Bis in die 80er Jahre fuhren Autos und Busse über den Platz, ein großer Parkplatz war vorhanden.

Den Westteil des Alter Markt beherrscht heute das Rathaus mit Rathausturm. In der Platzmitte befindet sich das 1884 errichtete Reiterstandbild mit Brunnen für Jan-von-Werth, wird jedoch seit Jahren eingeengt durch den U-Bahnbau unter dem Platz. Vielfältige Gastronomie, im Sommer auch draussen, lädt Touristen wie Einheimische zum Besuch ein.

In der Regenrinne des Hauses Alter Markt 24 ist der "Kallendresser" zu sehen, eine kleine Bronzefigur, die seinen Betrachten den Hintern zeigt. Die Figur wurde vom Kölner Künstler Ewald Matare gestaltet. Es bleibt fraglich, ob die Figur Zeichen des bürgerlichen Hohns und Zorns auf den gegenüber dem tagenden Rat der Stadt war oder ein Symbol für frühere Zeiten, wo einfach die Regenrinne (Kalle) nächtens genutzt wurde, wenn der Weg zur Toilette im Hof zu lang war.

Am Alter Markt wird jährlich am 11. November die Karnevalsession offiziell und  Weiberfastnacht der Straßenkarneval mit zehntausenden Jecken eröffnet.


Die "Maatwiever" traten durchaus selbstbewusst und manchmal sogar etwas ruppig auf. Sie saßen hinter ihren Körben ("Maanen") und dürften ihre Waren lautstark angeboten haben. ("Junge Frau, noch jet Zuppenjröns, jet Öllich jefällisch, die Schavue sinn janz fresch!")

Offensichtlich haben die beiden im Vordergrund den Fotografen entdeckt und machen so ihre Bemerkungen: "Loor ens do, mir kummen op en Fotegrafie!"

Die Märkte auf dem Alter Markt und auf dem Heumarkt dienten nicht nur der direkten Versorgung der Bevölkerung, sondern waren bis zum Bau der Großmarkthalle am Heumarkt auch Großmarkt für Geschäfte etwa in den Vororten.

Weitere Fotos von Ulrich Hermanns


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monika h  sagt:

der platz wirkt so, voll mit menschen, richtig klein.

Geschrieben: vor mehr als 5 Jahre