Lagerung der Brückenbauteile vor der zerstörten Altstadtfront, Frankenwerft, 50667 Köln - Altstadt-Nord (1948)
fotografiert von:
Walter Dick Walter Dick
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Album: 1948 Bau der Deutzer Brücke

1948 Bau der Deutzer Brücke : Lagerung der Brückenbauteile vor der zerstörten Altstadtfront

Frankenwerft (50667 Altstadt-Nord)

Die Frankenwerft ist heute eine nur für Fußgänger zugängliche Straße zwischen Rheinufer und Altstadt. Oft wird sie auch mit der Rheinpromenade gleichgesetzt. Die Frankenwerft verläuft südlich von der Deutzer Brücke bis nördlich zur Hohenzollernbrücke. Nahe der Deutzer Brücke befindet sich der Rheinpegel, mittig der Fischmarkt mit der Kirche Groß St. Martin und nördlich grenzt der Heinrich-Böll-Platz vor der Philharmonie an.

Der Verkehr wird durch den in den 80er Jahren entstandenen Rheinufertunnel geleitet. Vielfältige Gastronomie mit Außenterassen laden insbesondere die vielen Touristen zu einer Pause ein. Im Sommer bevölkern Radfahrer und Jogger die Rheinpromenade, Fahrgäste warten auf die Schiffe der Köln-Düsseldorfer.

In früherer Zeit war hier reger Hafenbetrieb mit Zollamt und Stadtmauer, wovon aber nur noch das wieder aufgebaute Stapelhaus übrig geblieben ist. Der Name "Werft" kommt jedoch daher. Nachdem im Süden 1898 der Rheinauhafen fertig gestellt wurde, verlor die Frankenwerft als Hafenanlage an Bedeutung.


Hauptbestandteile der Konstruktion einer Stahlkastenbrücke sind zum Einen die hier erkennbaren Längsträger, die die Last aufnehmen und die Stahlkästen, die zwischen den Längsträgern die Konstruktion versteifen und verstärken.

Die Längsträger (insgesamt vier) verjüngen sich zur Mitte hin, an den Uferseiten und über den Pfeilern sind sie ca. acht Meter hoch und in der Mitte der drei Durchfahrten ca. vier Meter. Sie sind außerdem so gekrümmt, dass sich in der Mitte der Brücke eine deutlch höhere Durchfahrtshöhe als an den Seiten ergibt. Die Krümmung ergibt, ähnlich wie bei einem Gewölbe außerdem eine erhöhte Tragfähigkeit.

Weitere Fotos aus dem Album "1948 Bau der Deutzer Brücke"


Zum Ende des Krieges stürzte die Deutzer Brücke (seit 1935 "Hindenburgbrücke" genannt) im Februar 1945 unter Last der Flüchtlinge und Militärfahrzeuge ein. Die hohe Zahl an Toten konnte nie vollständig festgestellt werden. 1947 begann der Wiederaufbau, jedoch nicht mehr als Hängebrücke sondern als erste Stahlkastenträgerbrücke der Welt.

Planungen und Entwurf fertigte der geniale Brückenkonstrukteur Fritz Leonhardt (1909-1999), der vor dem Krieg schon die Rodenkirchener Autobahnbrücke konzipiert hatte und nach dem Krieg neben der Deutzer Brücke für den Bau von Mülheimer Brücke (Eröffnung1951) und Severinsbrücke (Eröffnung 1959) und den Wiederaufbau der Rodenkirchener Brücke (Eröffnung 1952) verantwortlich war. Architektonischer Berater von Leonhardt waren die Kölner Architekten Gerd Lohmer (1909-1981) und Wilhelm Riphahn (1889-1963)

Am 16. Oktober 1948 wurde die neue Deutzer Brücke eingeweiht. Walter Dick fotografierte den Bau der Deutzer Brücke in verschiedenen Stadien von beiden Uferseiten und vom Wasser aus.