Kopfseite des Hansasaals im Rathaus 1845, Rathausplatz, 50667 Köln - Altstadt-Nord (1845)

Das Rathaus in Köln -Hotel de Ville- vor 1900 : Kopfseite des Hansasaals im Rathaus 1845

Rathausplatz (50667 Altstadt-Nord)


Stiche aus einer Graphiksammlung über Köln bis 1900. Zur Verfügung gestellt von Harald Gerhards. Dr. Ennen berichtet 1860 von 3 Sälen im Rathaus, welche noch ganz den Charakter der Entstehung zeigen. Da ist der > Hansasaal, ein Werk aus dem 14. Jahrhundert, der alte Ratssaal im Turm und die sogenannte Muschel. Neben dem Hansesaal wurde auf dem Bauplatz eines alten Judenhauses ein Anbau errichtet und im Anschluss daran der prachtvolle Turm > Rathausturm. 1412 wurde das Werk vollendet und Kaiser Sigismund war der Erste, der den Prachtbau bestieg. Der Raum im ersten Stock wurde für die Ratssitzungen bestimmt. In der Mitte der östlichen Wand befand sich unter einem zierlichen Thronhimmel ein Sitz für den Kaiser, wenn es dann anweisend war. An der nördlichen Wand waren die Sitze der regierenden Bürgermeister. Ende des 16. Jahrhundert erhielt der Saal eine neue Kunstrichtung, der Zeit entsprechende Ausstattung. Der Turm Saal erhielt eine Decke mit römischen Medaillons, verschiedenen Wappen und anderen geschmackvollen Ornamenten. Auch die Tür und der Sitz für den Kaiser wurden erneuert. Die Fertigstellung war 1603. Der bekanntere Saal war jedoch der Hansa- Saal. Zur Namensfindung schrieb der Stadtbaurat Heimann am 25.5.1908: Der Name soll von der großen Hansaveranstaltung aus dem Jahre 1368 abgeleitet sein, die jedoch im Minoritenkloster stattgefunden hat, wie auch weitere Veranstaltungen der Hanse. Als Tagungsstätte der Hanse erhielt er im 18. Jahrhundert in Erinnerung an die Erstellung den Namen „ Hanseatischer Saal“ und später Hansasaal oder auch „lange Saal“ Der Saal wurde etwa 1330 erstellt und liegt im ersten Geschoss hinter der > Rathauslaube. Die lokalen Nachrichten vom 18.4.1866 berichteten ausführlich über den Saal. Die Größe wurde mit einer Länge von 90 Fuß, die Breite mit 24 Fuß und die Höhe mit bis zu 31 Fuß angegeben. Das Gewölbe ist in 20 Hauptfelder und jedes dieser Felder wieder in Cassetten und Feldern aufgeteilt. Die Entstehung aus dem 14. Jahrhundert wird von einer Jahreszahl -1343- an einem Bildwerk an der südlichen Wand abgeleitet. Nach dem Umzug des Rates in den Turm Saal verfiel der Hansasaal zusehens, bis der Stadtbaumeister Raschdorff 1866 die Versammlung von einer Wiedergeburt des Saales überzeugen konnte. Auf eine Anfrage der Zeitung, den Saal zu besichtigen kam die Antwort, dass dort nur Schutt und Verwüstung zu finden sei. Bei der großen Restaurierung des gesamten Rathauses unter den Preußen wurde dann auch der Saal erneuert. Die Arbeiten waren am 10.Juni 1868 (Stadtanzeiger vom 12.6.1913) beendet. Die Frontseite zieren neuen große und drei kleine Figuren. Die drei kleineren Figuren wurden teils als die hl. Drei Könige bezeichnet, aber Historiker sahen darin in der Mitte Kaiser Karl IV in dessen Zeit der Saal erbaut wurde und zu beiden Seiten zwei Figuren, die die Wehrkraft und das Stapelrecht der Stadt darstellen. Die großen Figuren der neun guten Helden, von denen jeweils 3 die Größe des Heidentums, drei des Judentums und drei des Christentums repräsentieren sollen. Es waren Hektor, Alexander der Große und Julius Caesar ( rechts ) Josua und Judas Maccabäus ( in der Mitte ) und Karl der Große, König Artus und Gottfried von Bouillon ( links). Unter den französischen Besetzern diente der Saal als Gerichtssaal. Zur Baugeschichte siehe > Rathaus 1 und 2. Stahlstich. Gezeichnet von Schwarz, gestochen von Poppel. Stirnseite des Hansasaales.

Weitere Fotos aus dem Album "Das Rathaus in Köln -Hotel de Ville- vor 1900"