Jan von Werth-Denkmal im Schnee, Alter Markt, 50667 Köln - Altstadt-Nord (1950)
fotografiert von:
Walter Dick Walter Dick
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Album: Köln 1950 Innenstadt

Köln 1950 Innenstadt : Jan von Werth-Denkmal im Schnee

Alter Markt (50667 Altstadt-Nord)

Der 5460 m² große Alter Markt entstand um 1000 n. Ch. durch Teilung des damaligen Marktplatzes als Hauptplatz in Köln in den Heumarkt und den Alter Markt. Hier herrschte buntes Markttreiben, Turnierspiele wurden aufgeführt. Im 18. Jahrhundert wurde der Platz auch als "cölnischer Markusplatz" bezeichnet, muss also schon zu dieser Zeit ein sehenswerter Ort gewesen sein.

Hier stand jedoch auch der Kölner Pranger und im Drillhäuschen wurde Strafvollzug ausgeübt. Schon im Mittelalter berühmt waren die "Maatwiever", die Marktfrauen, die hier Obst, Gemüse, Fleisch etc. verkauften. Zur Römerzeit lag der Alter Markt vor der Stadtmauer, der römische Hafen grenzte daran. Nach der Römerzeit versandete der Hafen und wurde später zum Gelände der heutigen östlichen Randbebauung des Platzes.

Im 2. Weltkrieg wurden Platz und angrenzende Häuser fast vollständig zerstört. Die vermeintlich alten Fassaden der Häuser sind alle neu erbaut. Bis in die 80er Jahre fuhren Autos und Busse über den Platz, ein großer Parkplatz war vorhanden.

Den Westteil des Alter Markt beherrscht heute das Rathaus mit Rathausturm. In der Platzmitte befindet sich das 1884 errichtete Reiterstandbild mit Brunnen für Jan-von-Werth, wird jedoch seit Jahren eingeengt durch den U-Bahnbau unter dem Platz. Vielfältige Gastronomie, im Sommer auch draussen, lädt Touristen wie Einheimische zum Besuch ein.

In der Regenrinne des Hauses Alter Markt 24 ist der "Kallendresser" zu sehen, eine kleine Bronzefigur, die seinen Betrachten den Hintern zeigt. Die Figur wurde vom Kölner Künstler Ewald Matare gestaltet. Es bleibt fraglich, ob die Figur Zeichen des bürgerlichen Hohns und Zorns auf den gegenüber dem tagenden Rat der Stadt war oder ein Symbol für frühere Zeiten, wo einfach die Regenrinne (Kalle) nächtens genutzt wurde, wenn der Weg zur Toilette im Hof zu lang war.

Am Alter Markt wird jährlich am 11. November die Karnevalsession offiziell und  Weiberfastnacht der Straßenkarneval mit zehntausenden Jecken eröffnet.


Das Kriegsende ist schon 5 Jahre vergangen, trotzdem liegt die Kölner Innenstadt immer noch in weiten Teilen in Trümmern. Dazwischen haben sich Geschäfte angesiedelt, werden Neubauten errichtet und das Leben geht irgendwie weiter.

Zu Weihnachten 1950.

Weitere Fotos aus dem Album "Köln 1950 Innenstadt"


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Michael Engel  sagt: "@Carmen"

Ach so, Du meinst diese jämmerliche Restbebauung. Du hast aber Recht, angesichts dieses Ruinenmeeres sehen die tatsächlich wie normale Häuser aus. Ein Wunder dass der Reitergeneral das Inferno scheinbar unversehrt überlebt hat.

Geschrieben: vor fast 3 Jahre


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Carmen Brenig  sagt:

Siehst du keine, rechts und links?

Geschrieben: vor fast 3 Jahre


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Michael Engel  sagt: "@Carmen"

Welche Häuser ?

Geschrieben: vor fast 3 Jahre


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Carmen Brenig  sagt:

faszinierende, stimmungsvolle Aufnahme, beachtenswert die noch erhaltenen Häuser

Geschrieben: vor fast 3 Jahre