Indanthren Haus in der Nachkriegszeit, Breite Str. 70, 50667 Köln - Altstadt-Nord (1950)
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Heinrich Hecker Heinrich Hecker
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Album: Kunstschmiedearbeiten

Kunstschmiedearbeiten : Indanthren Haus in der Nachkriegszeit

Breite Str. 70 (50667 Altstadt-Nord)

Einst war diese Straße eine der breitesten innerhalb der Stadtmauern und  so verdankt sie diesem Umstand ihren Namen. Die heutige Bebauung und Nutzung durch den Straßenverkehr lassen sie jedoch alles andere als breit erscheinen. 

In der Vergangenheit standen an diesem Ort prächtige Bauten, die einige bedeutende Persönlichkeiten der Geschichte beherbergten. So nächtigten im 1794 entstandenen "Kaiserlichen Hof" der preußische Kronprinz Friedrich Wilhelm und Prinz Friedrich, als Friedrich Wilhelm im Sommer 1814 seine Begeisterung für den Dombau entdeckte. Einen Zwischenstopp legte hier auch Franz I. von Österreich ab, als er im September 1818 zum Aachener Friedenskongress reiste. Im selben Jahr hatte einige Meter weiter im Palais Geyr Zar Alexander I. Quartier bezogen.

Heutzutage finden sich vor allem Geschäftsräume an der Straße. So stehen hier  unter anderem die WDR-Arkaden, das DuMont-Careè und das Karstadt Kaufhaus.  Folgt man dem Straßenverlauf vom Offenbachplatz aus, führt er zur Ehrenstraße.


Dieses Foto von Walter Dick (1914-1976) zeigt das Indanthren Haus mit den Fensteranlagen aus der Werkstatt von Heinrich Hecker

Weitere Fotos aus dem Album "Kunstschmiedearbeiten"


Der Kunstschmied Heinrich Hecker betrieb seit 1914 eine große und renommierte Kunstschmiedewerkstatt. Seine Werkstatt befand sich in Köln Sülz. In Köln und im Umland schuf er mit seinen Mitarbeitern verschiedenste Metallbauarbeiten sowie eine große Zahl von Fenster- und Türanlagen für öffentliche Gebäude und private Bauherren. In einer Werbebroschüre aus den frühen 50er Jahren hat er einige seiner Arbeiten musterhaft vorgestellt. (Die in der Werbeschrift vorhandenen Aufnahmen sind für den Druck gerastert worden, so dass die Abbildungsqualität nach Scan und Bearbeitung leider nicht optimal ist.) Hecker stammte aus einer künstlerisch vorbelasteten Familie. Sein Bruder, Peter Hecker (1884-1971), war ein bekannter Maler, der vor Allem für seine Ausmalung von Kirchen bis heute bekannt ist. Eine Schwester Heckers war mit dem Maler Heinrich Windelschmidt (1884-1963) verheiratet. Hecker arbeitete mit bekannten Architekten zusammen. Er verweist auf Entwürfe von Clemens Klotz, Hein Nöcker, Wilhelm Riphahn und dem Dombaumeister Willy Weyres. Und er macht darauf aufmerksam, dass die meisten der Fotografien seiner Werke, die in den Kriegswirren zum großen Teil verloren gingen, vom bekannten Kölner Fotografen Hugo Schmölz gefertigt wurden. Einige wenige seiner Arbeiten haben die Zeiten überdauert. Beispielhaft sind zu nennen: die Türen, Portale und Fenster der Gerling Bauten in Köln, Innen- und Außenarbeiten am Funkhaus Wallrafplatz, Fenster und Türanlagen am Bundeshaus in Bonn Von einigen Arbeiten werden aktuelle Vergleichsaufnahmen vorgestellt: ein Gitter zwischen Vorraum und Dekagon in St. Gereon, ein zweiflügeliges Eingangsportal an einem Bürohaus auf dem Kaiser Wilhelm Ring und diverse Beispiele an den Gerling Bauten Die Abbildungen und weitere Informationen hat eine Enkelin von Heinrich Hecker zur Verfügung gestellt