Gereonshaus - das neue Domizil des Deutschen Städtetages, Gereonstr. 18, 50670 Köln - Altstadt-Nord (2010)
hochgeladen von:
Ansgar Czilwik Ansgar Czilwik
1106 mal angesehen.
Album: Altstadt Nord

Altstadt Nord : Gereonshaus - das neue Domizil des Deutschen Städtetages

Gereonstr. 18 (50670 Altstadt-Nord)


Das Gereonshaus wurde 1909-1910 im Auftrag von Max Oppenheimer nach Entwürfen des Architekten Carl Moritz als Atelier- und Bürohaus erbaut. Kurz nach seiner Fertigstellung hatte der Gereonsklub hier seinen Sitz. Dieser 1911 gegründete Kreis, den 1912 - 1914 August Macke leitete, war ein wichtiger Umschlagplatz für moderne Kunst des frühen 20sten Jahrhunderts und regelmäßiger Treffpunkt von bildenden Künstlern, Kunsthistorikern, Museumsvertretern, Sammlern und Galeristen. 1951 wurden die starken Schäden durch Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg beseitigt und das fünfgeschossige Gebäude wieder aufgebaut und erweitert. In den 1980er Jahren modernisiert, wurde es 2010 an die Bedürfnisse des neuen Eigentümers, des Deutschen Städtetages (DST) angepasst. Es verfügt über ca. 8.000 Quadratmeter Bürofläche, 1.800 Quadratmeter Lagerfläche und 118 Stellplätze. Das Erdgeschoss wird teilweise für Ladenlokale genutzt. Das Gereonshaus steht heute unter Denkmalschutz. Der Architekt Carl Moritz, geboren 27. April 1863 in Berlin, gestorben 23. August 1944 in Berg (Starnberger See), entwarf in seiner Laufbahn 40 Banken, 50 Villen und ungefähr 15 Wohnsiedlungen. Außerdem plante er ca. 20 katholische Sakralbauten und sieben Theater, u. a. auch 1900-1902 das alte Kölner Opernhaus. Nach dem Studium der Architektur an der Technischen Hochschule Charlottenburg begann Carl Moritz 1894 seine Karriere als selbstständiger Architekt in Berlin. Ab 1896 arbeitete er für zwei Jahre als Stadtbauinspektor beim städtischen Hochbauamt in Köln. Im Herbst 1898 machte er sich in Köln als freischaffender Architekt selbständig und gründete bis in die 1930er Jahre insgesamt acht Architekturbüros und Firmen. 1934 ließ er sich auf seinem Altersruhesitz am Starnberger See nieder, wo er 1944 verstarb. Zu seinen Hinterlassenschaften gehör(t)en in Köln u. a. die Deutzer Hängebrücke (im Krieg zerstört), das Kreishaus des Landkreises Cöln, das Porzer Rathaus, das heutige Sozialgericht, das Warenhaus Carl Peters, heute Karstadt (nach dem Krieg völlig verändert wieder aufgebaut), die Geschwister-Scholl-Schule in der Gravenreuthstraße, das heutige Hotel Viktoria oder die Reste der „Darmstädter und Nationalbank AG“ die im Gebäudekomplex „Dominium“ der Generali erhalten wurden.

Weitere Fotos aus dem Album "Altstadt Nord"