Gastarbeiter am Hauptbahnhof, Bahnhofsvorplatz, 50667 Köln - Altstadt-Nord (1960)
fotografiert von:
Walter Dick Walter Dick
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Album: Ford in den 60er Jahren

Gastarbeiter am Hauptbahnhof - Ford in den 60er Jahren

Bahnhofsvorplatz (50667 Altstadt-Nord)


Bedingt durch die hohen Verluste im zweiten Weltkrieg und durch die boomende Wirtschaft in den 50er und frühen 60er Jahren herrschte zu dieser Zeit ein großer Bedarf, aber auch Mangel an Arbeitskräften. Nicht nur aus entlegenen Regionen wie der Eifel und dem hohen Westerwald rekrutierte man die dringend benötigten Mitarbeiter, sondern schon ab Mitte der 50er Jahre wurden ausländische Mitarbeiter angeworben.

Dies, aber auch der Drang südeuropäischer Länder mit einer hohen Arbeitslosenquote wie Italien und Spanien, Arbeitskräfte nach Deutschland zu "exportieren", führte 1955 zu einem ersten Anwerbeabkommen mit Italien. Die "Gstarbeiter", wie die ausländischen Mitarbeiter schon bald genannt wurden, kamen meist mit Sonderzügen aus ihren Heimatländern in die Bundesrepublik. Man ging damals davon aus, dass diese Menschen nur für eine begrenzte Zeit in Deutschland bleiben würden. Man brachte sie daher meist in werkseigenen Wohnheimen unter, deren Qualität, vor Allem bei kleineren Betrieben sehr befragenswert war.

Weitere Fotos aus dem Album "Ford in den 60er Jahren"


Als Berufsfotograf war Walter Dick nicht nur ein wichtiger Chronist der Nachkriegszeit, hat er nicht nur für Bücher und Zeitungen gearbeitet, sondern nahm auch Aufträge aus der Industrie und von Privatleuten an. So gibt es von ihm umfangreiche Nachlässe von Geburtstagen/Jubiläen wichtiger und weniger wichtiger Menschen und von Hochzeiten. Außerdem hat er für die Wirtschaftsunternehmen gearbeitet und dabei Produktionsstätten und Arbeitsabläufe dokumentiert.

Ein wichtiges Arbeitsfeld waren auch seine Arbeiten für die Werkszeitung der Kölner Fordwerke. Walter Dick hat über viele Jahre in den Hallen und Büros des Automobilherstellers buchstäblich Tausende von Aufnahmen gefertigt. Maschinen und Produktionsabläufe waren Thema seiner Reportagen genauso wie die Menschen "bei Ford" in ihrer Arbeit und Freizeit. Der Zeitraum seiner Arbeit beginnt mit den ersten Nachkriegsfahrzeugen aus der Kölner Produktion und geht etwa Mitte der 60er Jahre zu Ende. So hat er das 50.000ste Fahrzeug aus den Hallen in Köln Niehl genauso fotografiert wie das Fahrzeug mit der Produktionsnummer zwei Millionen.

Ein wenig zu kurz kommen bei seiner Arbeit die oft sehr harten Arbeitsbedingungen am Band und an den Maschinen, die zu zeigen natürlich nicht im Sinne seiner Auftrageber waren.