Gürzenich, Gürzenichstr., 50667 Köln - Altstadt-Nord (1850)
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Harald Gerhards Harald Gerhards
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Album: Köln im Wandel der Zeit 1800-1900

Gürzenich - Köln im Wandel der Zeit 1800-1900

Gürzenichstr. (50667 Altstadt-Nord)

Um für die 1915 errichtete Hängebrücke eine angemessene Brückenzufahrt zu schaffen, riss man an der Südseite des Gürzenichs eine Häuserzeile ein. Somit war die Gürzenichstraße geschaffen. 

Der Gürzenich wurde als zweigeschossiger Bau zwischen 1441-1447 errichtet und sollte als "Rathes Tantzhaus" dienen. Seinen Namen erhielt der Bau von seinen einstigen Grundstückbesitzern, dem Landadelsgeschlecht der Herren von Gürzenich. Mit dem Gürzenich verfügte die Stadt über ein Tanzhaus, dass für Empfänge der Zeit angemessen war. Bald ließen sich hohe Würdenträger wie die Kaiser Friedrich III., Karl V. oder Maximilian I. als Gäste verzeichnen. Und auch im weiteren Lauf der Geschichte mangelte es nicht an Prominenz. Queen Victoria von England, Johannes Schoppenhauer, Guiseppe Verdi, Friedrich Nitzche und Karl Marx sind nur einige der Namen, die hier zu nennen wären.

Neben Tanz und Kulturveranstaltungen diente der Bau auch als politischer Versammlungsort verschiedenster Gruppen. Der heutige Gürzenich ist ein Neubau, da der ursprüngliche Bau im Zweiten Weltkrieg zerstört worden war.

Die Gürzenichstraße, die ja als Brückenauffahrt geplant war hat diese Bestimmung indes nicht ausgeführt. Sie erfolgt von der Pipin- und Augustinerstraße aus über den Heumarkt.


Straßen und Plätze                          Sammlung Scheiner

Foto Nr.:84331

  Foto Nr.:463565

Stiche aus einer Graphiksammlung über Köln bis 1900. Zur Verfügung gestellt von Harald Gerhards. Das Album zeigt Bilder (Graphiken) von wichtigen Gebäuden und Plätzen unsere Stadt zwischen 1800 und 1900.

Zusammenfassungen und Detailangaben sind u.a. in folgen Sammlungen und Alben :

Tore und Befestigungen Kirchen Rathaus
Foto Nr.:54355

Denkmäler und Brunnen Der Dom Öffentliche Plätze

 

Lt. Koelhoffscher Chronik wurde 1447 der Bau, die gute Stube von Köln, fertig gestellt. Namensgeber ist das Dürener Landadelsgeschlecht von Gürzenich. Das Haus diente prächtigen Empfängen,(Dat groisse koestliche dantzhuys) so auch mit Kaiser Friedrich III 1474 und 1486. Kaiser Maximilian hielt hier 1505 den Reichstag ab. An der Festtafel saßen 1366 Gäste Am 6.Mai 1849 fand im Gürzenich eine Zusammenkunft des „ Kölner Arbeitervereins“ statt, an der Karl Marx gesprochen hat. In späteren Jahren wurde das Gebäude auch als Kaufhaus und von 1875 bis 1922 als Börse genutzt. Um- und Anbauten erfolgten ab 1857 durch den bekannten Stadtbaumeister Julius Raschdorff. Vor dem Gürzenicht sind Schweinehirte abgebildet. Anlässlich des Besuchs von Kaiser Napoleon im Jahre 1801 erließ die Stadtverwaltung einen Aufruf:Man solle die Schweine von den Strassen entfernen , die Napoleon passieren würde.

Weitere Fotos aus dem Album " Köln im Wandel der Zeit 1800-1900"