Flussbadeanstalt vor der Hohenzollernbrücke, Frankenwerft, 50667 Köln - Altstadt-Nord (1909)
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Ulrich Hermanns Ulrich Hermanns
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Flussbadeanstalt vor der Hohenzollernbrücke

Frankenwerft (50667 Altstadt-Nord)

Die Frankenwerft ist heute eine nur für Fußgänger zugängliche Straße zwischen Rheinufer und Altstadt. Oft wird sie auch mit der Rheinpromenade gleichgesetzt. Die Frankenwerft verläuft südlich von der Deutzer Brücke bis nördlich zur Hohenzollernbrücke. Nahe der Deutzer Brücke befindet sich der Rheinpegel, mittig der Fischmarkt mit der Kirche Groß St. Martin und nördlich grenzt der Heinrich-Böll-Platz vor der Philharmonie an.

Der Verkehr wird durch den in den 80er Jahren entstandenen Rheinufertunnel geleitet. Vielfältige Gastronomie mit Außenterassen laden insbesondere die vielen Touristen zu einer Pause ein. Im Sommer bevölkern Radfahrer und Jogger die Rheinpromenade, Fahrgäste warten auf die Schiffe der Köln-Düsseldorfer.

In früherer Zeit war hier reger Hafenbetrieb mit Zollamt und Stadtmauer, wovon aber nur noch das wieder aufgebaute Stapelhaus übrig geblieben ist. Der Name "Werft" kommt jedoch daher. Nachdem im Süden 1898 der Rheinauhafen fertig gestellt wurde, verlor die Frankenwerft als Hafenanlage an Bedeutung.


Dieses Foto zeigt im Vordergrund eine heute fast vergessene Einrichtung, eine Flussbadeanstalt. In Zeiten, da der Rhein noch leidlich sauber war, nutzte man solche schwimmenden Bäder zur Erfrischung und Reinigung. Dazu waren auf Pontons hölzerne Schuppen aufgebaut, die sich um die rechteckige Badegelegenheit gruppierten. Die Flussbadeanstalten lagen in vielen Städten fest verankert bzw. am Ufer vertäut in der Strömung des Flusses. Unterhalb des offenen Vierecks befand sich ein Netz oder ein durchlöcherter Kasten, die verhinderten, dass die Schwimmer untergingen bzw. weggetrieben wurden.

Neben den beschriebenen Flussbadeanstalten gab es an vielen Orten auch Strandbäder am Rhein an Stellen, wo die Strömung weniger stark und das Baden ungefährlicher war. Das bekannteste war wohl das Strandbad in Rodenkirchen. Es gab auch eine solche Einrichtung in (Porz) Langel.

Hinter der Flussbadeanstalt erkennt man die im Bau befindliche Hohenzollernbrücke (fertigstellung 1911). Der dahinterliegende Teil der alten Dombrücke ("Muusfall")wurde Zug um Zug mit der Fertigstellung des neuen Bauwerks abgerissen. Es ist deutlich erkennbar, dass mit dem Bau der Hohenzollernbrücke der mittlere Strompfeiler überflüssig werden wird und so ein gefährliches Hindernis für die Rheinschifffahrt verschwindet.

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