Ein Andenken an Köln, Frankenwerft, 50667 Köln - Altstadt-Nord (2015)
fotografiert von:
Walter Dick Walter Dick
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Album: Theo Burauen

Theo Burauen : Ein Andenken an Köln

Frankenwerft (50667 Altstadt-Nord)

Die Frankenwerft ist heute eine nur für Fußgänger zugängliche Straße zwischen Rheinufer und Altstadt. Oft wird sie auch mit der Rheinpromenade gleichgesetzt. Die Frankenwerft verläuft südlich von der Deutzer Brücke bis nördlich zur Hohenzollernbrücke. Nahe der Deutzer Brücke befindet sich der Rheinpegel, mittig der Fischmarkt mit der Kirche Groß St. Martin und nördlich grenzt der Heinrich-Böll-Platz vor der Philharmonie an.

Der Verkehr wird durch den in den 80er Jahren entstandenen Rheinufertunnel geleitet. Vielfältige Gastronomie mit Außenterassen laden insbesondere die vielen Touristen zu einer Pause ein. Im Sommer bevölkern Radfahrer und Jogger die Rheinpromenade, Fahrgäste warten auf die Schiffe der Köln-Düsseldorfer.

In früherer Zeit war hier reger Hafenbetrieb mit Zollamt und Stadtmauer, wovon aber nur noch das wieder aufgebaute Stapelhaus übrig geblieben ist. Der Name "Werft" kommt jedoch daher. Nachdem im Süden 1898 der Rheinauhafen fertig gestellt wurde, verlor die Frankenwerft als Hafenanlage an Bedeutung.


Frau Rut Brandt, mit weißem Hut, begutachtet ein Geschenk, das Wappen von Köln. Willy Brandt, ganz rechts, schaut erfreut zu.

Weitere Fotos aus dem Album "Theo Burauen"


Theodor (Theo) Burauen wurde 19. Oktober 1906 in Köln geboren und starb auch hier am 28. Oktober 1987. Von November 1956 bis Dezember 1973 war er Oberbürgermeister der Stadt Köln und hat entscheidende Jahre im Wiederaufbau der Stadt mit geprägt. Walter Dick hat Theo Burauen in seiner Amtszeit viele Male in den unterschiedlichsten Situationen fotografiert. Beide haben sich gekannt, wahrscheinlich persönlich gemocht, so dass Walter Dick mit seiner Kamera häufig jenseits der offizielen Anlässe sehr nah an die Person Theo Burauen heran kam.

Wir zeigen in diesem Album eine Zusammenstellung von Fotos mit Theo Burauen über 20 Jahre.

Schon vor 1933 Mitglied der SPD arbeitete er bei der SPD Zeitung "Rheinische Zeitung". Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten und dem Verbot von Partei und Parteizeitung war er länger arbeitslos, lebte mehr schlecht als recht von verschiedenen Arbeiten, musste ab 1940 in der Wehrmacht dienen und überstand den Krieg unversehrt. Unmittelbar nach dem Ende der Gewaltherrschaft begann er erneut mit seiner politischen Tätigkeit für die SPD und wurde schon 1946 in den Stadtrat gewählt. Als enger Mitarbeiter des ersten sozialdemokratischen Oberbürgermeisters Robert Görlinger wurde er Fraktionschef der SPD im Stadtrat seiner Heimatstadt und später als Bürgermeister der Stellvertreter von Ernst Schwering (CDU). Den Kommunalwahlkampf 1956, der die SPD zur stärksten Partei machte, führte er vor Allem mit dem sog. "Entbunkerunsprogramm". Die Sozialdemokraten versprachen, für die Vielzahl der Menschen, die zehn Jahre nach dem Krieg immer noch sehr notdürftig in Behelfsbauten, Baracken und eben Bunkern lebten, angemessenen Wohnraum zu schaffen.

Von 1956 bis 1973 war Theodor Burauen dann der Oberbürgermeister der Stadt. Nach der damals geltenden Stadtverfassung mit einer dualen Stadtspitze hatte der Oberbürgermeister eigentlich eher repräsentative Aufgaben.

Als Wahlsieger und Chef des Rates jedoch konnte ein fähiger OB aber zusammen mit seiner Partei deutliche Schwerpunkte setzen. Burauen arbeitete in seiner Zeit als OB mit Max Adenauer und Heinz Mohnen als Chefs der Verwaltung (Oberstadtdiektor) zusammen. In Kurt Hackenberg fand er einen Beigeordneten für Kultur, der zusammen mit Burauen deutliche Akzente in der städtischen Kulturpolitik setzte.

Während Burauens Amtszeit wurde der Bau der U-Bahn begonnen, das Opernhaus am Offenbachplatz wurde (fristgerecht!) fertig, ebenso der Neubau des Wallraf-Richartz-Museums, des Stadtarchivs an der Severinstraße und des Baus der Volkshochschule am Neumarkt. In seiner Amtszeit entstanden die Severinsbrücke und die Zoobrücke, die Messe wurde ausgebaut und neben den Opernhaus enstand das Schauspielhaus. Zweimal war in seiner Amtszeit Köln Gastgeber der Bundesgartenschau im Rheinpark,1957, (siehe dazu das Album http://www.bilderbuch-koeln.de/Alben/20898) und zu beiden Seiten des Rheins, 1971.

Neben all diesen Leistungen steht die große Volkstümlichkeit des Theodor Burauen. Nicht umsonst wurde er fast liebevoll "d´r Döres" genannt, etwas, das es bei seine Amtsvorgängern und -nachfolgern nicht gab. Ob beim Karneval, bei einem Glas Kölsch, bei Sitzungen in den Festsälen oder bei seinen Auftritten im Stadtrat, stets bleib er der "kölsche" Oberbürgermeister, nicht als Ergebnis von "Imagepflege" sondern als Ergebnis seiner "kölschen"Art

Die Fotos des Albums zeigen Theodor Burauen oft als Gastgeber internationaler Staatsbesucher. Durch die Nähe zur damaligen Hauptstadt Bonn fanden viele Staatsgäste den Weg in die Stadt, wo sie Burauen im "vollen" Ornat mit Frack und Amtskette empfing. Auch diese Tätigkeit füllte er souverän, wenn auch manchmal mit einem Augenzwinkern aus.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt im Jahre 1973 verlieh ihm der Rat der Stadt die Würde eines Ehrenbürgers.

Theodor Burauen erlitt bei einem Flugunfall in Afrika im Jahre 1968 eine schwere Beinverletzung, deren Spätfolgen ihn in den letzten Jahren seines Ruhestandes in den Rollstuhl zwang. Er starb am 28. Oktober 1987 in Köln. Sein Grab befindet sich auf dem Melaten-Friedhof.

Bis heute wird das Gedenken an den beliebten und verdienten Politiker in der Stadt hochgehalten. Der Theo-Burauen-Platz neben dem Rathaus, die Theo Burauen Realschule und das Theo Burauen Seniorenzentrum der AWO in Ehrenfeld sind nach ihm benannt.