Ehrentor, Ehrenstr., 50672 Köln - Altstadt-Nord (1882)
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Harald Gerhards Harald Gerhards
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Album: Köln im Wandel der Zeit 1800-1900

Ehrentor - Köln im Wandel der Zeit 1800-1900

Ehrenstr. (50672 Altstadt-Nord)

Es ist nicht ganz klar, worauf sich der Name dieser Straße bezieht. Einerseits wird vermutet er verweise sich auf ein römisches Ehrentor, welches einst dort gestanden haben könnte. Andererseits lebte hier im Mittelalter eine Familie "zur Ähren", von der möglicherweise die Ehrenstraße später abgeleitetet wurde. Aus der Ehrenstraße strömte später auch demokratischer Geist in die Stadt. Dies äußerte sich - wie sollte es auch anders sein - im Karneval. 1842 gründete sich die "Allgemeine Karnevalsgesellschaft", die sich breiteren Schichten öffnen wollte, als die bisher schon existierende "Große Karnevalsgesellschaft". 1845 organisierte man gar einen Rosenmontagzug, der noch vor dem offiziell organisierten Zug den Neumarkt in Beschlag nahm.

Bei einem Bummel über die Ehrenstraße lassen sich viele kleine Läden und diverse Cafès entdecken. Die Straße endet am Hohenzollernring.


Straßen und Plätze                          Sammlung Scheiner

Foto Nr.:84331

  Foto Nr.:463565

Stiche aus einer Graphiksammlung über Köln bis 1900. Zur Verfügung gestellt von Harald Gerhards. Das Album zeigt Bilder (Graphiken) von wichtigen Gebäuden und Plätzen unsere Stadt zwischen 1800 und 1900.

Zusammenfassungen und Detailangaben sind u.a. in folgen Sammlungen und Alben :

Tore und Befestigungen Kirchen Rathaus
Foto Nr.:54355

Denkmäler und Brunnen Der Dom Öffentliche Plätze

 

Das Ehrentor hatte große Bedeutung für den Verkehr in die Stadt aus dem Westen. 845 entschieden die Politiker über den Bau des Ortes Ehrenfeld. Nach Verlassen der Stadtmauer durch das Ehrentor ging man über die Ehrenstrasse zum Ehrenstraßener Feld. Hier entstanden 1845 die ersten Häuser an der Venloerstraße und Subbelratherstraße. Überlieferte Informationen sprechen z.T. von „ dem „ Ehrentor. In Wirklichkeit hat es zwei ( drei) Tore gegeben. Bis zum Jahre 1838 bestand auf der Ehrenstraße zwischen kleiner Brinkgasse und Benesisstraße einerseits und der Alten Wallgasse andererseits , die Straße überquerend ein Doppeltor. Bekannt war dieses Tor unter dem Namen „ altes Ehrentor „Das in die mittelalterliche Stadtmauer eingefügte Tor in der Verlängerung der Ehrenstrasse wurde als „ neues Ehrentor“ bezeichnet. Es wird angenommen, dass das alte Ehrentor bei der zweiten Stadterweiterung im Jahre 1106 erbaut wurde, als die entstandenen Vororte Overburg, Niederich und Westrich an die alte noch aus der Römerzeit stammende Befestigung angegliedert wurden. Aber schon in der alten römischen Stadtmauer befand sich an der Ausmündung der Breitestraße, St Apern-, Gertrudenstraße und Apostelnstraße ein Tor welches den Namen Ehrentor ( porta honoris)trug. Somit finden wir in der Literatur zwei „ alte Ehrentore „Das ältere Ehrentor wurde wahrscheinlich um das Jahr 1505 niedergelegt und das zweite Anfang 1100 gebaut. Das neue entstand dann um 1250.Das zweite Tor lag auf der Höhe der Häuser Nr. 43 und 52/54 in der Ehrenstraße. Über dieses Tor ist geschichtlich wenig überliefert, da mit der neuen Stadtmauer das neue Tor an Bedeutung gewann. Das zweite Haus erhielt in der Franzosenzeit im Jahre 1795 die No 5228 mit der Bezeichnung „unter der alten Ehrenpfort „, und im Jahre 1811 Ehrenstraße 43. Das eigentliche Tor im Jahre 1795 die Nr. 4010 und im Jahre 1811 die Nr. 54 erhielt. Das zweite Tor hatte drei Durchgänge. Ein Eingang war der Eingang zu der Tabakfabrik von Johann Breuer der auch die Räume oberhalb des Tores nutzte und war für die Fußgänger bestimmt . Der mittlere für die Fuhrwerke und durch den letzten wurden u.a. die Verbrecher zum Richtplatz nach Melaten geführt. Daher auch der Name : porta exsecrande ,entweihte Pforte. Aus diesem Grund gingen auch die späteren Prozessionen von St Christoph und St Gereon nie diesen Weg durch diese Tor. Da das zweite Tor zunehmend zu einem Verkehrshindernis wurde, kaufte die Stadt 1838 das Tor und das Zollhaus von Frau Ludwigs-Breuer und ließ es im gleichen Jahr abreißen. Aqurell nach Passenvanti Quellen: Die Kunstdenkmäler der Stadt Köln von Paul Clemen; Das „alte“ Ehrentor von Dr. Fritz Warburg u.a.

Weitere Fotos aus dem Album " Köln im Wandel der Zeit 1800-1900"