Eckhaus an der Hohe Straße, Wallrafplatz 1, 50667 Köln - Altstadt-Nord (1896)

Eckhaus an der Hohe Straße - Blätter für Architektur und Kunsthandwerk

Wallrafplatz 1 (50667 Altstadt-Nord)

Ferdinand Franz Wallraf ist eine der berühmtesten und einflussreichsten Persönlichkeiten in der Kölner Stadtgeschichte. Der 1748 geborene Wallraf  kann als Universalgenie bezeichnet werden. Neben der Theologie und Mathematik besaß er auch Professuren in der Botanik und Rhetorik. Mit 44 Jahren wurde er Priester und später Kanoniker an St. Maria im Kapitol und St. Aposteln. Vor der Schließung der Universität durch die französische Besatzer war er ihr letzter Rektor.

Wallraf war auch ein Sammler, dessen Augenmerk Allem galt, was für die Kölner Geschichte von Belang war. Seine stetig anwachsende Sammlung bildete die Grundlage für die Kunstmuseen Kölns.

Der nach ihm benannte Platz entstand 1830, sieben Jahre nach Wallrafs Tod und war eher ein Zufallsprodukt. Nachdem alte Gebäude abgerissen worden waren, um Platz für einen Neubau zu schaffen, fiel die nun freie Ansicht auf den Dom positiv auf. Die Pläne für den Neubau wurden fallen gelassen und die Bürger der Stadt bestimmten ihn zum "Wallraf`s-Platz". Heute findet sich auf dem Platz ein Denkmal für Kölns ersten Ehrenbürger und dahinter das Museum für Angewandte Kunst.


Die Herkunft dieser Abbildung weicht von den anderen Abbildungen des Albums ab. Sie stammt sie aus einer anderen Architekturzeitschrift.

Die Architekturzeitschrift aus dem Jahre 1890, aus der diese Abbildung stammt hieß:(1842-1917)

Blätter für Architektur und Kunsthandwerk

Herausgeber der Zeitschrift, die monatlich erschien, war Paul Graef (1855-1925), der als wichtiger Mitarbeiter von Paul Wallot (1841-1912) am Bau des Reichstagsgebäudes beteiligt war. Paul Graef hat auch einen großen Teil der Fotos für seine Zeitschrift angefertigt.

Die originale Bildunterschrift lautet:

Kauf- und Wohnhaus in Köln, Hohestraße 147


Das Haus wurde von der bekannten Architektengemeinschaft Kayser und v. Großheim entworfen. (Heinrich Josef Kayser (1842-1917),  Karl von Großheim (1841-1911). Diese Architekten hatten in Köln auch das Domhotel entworfen. Sie waren jedoch nur für die äussere Gestaltung verantwortlich, während die Planung der Innenräume und die Bauausführung durch den "Kölner Baumeister G. Wieland ausgeführt wurde".

Der Bauherr war der Königliche Hofapotheker Wrede, der hier auch sein Geschäft betrieb und außerdem das II. und III. Obergeschoss bewohnte. Zur Bauausführung wurde vermerkt, dass die Fassade aus grünlichem Pfälzer Sandstein besteht und das Dach mit Schiefer gedeckt wurde.

Das Eckhaus gliedert sich in drei Achsen an der rechten Seite (Wallrafplatz/An der Rechtschule) und zwei Achsen links (Hohe Str.). Dazwischen eine breite Eckachse mit einem Erker zwischen dem ersten Obergeschoss (oberhalb des Zwischengeschosses) und der Traufkante. Die Eckachse mit ihren reich verzierten Brüstungen unterhalb der Fenster wird von einem dreieckigen Ziergiebel überkrönt.

Die Eckachse wird im ersten Obergeschoss zu beiden Seiten von zwei lebensgroßen Skulpturen begrenzt, über denen sich kleine, turmartige Aufbauten auf sechseckigem Grundriss erheben.

 

Im ersten Obergeschoss erkennt man ein schwarzes Schild, auf dem auf die Dienste des Zahnatelier Dr. dent. surg Napp hingewiesen wird. Es ist anzunehmen, dass Dr. Napp in England oder gar in Amerika seine Ausbildung absolvierte, denn die dortige Bezeichnung für Zahnarzt ist "dentist" oder "dental surgeon".


Foto Nr.:461879

Weitere Fotos aus dem Album "Blätter für Architektur und Kunsthandwerk"


Die Architekturzeitschrift aus der die Abbildungen diese Albums stammen, hieß:

Blätter für Architektur und Kunsthandwerk

Herausgeber der Zeitschrift, die monatlich erschien, war Paul Graef (1855-1925), der als wichtiger Mitarbeiter von Paul Wallot (1841-1912) am Bau des Reichstagsgebäudes beteiligt war. Paul Graef hat auch einen großen Teil der Fotos für seine Zeitschrift angefertigt.

Die Zeitschrift erschien von 1888 bis 1913. Der Redaktion liegen alle Jahresbände ausser den Jahrgängen 1891 und 1898 vor. In den meisten Jahresbänden sind alle jeweils erschienen 120 Bildtafeln enthalten. Nach weiterer Sichtung werden hier alle Abbildungen von Kölner Bauten veröffentlicht. Allerdings ist Köln nur in sehr geringem Maße mit Abbildungen vertreten.

Ein eigenes Album ist der Villa Vorster in Marienburg gewidmet:
http://www.bilderbuch-koeln.de/Benutzer/herrikeulen/Alben/26253

Hingewiesen wird auf die Veröffentlichung von zahlreichen Bildtafeln zum Bau des Reichstages im "Bilderbuch Berlin":
http://www.bilderbuch-berlin.net/Benutzer/herrikeulen/Alben/25360

sowie auch im "Bilderbuch Berlin" zahlreiche Bildtafeln zu alten Bauten in der Reichshauptstadt (Dieses Album wird in der nächsten Zeit umfangreich ergänzt werden!):
http://www.bilderbuch-berlin.net/Benutzer/herrikeulen/Alben/21204