Durchblick auf Groß St. Martin, Auf dem Rothenberg, 50667 Köln - Altstadt-Nord
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Ulrich Hermanns Ulrich Hermanns
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Durchblick auf Groß St. Martin

Auf dem Rothenberg (50667 Altstadt-Nord)


Ganz so romantisch, wie der Durchblick durch diese enge Gasse auf den Turm von Groß St. Martin erscheint war die Situation in der Altstadt zu Beginn des 20. Jhdts. wohl nicht. Das mittelalterliche Viertel war sehr heruntergekommen, heute würde man sagen dringend sanierungsbedürftig. Eingezwängt zwischen dem Hafengelände mit der Zollmauer und dem Heumarkt hatte das Gebiet seine Bedeutung als Handelszentrum spätestens mit dem Aufkommen des Eisenbahnverkehrs und der Verlagerung des Handels weitgehend eingebüßt.

Schon in den 20er Jahren wurde das Viertel wegen seiner schlechten sanitären Bedingungen und dem Verfall der Bausubstanz als Problemgebiet angesehen. Außerdem trieb sich hier viel lichtscheues Volk herum. "Anständige" Leute ließen sich hier besser nicht blicken. Im "Dritten Reich" wurde dann ein Großteil der Bausubstanz "saniert". Im Gegensatz zu den bombastischen Planungen des sog. "Gauzentrums Köln" sollte hier eine Art "Traditionszone" entstehen. Mit dem Umbau wurden "pseudo-mittelalterlich," volkstümelnde Vorstellungen verwirklicht, die Altes vortäuschen.

Nach den Zerstörungen des Krieges wurde das Viertel in der oben beschriebenen Weise wiederaufgebaut. Somit ist das, was wir heute "Altstadt" nennen, eigentlich das "Martinsviertel", eine Art Kulisse, die in den 30er und 50er Jahren auf altem Grund entstand.

Mit Beginn der 70er Jahre erfolgte eine Umgestaltung des Gebietes in ein Vergnügungs- und Touristenviertel mit all seinen nicht immer glücklichen Auswirkungen.

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