Die Wiederaufbau ist in vollem Gange. Blick auf das Martinsviertel (1957), Alter Markt, 50667 Köln - Altstadt-Nord (1957)
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Wolfgang  Schreck Wolfgang Schreck
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Album: Die 50er Jahre

Die 50er Jahre : Die Wiederaufbau ist in vollem Gange. Blick auf das Martinsviertel (1957)

Alter Markt (50667 Altstadt-Nord)

Der 5460 m² große Alter Markt entstand um 1000 n. Ch. durch Teilung des damaligen Marktplatzes als Hauptplatz in Köln in den Heumarkt und den Alter Markt. Hier herrschte buntes Markttreiben, Turnierspiele wurden aufgeführt. Im 18. Jahrhundert wurde der Platz auch als "cölnischer Markusplatz" bezeichnet, muss also schon zu dieser Zeit ein sehenswerter Ort gewesen sein.

Hier stand jedoch auch der Kölner Pranger und im Drillhäuschen wurde Strafvollzug ausgeübt. Schon im Mittelalter berühmt waren die "Maatwiever", die Marktfrauen, die hier Obst, Gemüse, Fleisch etc. verkauften. Zur Römerzeit lag der Alter Markt vor der Stadtmauer, der römische Hafen grenzte daran. Nach der Römerzeit versandete der Hafen und wurde später zum Gelände der heutigen östlichen Randbebauung des Platzes.

Im 2. Weltkrieg wurden Platz und angrenzende Häuser fast vollständig zerstört. Die vermeintlich alten Fassaden der Häuser sind alle neu erbaut. Bis in die 80er Jahre fuhren Autos und Busse über den Platz, ein großer Parkplatz war vorhanden.

Den Westteil des Alter Markt beherrscht heute das Rathaus mit Rathausturm. In der Platzmitte befindet sich das 1884 errichtete Reiterstandbild mit Brunnen für Jan-von-Werth, wird jedoch seit Jahren eingeengt durch den U-Bahnbau unter dem Platz. Vielfältige Gastronomie, im Sommer auch draussen, lädt Touristen wie Einheimische zum Besuch ein.

In der Regenrinne des Hauses Alter Markt 24 ist der "Kallendresser" zu sehen, eine kleine Bronzefigur, die seinen Betrachten den Hintern zeigt. Die Figur wurde vom Kölner Künstler Ewald Matare gestaltet. Es bleibt fraglich, ob die Figur Zeichen des bürgerlichen Hohns und Zorns auf den gegenüber dem tagenden Rat der Stadt war oder ein Symbol für frühere Zeiten, wo einfach die Regenrinne (Kalle) nächtens genutzt wurde, wenn der Weg zur Toilette im Hof zu lang war.

Am Alter Markt wird jährlich am 11. November die Karnevalsession offiziell und  Weiberfastnacht der Straßenkarneval mit zehntausenden Jecken eröffnet.


Zwölf Jahre nach Kriegsende sind schon einige Neubauten entstanden oder teilzerstörte Altbauten soweit wieder hergestellt, dass wieder ein zusammenhängenderes Stadtbild entstanden ist. Freilich gibt es noch eine beträchtliche Zahl grosser Freiflächen, aber auch diese werden in den folgenden Jahrzehnten vollständig verschwinden. Leider wurden auch jetzt noch niicht wenige vorhandene historische Bauten bzw. deren Überreste,  Bauten, die den Krieg überstanden haben, der Moderne geopfert. Dazu gehörten auch die historischen,spätmittelalterlichen Mauerreste des Stapelhauses , die nicht etwa erhalten, sondern auf die Müllkippe gefahren wurden. Nur der Turm aus dem 19. Jhdt. blieb erhalten.

Weitere Fotos aus dem Album "Die 50er Jahre"


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belijun  sagt:

Hier handelt es sich um das Martinsviertel.

Geschrieben: vor mehr als 4 Jahre