Der Himmelsreiter, Heumarkt 45, 50667 Köln - Altstadt-Nord (2011)
hochgeladen von:
Karina Kuzmienko Karina Kuzmienko
2576 mal angesehen.

Der Himmelsreiter

Heumarkt 45 (50667 Altstadt-Nord)

Der heutige Heumarkt liegt in der nördlichen Altstadt zwischen Alter Markt und Deutzer Brücke in der Kölner Altstadt. Vom Rhein trennt ihn nur eine Häuserzeile, östlich schließt die Fußgängerzone „Gürzenichstraße“ an.

In der Römerzeit war der Heumarkt die versumpfte Südpartie des Römerhafens. Diese wurde im Mittelalter vom 11. bis zum 13. Jahrhundert trocken gelegt und die vorgelagerte Rheininsel aufgeschüttet, der Platz wandelte sich zu einem Ort des Handels. Da hauptsächlich Heu gehandelt wurde, erhielt der Platz den Namen „Heumarkt“. Die Bauern brachten das Heu aus dem Umland und verkauften es an die Städter, die damit überwiegend ihre Pferde fütterten. Neben Heu wurde auch Salz, Fleisch, Käse, Stoffe und Leder angeboten.

Mit dem aufkommenden Handel wurde viel Geld verdient, und so bauten Handwerker und Kaufleute rund um den Platz ihre Häuser. Schon im 11. Jahrhundert wurde am Heumarkt die erzbischöfliche Münze erbaut. Im 13. Jahrhundert  wurde das Leinwand-Kaufhaus errichtet, welches später zur Fleischhalle umgewandelt wurde. Auch das Metzgerzunfthaus und das Haus des Bürgermeisters Gerhardt Pilgrum (um 1540) standen am Heumarkt. 1727 wurde ein Börsengebäude errichtet, welches bis 1843 den Vorläufer der Kölner Waren- und Produktbörse beherbergte. Zur Zeit der Preußen wurde 1844 eine Hauptwache für 50 Soldaten und 50 gefangene gebaut. Diese wurde jedoch 1877 wieder abgerissen.

Das Theater des 18. Jahrhunderts stand seit 1757 auf dem Heumarkt. Dort lernte auch Casanova 1760 die Frau des damaligen Bürgermeisters kennen und lieben, ein Skandal im katholischen Köln. Auch Goethe verweilte häufiger auf dem Heumarkt. Anfang des 19. Jahrhunderts hatte der Kaufmann und Stadtrat Johann Jakob Nepomuk Lyversberg am Heumarkt die damals umfangreichste private Gemäldesammlung, die auch von Schinkel und Schopenhauer besucht wurde. 1848/49 betrieben Karl Marx und Friedrich Engels die Redaktionsräume ihrer neuen rheinischen Zeitung im Haus Heumarkt 65.

 

 

 

 

 

 

Bis 1885 fand auf dem Heumarkt der jährliche Weihnachtsmarkt in den typischen Holzbuden statt. Die Bezeichnung „Hötte“ (für die Holzhütten) prägte den Spruch, „en de Hötte gehe“. Seit 2005 ist einer (der vielen) Kölner Weihnachtsmärkte wieder auf dem Heumarkt beheimatet.

Die historischen Handelshäuser wurden im 2. Weltkrieg wie fast die ganze Altstadt gründlich zerstört. Heute noch zu sehen ist das Spätrenaissance-Haus „Zum St. Peter“ am Heumarkt 77 (früher Unter Hutmacher 31) oder das Haus zur Timpe am Heumarkt 25. Zum St. Peter wurde 1568 erbaut für den Ratsherrn und Weinmeister Wilhelm Peter Terlaen von Lennep. Sein Sohn Johan Terlaen war in dieser Zeit acht mal Bürgermeister der Stadt.

Ansonsten bestimmt Gastronomie mit Außenterassen das Bild. Für Veranstaltungen, Konzerte und als Fanmeile bei Sportereignissen wird der Heumarkt heute genutzt. Der ursprünglich viel größere Platz wurde mit der Erbauung der Deutzer Brücke durch deren Zufahrt geteilt. Auf dem südlichen Teil steht heute das Maritim-Hotel.
Nah an der Abfahrt der Deutzer Brücke steht das Kolossaldenkmal für Friedrich Wilhelm III. von Preußen, geschaffen von Gustav Blaeser im Jahre 1874. Blaeser starb während der Erschaffung, so dass das Denkmal von den Berliner Bildhauern Alexander Calandrelli und Rudolf Schweinitz vollendet wurde.

Es wurde in den vergangenen Jahren immer wieder kontrovers diskutiert, ob das im Nationalstolz des 19. Jahrhunderts geschaffene Reiterdenkmal das Preußentum verherrlicht, welches die Kölner nie gewollt hatten. Darüber wurde die dringend notwendige Restaurierung immer wieder aufgeschoben.
Der Oberbürgermeister Fritz Schramma bezeichnete den Heumarkt als einen der schönsten Plätze Europas. Auch wenn das heute sicher etwas dick auftragen ist, hat der Heumarkt gerade in den warmen Monaten eine große Anziehungskraft auf Einheimische und Touristen und hatte zumindest im 17. Jahrhundert diesen Ruf. Zu dieser Zeit wurde er von dem englischen Reisenden Coryat mit dem Markusplatz in Venedig verglichen.
Ende der 90er Jahre wurde der Platz umgestaltet und u.a. eine Tiefgarage mit 460 Plätzen angelegt. Deren gläserne Eingänge bestimmen heute den zentralen Platz mit seinem Kopfsteinpflaster.

 
     

  •       

20460_nn_80_44827ee900b8e3f5ccf909b36329f211ad8390ed

Karina Kuzmienko  sagt: "Lieben Dank Günter : ))"

Lg Karina

Geschrieben: vor mehr als 6 Jahre


18124_nn_1051_fe8e2c35c393bf620726b5ccbd8b39d7155d0f98

Günter Breuer  sagt: ""Der Himmelsreiter""

Faszinierende Aufnahme. lg Günter

Geschrieben: vor mehr als 6 Jahre


20460_nn_80_44827ee900b8e3f5ccf909b36329f211ad8390ed

Karina Kuzmienko  sagt:

Lieben Dank Uwe : )

Geschrieben: vor mehr als 6 Jahre


20525_nn_90_34b97903feca92c40ec2af5ef5d972462de3731d

Uwe Busch  sagt: "Der Hmmelsreiter"

Man wird von diesem Bild eingefangen, einfach toll.

Geschrieben: vor mehr als 6 Jahre


20435_nn_506_a31d182ca9d8fd4a082ce3fea44660f7ee346878

Wollie  sagt:

Okay, jetzt mal was musikalisches: klick mal auf "Youtube" und suche nach Tuxedomoon: "In a Manner of Speaking"! Eine ganz andere und auch schöne Version davon gibt's von "Nouvelle Vague"! Damit liessen sich viele Deiner Fotos untermalen ;-) Liebe Grüße, Dein Titelgeber ;-)

Geschrieben: vor mehr als 6 Jahre


20460_nn_80_44827ee900b8e3f5ccf909b36329f211ad8390ed

Karina Kuzmienko  sagt: ";-)"

Tuxedomoon kenne ich zwar nicht, aber Eisen in Watte klingt ziemlich gut, Wollie - mein Titelgeber ; ))

Geschrieben: vor mehr als 6 Jahre


20435_nn_506_a31d182ca9d8fd4a082ce3fea44660f7ee346878

Wollie  sagt:

Eisen in Watte - wie aus einem alten Video von Tuxedomoon ;-)

Geschrieben: vor mehr als 6 Jahre


20460_nn_80_44827ee900b8e3f5ccf909b36329f211ad8390ed

Karina Kuzmienko  sagt: "Oh : )"

Ich danke Dir liebe Christa : ) liebe Grüße

Geschrieben: vor mehr als 6 Jahre


19853_nn_532_8df178b75ac03a8523c845cf7b4863dbfcdab755

Christa Thekla Schmitz  sagt:

Ich schließe mich an: ein Hingucker, man bleibt auf dem Foto kleben! Will heißen: irgendwie mystisch, regt die Fantasie total an, tolle Bearbeitung.

Geschrieben: vor mehr als 6 Jahre


20460_nn_80_44827ee900b8e3f5ccf909b36329f211ad8390ed

Karina Kuzmienko  sagt:

Danke schön Richy : )Lg

Geschrieben: vor mehr als 6 Jahre


19638_nn_257_10bc27f4057fdc798a3186f0dd7f04a92fc14ff4

Richard Fiala  sagt: "ja,"

sehr gut! feine bearbeitung. lg richy

Geschrieben: vor mehr als 6 Jahre