Der Gürzenich, Gürzenichstr., 50667 Köln - Altstadt-Nord (1827)

Ansichten öffentlicher Plätze von 1827 : Der Gürzenich

Gürzenichstr. (50667 Altstadt-Nord)

Um für die 1915 errichtete Hängebrücke eine angemessene Brückenzufahrt zu schaffen, riss man an der Südseite des Gürzenichs eine Häuserzeile ein. Somit war die Gürzenichstraße geschaffen. 

Der Gürzenich wurde als zweigeschossiger Bau zwischen 1441-1447 errichtet und sollte als "Rathes Tantzhaus" dienen. Seinen Namen erhielt der Bau von seinen einstigen Grundstückbesitzern, dem Landadelsgeschlecht der Herren von Gürzenich. Mit dem Gürzenich verfügte die Stadt über ein Tanzhaus, dass für Empfänge der Zeit angemessen war. Bald ließen sich hohe Würdenträger wie die Kaiser Friedrich III., Karl V. oder Maximilian I. als Gäste verzeichnen. Und auch im weiteren Lauf der Geschichte mangelte es nicht an Prominenz. Queen Victoria von England, Johannes Schoppenhauer, Guiseppe Verdi, Friedrich Nitzche und Karl Marx sind nur einige der Namen, die hier zu nennen wären.

Neben Tanz und Kulturveranstaltungen diente der Bau auch als politischer Versammlungsort verschiedenster Gruppen. Der heutige Gürzenich ist ein Neubau, da der ursprüngliche Bau im Zweiten Weltkrieg zerstört worden war.

Die Gürzenichstraße, die ja als Brückenauffahrt geplant war hat diese Bestimmung indes nicht ausgeführt. Sie erfolgt von der Pipin- und Augustinerstraße aus über den Heumarkt.


Sammlung von Ansichten öffentlicher Plätze, merkwürdiger Gebäude und Denkmäler in Cöln. Diese 25 Lithographien wurden 1827 vom Kölner Städtebaumeister Johann Peter Weyer beauftragt und von Anton Wünsch gefertigt. Lt. Koelhoffscher Chronik wurde 1447 der Bau, die gute Stube von Köln, fertig gestellt. Namensgeber ist das Dürener Landadelsgeschlecht von Gürzenich. Das Haus diente prächtigen Empfängen, so auch mit Kaiser Friedrich III 1474 und 1486. Kaiser Maximilian hielt hier 1505 den Reichstag ab. In späteren Jahren wurde das Gebäude auch als Kaufhaus und von 1875 bis 1922 als Börse genutzt. Um- und Anbauten erfolgten ab 1857 durch den bekannten Stadtbaumeister Julius Raschdorff. Siehe auch Stadttheater Nachr.Litho von Wünsch nach Weyer

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