"Dat ess ävver ärg eng!", Ehrenstr., 50672 Köln - Altstadt-Nord (2001)
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Wolfgang Becker Wolfgang Becker
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Album: Baulücken

Baulücken : "Dat ess ävver ärg eng!"

Ehrenstr. (50672 Altstadt-Nord)

Es ist nicht ganz klar, worauf sich der Name dieser Straße bezieht. Einerseits wird vermutet er verweise sich auf ein römisches Ehrentor, welches einst dort gestanden haben könnte. Andererseits lebte hier im Mittelalter eine Familie "zur Ähren", von der möglicherweise die Ehrenstraße später abgeleitetet wurde. Aus der Ehrenstraße strömte später auch demokratischer Geist in die Stadt. Dies äußerte sich - wie sollte es auch anders sein - im Karneval. 1842 gründete sich die "Allgemeine Karnevalsgesellschaft", die sich breiteren Schichten öffnen wollte, als die bisher schon existierende "Große Karnevalsgesellschaft". 1845 organisierte man gar einen Rosenmontagzug, der noch vor dem offiziell organisierten Zug den Neumarkt in Beschlag nahm.

Bei einem Bummel über die Ehrenstraße lassen sich viele kleine Läden und diverse Cafès entdecken. Die Straße endet am Hohenzollernring.


Die Fotos in diesem Album stammen von Herrn Wolfgang Becker. Er hat ab dem Jahr 1991 in zahlreichen Aufnahmen Baulücken oder Gebäude bevor sie abgerissen wurden, im Bereich der Innenstadt vor allem zwischen der Severinstraße und dem Rheinauhafen dokumentiert. Die meisten diesr Baulücken sind in der Zwischenzeit bebaut worden. In einer weiteren Serie von Fotos aus dem Jahre 2002 hat er den Zustand der alten Schuppen und Lagergebäude im Rheinauhafen fotografisch festgehalten. Diese Aufnahmen sind insofern ein wichtiges Zeitdokument, da unmittelbar nach den Aufnahmen die meisten dieser Bauten abgerissen wurden bzw. der Abriss schon begonnen war. Hintergedanke dabei war die Feststellung, dass Neubauten meistens 100 Jahre zu sehen sind, aber die verschwundenen Bauten schon nach einigen Monaten aus der Erinnerung und dem Gedächtnis verschwunden sind. Diese Erinnerung sollte dokumentiert werden. Die heruntergekommenen Hafenanlagen waren teilweise schon Jahre vorher nicht mehr genutzt worden. An ihrer Stelle wurden bis etwa zum Jahre 2009 schicke und entsprechend teure Wohn- und Bürogebäude errichtet u.a. die drei Kranhäuser. Beim Bau dieser Anlagen wurde seitens der Stadt Köln versäumt, neben Luxusbauten auch solche mit bezahlbarem Wohnraum zu schaffen, um auch normalverdienenden Bevölkerungsschichten Zugang zu Wohnraum in dieser attraktiven Lage zu ermöglichen.

Auch hier eine sehr schmale Baulücke. Auf solch schmalen Grundstücken standen früher Häuser, in deren Erdgeschoss sich ein Ladenlokal befand. Die Eigentümer wohnten über ihrem Laden, ihre Wohnungen waren nur durch das Ladenlokal und über ein Treppenhaus hinter dem Laden zu erreichen.

Weitere Fotos aus dem Album "Baulücken"