Alter Markt 59-61, 50667 Köln - Altstadt-Nord (1939)
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Alter Markt 59-61 (50667 Altstadt-Nord)

Der 5460 m² große Alter Markt entstand um 1000 n. Ch. durch Teilung des damaligen Marktplatzes als Hauptplatz in Köln in den Heumarkt und den Alter Markt. Hier herrschte buntes Markttreiben, Turnierspiele wurden aufgeführt. Im 18. Jahrhundert wurde der Platz auch als "cölnischer Markusplatz" bezeichnet, muss also schon zu dieser Zeit ein sehenswerter Ort gewesen sein.

Hier stand jedoch auch der Kölner Pranger und im Drillhäuschen wurde Strafvollzug ausgeübt. Schon im Mittelalter berühmt waren die "Maatwiever", die Marktfrauen, die hier Obst, Gemüse, Fleisch etc. verkauften. Zur Römerzeit lag der Alter Markt vor der Stadtmauer, der römische Hafen grenzte daran. Nach der Römerzeit versandete der Hafen und wurde später zum Gelände der heutigen östlichen Randbebauung des Platzes.

Im 2. Weltkrieg wurden Platz und angrenzende Häuser fast vollständig zerstört. Die vermeintlich alten Fassaden der Häuser sind alle neu erbaut. Bis in die 80er Jahre fuhren Autos und Busse über den Platz, ein großer Parkplatz war vorhanden.

Den Westteil des Alter Markt beherrscht heute das Rathaus mit Rathausturm. In der Platzmitte befindet sich das 1884 errichtete Reiterstandbild mit Brunnen für Jan-von-Werth, wird jedoch seit Jahren eingeengt durch den U-Bahnbau unter dem Platz. Vielfältige Gastronomie, im Sommer auch draussen, lädt Touristen wie Einheimische zum Besuch ein.

In der Regenrinne des Hauses Alter Markt 24 ist der "Kallendresser" zu sehen, eine kleine Bronzefigur, die seinen Betrachten den Hintern zeigt. Die Figur wurde vom Kölner Künstler Ewald Matare gestaltet. Es bleibt fraglich, ob die Figur Zeichen des bürgerlichen Hohns und Zorns auf den gegenüber dem tagenden Rat der Stadt war oder ein Symbol für frühere Zeiten, wo einfach die Regenrinne (Kalle) nächtens genutzt wurde, wenn der Weg zur Toilette im Hof zu lang war.

Am Alter Markt wird jährlich am 11. November die Karnevalsession offiziell und  Weiberfastnacht der Straßenkarneval mit zehntausenden Jecken eröffnet.


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Ulrich Hermanns  sagt:

In Ergänzung des vorliegenden Fotos zeigt das Foto # 38088 die Situation an der Ecke Kleine Budengasse/Unter Taschenmacher/Bürgerstraße aus der Richtung "vum Sion uss!" Das Brauhaus Sion muss man sich rechts vom rechten Bildrand vorstellen, was aber Liebhaberinnen und Liebhabern eines süffigen Kölsch vom Fass nicht schwerfallen dürfte.

Geschrieben: vor 2 Monaten


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Michael Engel  sagt:

Das sehr schmale Gässchen rechts ist die "Kleine Budengasse" nach Westen in Richtung Unter Goldschmied. An der Kreuzung links geht es über die Bürgerstraße hoch zum Rathaus (311515). Die Straßenbahngleise kommen von rechts "Unter Taschenmacher" und biegen in den Alter Markt ein. Von der Topografie blieb nicht ein Ziegel übrig.

Geschrieben: vor 2 Monaten