alte Häuser im Martinsviertel, Eisenmarkt, 50667 Köln - Altstadt-Nord (1938)
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alte Häuser im Martinsviertel

Eisenmarkt (50667 Altstadt-Nord)

 

Der Eisenmarkt liegt etwas versteckt innerhalb des Blocks Auf dem Rothenberg, Markmannsgasse, Heumarkt und Salzgasse. Er ist teilweise nur durch enge Durchgänge oder Torbögen zu erreichen.

Auch wenn er in der Altstadt liegt, ist der Eisenmarkt kaum älter als 70 Jahre. Als in den 30er Jahren das Viertel im Schatten von Groß St. Martin saniert wurde, wurde der größte Teil der alten zum Teil noch mittelalterlichen Bausubstanz abgerissen und durch historisch anmutende Neubauten ersetzt. In den Planungen für die Umgestaltung Kölns nach nationalsozialistischen Vorstellungen mit breiten Aufmarschstraßen und klotzigen Gaupalästen war der Altstadt eine Art historisierende Inselfunktion zugedacht, in der das "deutsche Mittelalter", wenn auch in sanierter Form erhalten bzw. sichtbar gemacht werden sollte.

Man bemühte sich außerdem, allzu enge Hinterhöfe und andere verwinkelte, ungesunde Situationen verschwinden zu lassen. Bei dieser Sanierungsmaßname entstand ein Platz, dem man den Namen Eisenmarkt gab.

Bekannt ist der Eisenmarkt für das Puppenspieltheater, "et Kölsch Hännesje", das, wohl auch einzig , neben der Oper und dem Schauspiel ein Teil der Bühnen der Stadt Köln ist. Damit dürfte Köln die einzige Stadt sein, in der Puppenspieler im weitesten Sinne Teil des Personals der Verwaltung sind.

Auf dem Eisenmarkt hat auch ein Denkmal für Willy Millowitsch seinen Platz gefunden, natürlich nicht als große Figur auf einem Postament, sondern gemütlich auf einer Bank sitzend und zum Verweilen einladend. Der "kölsche Willy" erhielt sein Denkmal verdientermaßen schon zu Lebzeiten und auch der Platz ist gut gewählt: Willys Vorfahren, die "Milovic", hatten zunächst ein Puppenspieltheather, bevor sein Großvater auf die Sprechbühne wechselte.


Die Substanz der meisten Häuser im Martinsviertel galt schon in den 20er Jahren als ziemlich heruntergekommen und nicht sanierungswürdig. Der gesamte Bereich litt unter teils unhaltbaren, ungesunden Wohnverhältnissen. Endde der 30er Jahre wurde der Bereich nach den damaligen Vorstellungen saniert. Nach dem Abriss wurden Häuser in historisierend anmutender Weise neu gebaut. Teilweise wurden zwei oder mehr nebeneinanderliegende schmale Grundstücke mit einem Haus überbaut, das z. mit mehreren Giebeln die alte engbrüstige Bauweise vortäuschte.

Das Foto zeigt den Zustand vor der Sanierung.

Nach dem Kriege wurde das totoal zertsörte Quartier in ähnlicher Weise wiederaufgebaut. Somit ist der bauliche Zusatnd des heute "Altstadt" genannten Bereichs das Ergebnis von Maßnahmen der 30er und 50er Jahre.

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