Aan d´r Ühlepooz, Ulrepforte, Köln (2009)
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Album: Altstadt Süd aus der Luft

Aan d´r Ühlepooz - Altstadt Süd aus der Luft

Ulrepforte

Die Ulrepforte liegt zwischen Ulrichgasse, Kartäuserwall, Vorgebirgstr. und Sachsenring.

Sie wurde im frühen 13. Jahrhundert als Teil der mittelalterlichen Stadtmauer von Köln errichtet. Die erste urkundliche Erwähnung datiert auf 1245. Die Ulrepforte ist mit starken baulichen Veränderungen erhalten. Sie war mit vier Metern Weite das kleinste der landseitigen Stadttore. Da sich feldseitig keine Landstraße anschloss, wird das Tor vermutlich keine Bedeutung für den Verkehr gehabt haben.

Der Name geht auf die hier im Mittelalter tätigen „Ulner“ (auch Üler, Euler = Töpfer) zurück, die ihr Handwerk wegen der Brandgefahr in unbewohnteren Stadtteilen ausüben mussten. Dieser Bereich war bis Anfang des 19. Jahrhunderts gärtnerisch oder bäuerlich genutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg pachteten die "Kölsche Funke rut-wieß vun 1823 e.V." die Ulrepforte. Seit dieser Zeit wird sie von den Roten Funken und mit Hilfe des "Verein der Freunde und Förderer der Ühlepooz 'Fritz Everhan-Stiftung' e.V." restauriert und instand gehalten.

Herausragendes historisches Ereignis ist die Schlacht an der Ulrepforte in der Nacht auf den 15. Oktober 1268. Unter der Führung Herzog Adolfs V. von Limburg und dem Grafen Dietrich VII. von Kleve drangen 5000 Mann durch einen unter der Mauer führenden Tunnel in die Stadt ein. Sie kamen dem Kölner Erzbischof Engelbert II. von Falkenburg zu Hilfe, der mit den Kölner Bürgern in Fehde lag. Der Plan wurde denunziert, und die alarmierten Kölner Bürger setzten sich unter Führung von Matthias Overstolz heftig und schließlich erfolgreich zur Wehr. Diese Überwindung der Kölner Stadtmauer sollte einmalig bleiben.

Ein Denkmalrelief aus dem Jahre 1360 erinnert an dieses Ereignis. Es ist Kölns, möglicherweise sogar Deutschlands ältestes Denkmal zur Erinnerung an ein historisches Ereignis. Das Original befindet sich seit 1983 im kölnischen Stadtmuseum, eine Kopie ist feldseitig neben dem nördlichen Turm angebracht.

Lesen Sie hier den Beitrag zur Ulrepforte von Ulrich Hermanns.


Die Ulrepforte (auf Kölsch: Ühlepooz) hat ihren Namen nicht etwa vom Vornamen Ulrich, sondern von den hier im Mittelalter ansässigen Töpfern, die nach der alten Bezeichnung für Ton, "Uhl" oder "Ohl", als "Ulner" bezeichnet wurden. Die Gegend war im Mittelalter so wenig besiedelt, dass die Töpfer, deren Werkstätten eine ständige Brandgefahr darstellten, hier günstige Flächen für ihre Arbeit fanden. Die geringe Besiedlung der Gegend führte dazu, dass die ursprüngliche Torburg im Laufe der Jahre zu einem Tor für Fußgänger verkleinert wurde.

Unmittelbar neben dem mittelalterlichen Bauwerk treffen der Sachsenring und der Abschluss der Nord-Süd- Fahrt (hier:Ulrichgasse) aufeinander, die sich westlich des Rings in der Vorgebirgstr. fortsetzt. Unmittelbar hinter dem Ring erhebt sich der neugotische Bau der Pauluskirche an den sich hinter der Volksgartenstr. der Volksgarten anschließt.

Die Gegend um den Sachsenring war in den Planungen der Neustadt durch den Stadtbaumeister Hermann-Josef Stübben(1845-1936) als höchstklassige Wohngegend vorgesehen. Vor Allem zwischen Ring und Volksgarten enstanden zahlreiche freistehende Villen auf großen Grundstücken. Diese sind heute entlang des Rings und auch zum großen Teil in den Nebenstraßen durch Bürobauten ersetzt.

Weitere Fotos aus dem Album "Altstadt Süd aus der Luft"