Bismarckdenkmal auf dem Augustinerplatz, Augustinerstr., 50667 Köln - Altstadt-Nord (1900)
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Ulrich Hermanns Ulrich Hermanns
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Bismarckdenkmal auf dem Augustinerplatz

Augustinerstr. (50667 Altstadt-Nord)


Dieses Bismarck-Denkmal war das erste im Deutschen Reich. Entworfen wurde es vom Bildhauer Fritz Schaper (1841-1919). Gestiftet von protestantischen Bürgern(von Andreae, von Diergardt) wurde es im katholischen Köln als Provokation angesehen. Zur Zeit der Errichtung des Denkmals befand sich das katholische Rheinland im sog. "Kulturkampf" mit der von Bismarck geführten  Regierung in Berlin. Noch bei der Enthüllung im Jahre 1879 soll es zu Protesten gekommen sein.

Beim "Kulturkampf" handelte es sich um Auseinandersetzungen preussisch/deutschen Regierung mit der katholischen Kirche. Während Preussen und das östliche Deutschland eher protestantisch geprägt waren, war in den Rheinlanden und so auch in Köln der Katholizismus der vorherrschende Glaube der Mehrheit. Die preussische Regierung versuchte, nachdem die Rheinlande 1815 zu Preussen gekommen waren, den politischen Einfluss der katholischen Kirche, die man als von Rom gelenkt ansah, zurückzudrängen. Im Zuge dieser Auseinandersetzungen erließ die Regierung in Berlin verschiedene Gesetze, die eindeutig gegen das Wirken der katholischen Kirche gerichtet waren

  • Primat der Zivilehe
  • Kanzelparagraph
  • Verbot der Jesuiten in Preussen
  • Abschaffung der kirchlichen Schulaufsicht
  • Streichung staatlicher Zuwendungen an die Kirche

Im Zuge dieser Auseinandersetzungen wurden auch Kölner Erzbischöfe verhaftet bzw. mussten außer Landes gehen und waren so an der Amtsführung gehindert. (Clemens August Droste zu Vischering, Paul Melchers)

Heute scheint es undenkbar, dass ein Denkmal für einen noch lebenden, zumal einen noch Regierenden errichtet würde. Die damalige Zeit war jedoch so "denkmalversessen", dass neben Bismarck auch regierende Potentaten und Fürsten gerne in Bronze oder Stein auf hohe Sockel gestellt wurden. Wahrscheinlich waren sie dann auch noch bei der Einweihung anwesend und ließen sich feiern. Personenkult zur Gründerzeit!

Das Denkmal stand auf dem Augustinerplatz. Dieser kleine Platz ist im Zuge des Durchbruchs der Cäcilienstr. (Altstadt-Süd)vom Neumarkt zum Heumarkt verschwunden. Er befand sich in etwa an der Stelle, an der Große Sandkaul und Kasinostr. auf die Cäcilienstraße treffen. Im Rücken des "Eisernen Kanzlers" befand sich das "Civil Casino" Rechts sieht man die kleinen Türmchen von St. Maria im Kapitol.

Das Denkmal verschwand in den Wirren des Kriegsendes 1945

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