Innenstadt und Deutz im Überblick, Blaubach, 50676 Köln - Altstadt-Süd (2010)
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Album: Altstadt Süd aus der Luft

Innenstadt und Deutz im Überblick - Altstadt Süd aus der Luft

Blaubach (50676 Altstadt-Süd)

Unter dem Blaubach verläuft der Duffesbach, an dem die Blaufärber früher ihrer Arbeit nachgingen. Sie stellten blaues Leinen her, welches weit über Köln hinaus zur Herstellung von Arbeitskleidung diente. Der dafür nötige Farbstoff "Waid" wurde übrigens am nahen Waidmarkt gehandelt. Nördlich des Blaubachs findet man noch gut erhaltene Reste der alten Stadtmauer.

Am Blaubach 4 wurde im Haus Weinsberg Wilhelm Joest geboren, der mit seinem Schwager Eugen von Rautenstrauch Stifter des nach ihnen benannten Rautenstrauch-Joest-Museums für Völkerkunde wurde. Der Museumsstifter (Wallraf-Richartz-Museum) Johann Heinrich Richartz lebte ab 1835 im Blaubach 45/49. Während der Nazizeit befand sich im Blaubach 1 die Gauleitung der "Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt".

Heute ist der Blaubach eine mehrspurige Straße und verläuft als Verlängerung des Rothgerberbachs nach Osten zum Waidmarkt. Das Finanzamt Köln-Mitte und das Justizvollzugsamt Rheinland sind am Blaubach beheimatet.


Dieses Foto gibt einen Überblick über einen großen Teil der Altstadt innerhalb der Ringe, den Rhein und Deutz sowie am oberen (nördlichen Bildrand bis hin nach Mülheim. Von links unten bis in die Mitte erkennt man den gewundenen Weg der "Bäche", des Straßenzuges, der dem Verlauf des ehemals hier offen fließenden Baches an der Südseite der Römerstadt folgt. Die Namen der "Bäche" geben Auskunft über die Gewerbe, die sich einst hier in der Nähe des Wassers angesiedelt hatten.

Für die Verarbeitung des Leders waren die Gerber verantwortlich (Rothgerberbach), weiter östlich saßen die Blaufärber (Blaubach), die ihre Färbematerial, den Waid, auf dem nahegelegenen Waidmarkt bezogen. Der Straßenzug setzt sich nach Osten fort mit dem Mühlenbach und dem Filzengraben, wo man genauso auf das Wasser des Bachs angewiesen waren, wie die Müller des Bierrohstoffes Malz An der Malzmühle.

Aber auch an dem am unteren Bildrand verlaufenden Perlengraben war ein Gewerbe ansässig, das auf viel Wasser angewiesen war: die "Peller", in Köln auch "Fellplöcker" genannt, ein anrüchiges Gewerbe, das von den (wahrscheinlich abscheulich stinkenden) Rohfellen die Fett- und Fleischreste entfernte.

Weitere Fotos aus dem Album "Altstadt Süd aus der Luft"