Skulpturenpark Schlosspark Stammheim, Stammheimer Hauptstr., 51061 Köln - Stammheim (2009)

Skulpturenpark Schlosspark Stammheim : Skulpturenpark Schlosspark Stammheim

Stammheimer Hauptstr. (51061 Stammheim)


Blick in den Park mit der Skulptur "ohne Titel" von Ulrich Kuhlmann

Weitere Fotos aus dem Album "Skulpturenpark Schlosspark Stammheim"


Schlosspark Köln-Stammheim

Kunstraum und Parkjuwel im rechtsrheinischen Köln

Mit den Augen wandern

Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren
Sind Schlüssel aller Kreaturen,
Wenn die, so singen oder küssen,
Mehr als die Tiefgelehrten wissen,
Wenn sich die Welt ins freie Leben
Und in die Welt wird zurückbegeben,
Wenn dann sich wieder Licht und Schatten
Zu echter Klarheit werden gatten
Und man in Märchen und Geschichten
Erkennt die wahren Weltgeschichten,
Dann fliegt vor einem geheimen Wort
Das ganze verkehrte Wesen fort.

(aus: Heinrich von Ofterdingen)

 

Inmitten einer Parkidylle verwirklicht die Initiative KRR (Kultur Raum Rechtsrhein) ein ungewöhnliches und innovatives Ausstellungskonzept.

Was mit viel Engagement und Geschick aus einer Künstlerinitiative wird, zeigt der Schlosspark Stammheim mit seiner mittlerweile achten Präsentation von Skulpturen und Installationen. 

Der rote Faden der diesjährigen Ausstellungsstaffel ist durch Kunstwerke internationaler Künstler bestimmt, die den Dialog zwischen Form und Struktur, Park und Rhein gesucht haben.

Hier im historischen Schlosspark Köln-Stammheim, dessen Anlage in den Ursprüngen aus dem 17. Jahrhundert stammt, werden zwanzig facettenreiche neue Werke zusätzlich zu den vorhanden 28 Werken gezeigt werden.

Die besondere Präsentation der Sammlung, ohne die Vorgabe von didaktischen Anmerkungen, lässt dem  individuellen Erleben jedes Einzelnen Raum und greift dem nie vor. Die Gedankenwelt von labyrinthischen und mystischen Bezügen wird mit witzigen Frechheiten und mathematischer Strenge in Dialog treten.

Der Besucher blickt in das Grün des Parks und entdeckt im Wechsel von Nah- und Fernsicht Querverbindungen und wechselseitige Beziehungen, die an alte Themen der Kunstgeschichte erinnern.

Der Baum hat Ohren und das Feld Augen, die Natur wird ambivalent wahrgenommen als Ort des Phantastischen und als Ort der Erkenntnis. Soweit einzelne Werke den Bogen spannen von der realistischen Kopie eines Besuchers in einer Holzskulptur, bis zu abstrakten Zauberspielen und einem weisen Mops, der den Lauf dem Lauf der Welt entrückt zusieht, so wiederholen dies auch die Protagonisten des Schlossparks –  die zum Teil über hundertjährigen Bäume. 
Inspiriert durch das Ambiente und die Giganten des außergewöhnlichen Baumbestandes werden elementare Erfahrungen mit spontaner Sehlust verbunden.
Strukturen korrespondieren mit Oberflächen, das gelungene Proportionsspiel einzelner Werke sollen den Besucher  in das sinnliche Reich der Sehlust entführen.

Dieser idyllische Platz ist Zeitzeuge vergangener Ereignisse und märchenhafte Bühne auch für elementare Themen wie: Vergänglichkeit, Zeit, Erde, energiereiche  Natur
Kolosse aus tonnenschwerem Stahl sowie auch jeder Besucher nehmen diesen Dialog auf und verabschieden sich ein Stück aus der Realität, spontan „versehen“ Sie sich in den Glanz und das Schattenspiel einer Figur oder lauschen vermeintlichen Sprachzeichen.  

Ganz neue Impulse bezieht jeder von sechs bis sechsundachtzig aus den Klangskulpturen, die Formen quasi hörbar machen.  Verwandlung, Spiel und Spaß bilden den zweiten roten Faden des Parks.

Ein Garant für einen perfekten Tag voller anregender Neuheiten.    

Für den KRR

Ute Kaldune