Wohn- und Geschäftshaus

Balthasarstr. 61, 50670 Köln - Neustadt-Nord
Errichtet: um 1895


Eckhaus zur Neusser Str.

  • vier Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß
  • fünf Achsen zur Balthasarstraße mit 3-geschossigem und 2-achsigem Erker (verändert)
  • zwei Achsen zur Neusser Straße
  • ein-achsige Eckabschrägung mit zweigeschossigem Erker
  • Putzfassade mit Fugenschnitt und gotisierenden Stuckelementen.

 

Außen:

  • breiter Spiegel zwischen Erdgeschoß (verändert) und erstem
  • Fenstergewände im ersten Obergeschoss  gestelzt und profiliert, mit Segmentverdachungen und Schlußsteinen
  • zweites Obergeschoss mit Sohlbankgesims, Fenstergewände wie erstes Obergeschoss
  • Verdachungen korbbogig
  • Schlußsteine wie erstes Obergeschoss
  • Eckerkerbrüstung durch stilisiertes Blattwerk betont
  • Fenster im dritten Obergeschoss mit Sohlbänken, profilierten Gewänden und angedeuteten Giebelverdachungen mit Dreipässen im Giebelfeld
  • Fenster in Eckabschrägung schulterbogig verdacht, von Dreipaß in Erkerbreite überfangen
  • Austritt auf flachem Erkerdach als Balkon
  • Brüstung durch Maßwerk akzentuiert
  •  Treppengiebel als oberer Abschluß der Eckabschrägung mit unprofiliertem Fenster
  •  umlaufender Dreipaßfries unterhalb des Traufgesimses, durch Erker unterbrochen
  • Fensterflügel erneuert
  • Fenstergewände des 3-geschossigen Erkers unprofiliert und ohne Verdachung
  • Dachzone verändert:
  • zwei-geschossige Erschließung
  •  drei originale Schleppgauben - 1 zur Balthasarstraße, 2 zur Neusser Straße
  • Rückseite roter Backstein

 

Inneres

  • Treppenhausboden mit Fliesen in Schachbrettmuster (schwarz/rot und schwarz/weiß)
  • Treppe bis ersten Obergeschoss mit Terrazzostufen
  • Geländer mit horizontalen und vertikalen Metallstäben, letztere jeweils zu Paaren zusammengefaßt
  • profilierter Holzhandlauf
  • ab erstem Obergeschoss Holzstufen
  • gedrechselte Geländerstäbe
  • profilierter Holzhandlauf
  • Dielenpodeste
  • profilierte Sockelleisten
  • Wohnungstür mit Rahmung nur im zweiten Obergeschoss
  • im ersten Obergeschoss lediglich Rahmung original

 

in den Wohnungen nur noch teilweise Deckenkehlung mit Kehlgesims und Stuckrosette.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die vom Stadtbaumeister Hermann Josef Stübben (1845-1936) geplante und 1880 begonnene Kölner Neustadt stellt die bedeutendste Stadterweiterung des späten 19. Jahrhunderts im Deutschen Reich dar. Sie kennzeichnet sich einerseits durch einen regelhaften Grundriß mit vier- bis  fünfgeschossiger Bauweise, andererseits durch verschiedenartige, in sich homogene Wohnviertel.

Die Bebauung der nördlichen Neustadt im Bereich der Neusser Straße und der Riehler Straße, des sogenannten "Gerichtsviertels", ist durch eine höheren Ansprüchen gerecht werdende Architektur gekennzeichnet. Das Viertel erhielt seinen Namen durch das repräsentative Gerichtsgebäude am Reichenspergerplatz.

Das Haus Balthasarstr. 61 ist durch seine Ecklage ein unverzichtbarer Bestandteil des denkmalwerten Gebäudeensembles entlang der Neusser Straße zwischen Balthasar- und Weißenburgstraße. Mit seinen neugotischen Stilelementen nimmt es ferner deutlich Bezug zur benachbarten Kirche St. Agnes (erbaut 1896 - 1903) auf.

Referenz: 2137


Das Denkmal hat die Nummer 953 und ist seit dem 21. Januar 1982 geschützt.

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