Klostergebäude St. Maria vom Frieden/ Kirche St. Maria vom Frieden

Vor den Siebenburgen 6-10, 50676 Köln - Altstadt-Süd weitere ...
Errichtet: 17./18. Jahrhundert


Kloster Maria vom Frieden der Karmeliterinnen

Zwei, die Westseite der Kirche St. Maria vom Frieden flankierende, giebelständige Gebäude, die so vorgezogen sind, daß sie zur Straße gemeinsam mit der Giebelfassade der Kirche einen durch ein Gitter abgeschlossenen Vorhof bilden (ehemals Küster- und Organistenwohnung, heute Gästehaus und sogenanntes Gebäude im Pfortenbereich).

Linker Teil (Gästehaus):

  • zwei Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß mit Gauben
  • Satteldach
  • Putzfassaden mit Werksteingliederungen
  • Fenster (teilweise Kreuzstockfenster) weitgehend in Anlehnung an den ursprünglichen Zustand erneuert,
  • Eingangstüre verändert.
  • Im Inneren originaler Gewölbekeller erhalten, sonst Inneres weitgehend verändert.

 

Rechter Teil (Pfortenbereich)

  • zwei Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß mit Gauben
  • Satteldach
  • Putzfassaden mit Werksteingliederungen
  • Fenster weitgehend in Anlehnung an den ursprünglichen Zustand erneuert
  • Eingangstüre verändert
  • Hier rechts anschließender, niedrigerer Gebäudeteil mit Pultdach, Portal (Werkstein) mit darüber angebrachter Marienfigur und originaler Eingangstüre
  • Fenster verändert
  • Inneres weitgehend verändert

 

Einfriedung des Vorhofs mit original auf Werksteinsockel angebrachtem, schmiedeeisernen Gitter (von Lilien bekröntes Stabwerk) und darin eingelassenem Tor.

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die 1637 aus Belgien nach Köln gekommenen Karmelitinnen begannen 1643 auf dem Martinsfeld mit dem Neubau von Kirche und Kloster. Während der Kirchenbau aus Geldmangel zeitweilig ins Stocken kam und erst 1716 ganz vollendet werden konnte, wurde das Kloster bereits 1649 fertiggestellt.

Nach der Auflösung des Stifts wurde St. Maria vom Frieden 1803 Pfarrkirche. In diesem Zusammenhang erfolgten Erweiterungen durch den Anbau von Seitenschiffen (1819) und die Errichtung eines größeren, nördlichen Querhausflügels mit Neo-Renaissance-Giebel (1882). 1906 schließlich wurden die auf der Südseite der Kirche gelegenen Klosterbauten nahezu ganz abgerissen und durch Gebäude anderer Bestimmung ersetzt. Erst als die Kirche 1949 wieder dem Kölner Karmel übergeben wurde, erfolgte auf den Trümmern - vor allem durch den Architekten: Emil Steffann (1899-1968) - ein an der ursprünglichen Klosteranlage orientierter Wiederaufbau.

Aus der Erbauungszeit des alten Klosters haben sich im wesentlichen nur die beiden, die Westfassade der Kirche flankierenden Gebäude erhalten, die zur Zeit als St. Maria vom Frieden eine Pfarrkirche war, als Küster- und Organistenwohnung dienten. Beides sind schlichte Gebäude mit durch Werksteinelemente gegliederten Putzfassaden und Satteldächern, wobei das aufwendiger gestaltete Eingangsportal mit der Marienfigur in dem rechts anschließenden, niedrigeren Teil besonders ins Auge fällt, rahmen sie doch gleichsam die zehn Meter von der Straßenflucht zurückliegende Kirchenfassade im Stil des belgischen Barock. Dabei bilden sie einen Vorhof, der zur Straße hin durch ein schmiedeeisernes Gitter, ein von Lilien bekröntes Stabwerk, begrenzt wird.

Die o.g. Gebäude, die in direktem baulichen und historischen Kontext zur Kirche St. Maria vom Frieden (früher: St. Maria in der Schnurgasse) stehen, werden somit zu unverzichtbaren Dokumenten. Sie bewahren das ursprüngliche Erscheinungsbild der einst in der Nähe der mittelalterlichen Stadtumwallung und in Sichtweite zur Kartause erbauten, barocken Kirchen- und Klosteranlage. Die gesamte Bautengruppe dominiert noch heute den Straßenzug Vor den Siebenburgen sowie die Schnurgasse.

Referenz: 9132


Das Denkmal hat die Nummer 948 und ist seit dem 18. Januar 1982 geschützt.

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