Wohnhaus

Am Morsdorfer Hof 26a, 50933 Köln - Braunsfeld

errichtet 1929

Architekt Dr. Jakob Dondorff (1881-?)

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Das Haus ist bedeutend für die Menschen in Köln-Braunsfeld, weil es ein wesentlicher Bestandteil der Erstbebauung dieses Stadtteils ist. Der südlich von Ehrenfeld gelegene, westliche Vorort wurde erst im 19. Jahrhundert durch die Ziegelei eines Herrn Braun gegründet, um die bald Wohnbauten entstanden. Der zwischen dem Industriegebiet Ehrenfelds und dem Stadtwald gelegene Ortsteil umfaßt im nördlichen Bereich Mietstockwerkbauten, während zum Stadtpark hin anspruchsvollere Wohnbebauung vorherrschend ist. Als Hauptverkehrsschneise durchschneidet die Aachener Straße den Ortsteil in westlicher Richtung. Die nahe dem Stadtwald gelegne Villenstraße "Am Morsdorfer Hof" ist eine erst nach dem Ersten Weltkrieg erschlossene Wohnstraße für Privathäuser vermögender Kölner Bürger nahe der Innenstadt.

Die um 1929 vom Architekten Dr. Jakob Dondorff (1881-?) errichtete, dreigeschossige Villa besitzt eine Backsteinfassade im Bauhausstil. Die Straßenaussicht ist axial konzipiert, wobei der feingliederige Balkon im ersten Obergeschoß die Mittelachse fixiert.

Die originalen, in der Fläche liegenden Sprossenfenster sind weitestgehend an die Außenseiten der Fassaden geschoben worden, was den gleichmäßigen Ansichten eine formelle Spannung verleiht. Das Flachdach mit weit vorkragendem Überstand schließt den Gebäudekubus mit einer entschiedenen Horizontalen ab, die noch von den aufstehenden, feingliederigen Balkongittern unterstrichen wird.

Das darüber liegende dritte Geschoß ist zurückgesetzt und wird von einem nochmals kräftig auskragenden Flachdach abgeschlossen. Auch hier ist das Fenster an die Ecke geschoben.

Der Eingang befindet sich seitlich unter einem auskragenden Vordach und wird in den Obergeschossen durch die runden Buntglasfenster des Treppenhauses markiert. Die Gartenfassade besitzt im Hochparterre eine breite Terrasse mit Treppe in den Garten, im Obergeschoß ist ein ausladender Balkon vorgelagert.

Der Garten weist im Zentrum ein zeitgenössisches Wasserbecken auf, in Konzeption und Baumbestand ist er aus der Zeit.

Im Inneren überrascht der Eingang mit kräftig rotschwarzem Fliesenbelag, dessen Wirkung durch die kubistische Buntverglasung des Fensters gesteigert wird. Originale Türen sowie Holztreppe mit flächiger Geländerbrüstung. Sehr originell sind die zwischen Salon und Vorderzimmer angeordnete Schiebetüre mit beschliffenen oder geätzten Glasscheiben in Art-Deko-Stil sowie die runden Deckenkreise mit indirekter Beleuchtung im vorderen Salon.

Dekorative Wandschränke, vor allem im Schlafzimmer, sind wesentliche Elemente einer Architektur, die unter internationalem Einfluß deutlich den Akzent auf die Innenausstattung legt. Ein auffallendes Beispiel ist hierfür die Gestaltung und Verfliesung des Bads im ersten Obergeschoß.

Insgesamt ist diese Villa ein überaus vollständig und original erhaltenes Dokument der frühen Moderne, wie sie aus dieser Zeit in Köln selten sind. Ihre Zuordnung in die gleichzeitige, meist konventionell konzipierte Villenbebauung von Braunsfeld macht sie auch städtebaulich unverzichtbar.

Referenz: 1741


Das Denkmal hat die Nummer 895 und ist seit dem 8. Januar 1982 geschützt.

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