Kirche St. Mariae Himmelfahrt

Marzellenstr. 30, 50668 Köln - Altstadt-Nord

Wesentliche charakteristische Merkmale des Denkmals

 

errichtet 1618-1629

Architekten Christoph Wamser (1575-1649)

    Valentin Boltz (?)

 

St. Mariae Himmelfahrt, ehem. Jesuitenkirche, 1618-29 von Christoph Wamser u. Valentin Boltz erbaut. Weihe 1678.

  • dreischiffige Emporenbasilika mit zwei flankierenden Westtürmen,
  • Hauptturm u. Sakristei beim Chor im Osten
  • Querhausarme mit zwei Nebenchören
  • zwei Seitenschiffkapellen.

 

Nach schweren Kriegszerstörungen 1962-80 von Anton Goergen und Wilhelm Schlombs wiederaufgebaut; die Netzgewölbe des Mittelschiffes u. des nördl. Querschiffs rekonstruiert. Der Wandstuck und die barocke Ausstattung wurden in eigens hierzu gegründeten Werkstätten wiederhergestellt bzw. rekonstruiert.

Fassade:

dreiStatuen:

  • Maria Immaculata, 2 Engel (Kopien 1979), Giebel
  • Löwen mit dem Stifterwappen, nach 1623 (Kopien 1973),
  • Portalbekrönung 2 Statuen: Hl. Ignatius u. Franz-Xaver, nach 1623,
  • Nischen beim Portal zwei Statuen: Hl. Aloisius u. Stanislaus,
  • aus dem Gymnasium Tricoronatum, Generalvikariat (vor der Fassade Kopien v.1979).


Ausstattung:

Fußböden:

  • Erdgeschoß: schwarze u. weiße Platten, 1651-58, erneuert 1964 u. 1971
  • Sakristei, Erdgeschoß, Fensternischen: Holzboden, 17. Jh. Sakristei, Obergeschoß (Schatzkammer):
  • Sandstein, 17. Jh. Empore: roter Ziegelboden, 1962 (Ersatz für Sandstein)
  • Sakristei, Erdgeschoß: roter Ziegelboden, 1976 (Ersatz für Sandstein)

 

Wandstuck:

  • Triumphbogen: IHS-Zeichen mit zwei Engeln, 1963 (Ersatz für Holzfiguren)
  • Arkaden der Seitenschiffe u. Orgelempore: 17 Kartuschen mit Namenszeichen bzw. marianischen Symbolen, flankiert v. Engelpaaren, 2. Viertel 17. Jh.
  • Emporenarkaden u. Fensterlaibungen: Leistenwerk u. Rosetten, 2. Viertel 17. Jh.
  • Altäre Nördl. Nebenchor: Kreuzaltar, Retabel mit Figurengruppe: Auferstehung Christi (Christus, zwei Frauen, 2 Soldaten),
  • vier stehende Heilige, zwei Engel, 1628 (V. Boltz), restauriert 1968
  • Kruzifix mit Maria u. Johannes, aus der Kirche St. Kolumba, um 1430 

 

Sonstige Ausstattung d. nördl. Nebenchores:

  • Marmorverkleidung der Sockelzone,1733
  • Gemälde: Kreuzannagelung, 17. Jh., Sockelzone
  • Gemälde: Kreuzaufrichtung, 17./18. Jh. (nach A. van Dyck),
  • Sockelzone Gemälde: Kreuzigung mit Wappen Pütz, nach 1579 (G. Gortzius),
  • Sockelzone geschnitzte Reliquiare, 17. Jh. (rekonstruiert), Reliquiarzone
  • Kapelle d. nördl. Seitenschiffs: Ignatius-Altar, Retabel mit Statuen: Hl. Ignatius, Franz Borgia,
  • Apostel Petrus u. Paulus, 1628 (V. Boltz), restauriert 1968
  • Hauptgemälde: Der hl. Ignatius vor Papst Paul III, 1628 (Werkstatt P.P. Rubens)
  • Gemälde: Der hl. Ignatius vor der hl. Dreifaltigkeit, Mitte 18. Jh. (Gereon Schumacher?), oberes Altargeschoß

 

Sonstige Ausstattung der Kapelle:

  • Gemälde: Hl. Ätherius, 17. Jh.,
  • Westwand Chor: Hochaltar: Retabel rekonstruiert 1960-81
  • Hauptgemälde: Himmelfahrt Mariae, um 1642 (J. Hülsmann), Stiftung der Familie Metternich an d. Kirche St. Aposteln
  • Gemälde: Beweinung Christi, 18. Jh., mittleres Altargeschoß, Leihgabe d. Marienhospitals Köln
  • Gemälde: Fußwaschung der Apostel, Mitte 18. Jh. (Mathias Schumacher), oberes Altargeschoß, Leihgabe d. Marienhospitals Köln
  • sechs Statuen aus d. Kirche St. Pantaleon (J. Geisselbrunn), mittleres u. unteres Altargschoß
  • 2 Statuen: Hl. Petrus u. Paulus, 17. Jh. (Schweizer Kunsthandel), unteres Altargeschoß innen
  • Engelpaar u. Wappenkartusche, 1628, mittleres Altargeschoß
  • Statuen: 2 Engel, Moses, König David, 1628, oberes Altargeschoß
  • Tabernakel d. Hochaltars: Gottvater, 1741, 2 Engel (1974 ergänzt).
  • Vorchor: Zelebrationsaltar, 1979 (Bildhauer: Elmar Hillebrand *1925)

 

Reliquiarzone des Chores:

  • Statue Hl. Achatius , 17. Jh., nördl. Chorwand
  • sechs kleine Nischenfiguren, 17. Jh., nördl. u. südl. Chorwände
  • acht Verschlußbilder für die Reliquiare: Szenen der Marienlegende, (J. Toussyn zugeschr.), nördl. u. südl. Chorwände
  • geschnitzte Reliquiare, 17. Jh., mit 15 Schädelreliquien, südl. Chorwand,

 

Südl. Nebenchor:

  • Marienaltar, Retabel mit neun Engelfiguren, 1626-28 (Valentin Boltz (?)), restauriert 1965-67
  • Statue: Maria mit Kind, 14. Jh., Hauptgeschoß 6 Putten um die Marienstatue, 17. Jh.
  • Gemälde: Krönung Mariens, 1620-30, oberes Altargeschoß


Sonstige Ausstattung d. südl. Nebenchores:

  • Marmorverkleidung der Sockelzone, 1653
  • Gemälde: Hl. Jakobus der Ält., Mitte 17. Jh. (D. Seghers od. S. Assenberg zugeschr.), Sockelzone
  • Gemälde: Hl. Joseph mit dem Jesuskind, Mitte 17. Jh. (D. Seghers od. S. Assenberg zugeschr.), Sockelzone
  • geschnitzte Reliquiare, 17. Jh. (restauriert), mit vier Schädelreliquien vom Bachhof, Köln-Rondorf, Reliquiarzone
  • fünf Engelfiguren, 17. Jh., Reliquiarzone
  • drei Verschlußbilder d. Reliquiare:
  • Himmelfahrt Christi,
  • Begräbnis Mariens, 17. Jh.,
  • Himmelfahrt Mariens 17. Jhdt.

Obere Wandzone (das 2. Gemälde z. Zt. deponiert)

Kapelle d. südl. Seitenschiffs:

  • Franz-Xaver-Altar, (Valentin Boltz), restauriert 1968
  • Retabel mit Statuen:
  • Hl. Franz Xaver
  • Aloisius,
  • zwei Propheten
  • ,zwei Engel, 1628

Hauptgemälde:

  •  hl. Franz Xaver vor dem König von Bungo (Japan), (Werkstatt A. van Dyck)
  • Gemälde: Wunderlegende der Indianermission, 17. Jh., oberes Altargeschoß


Reliquiarzone der Kapelle:

  • Gemälde: Hl. Ursula, 17. Jh., Südwand
  • zwei Landschaftsgemälde, 17. Jh., Südwand
  • eine weibl., drei männl. Reliquienbüsten, 17. Jh., Südwand
  • Gemälde: Hl. Valerian, 17. Jh., Westwand

 

Südl. Empore:

  • Emporenaltar, Retabel 1643
  • Gemälde: Ecce Homo, 17. Jh., oberes Altargeschoß
  • Hauptgemälde: Der auferstandene Christus erscheint d. hl. Aloisius, Mitte 18. Jh.

 

Nördl. Empore:

  • Oratoriumsaltar, Retabel 1643
  • Hauptgemälde: Die hl. Familie, 17. Jh., (ehem. südl. Oratorium)
  • Gemälde: Hl. Hubertus, Mitte 19. Jh., oberes Altargeschoß


Weitere Holzplastik:

  • dreizehn Apostel, Christus Salvator u. Maria Regina, um 1630 (J. Geisselbrunn), Pfeiler v. Triumphbogen

 

Langhaus u. Orgelempore, Kanzel:

  • Figuren v. Christus Salvator,
  • vier Evangelisten;
  • vier Reliefs mit Marienszenen. (Kanzelkorb);
  • Figuren der vier  Kirchenlehrer,
  • hl. Michael (Schalldeckel), 1634 (J. Geisselbrunn zugeschr.), restauriert 1970,

 

dritter. Langhauspfeiler d. Südseite

  • Hl. Josef mit Kind, 18. Jh., neugefasst, nördl. Querschiffarm
  • Hl. Johannes Nepomuk, 18. Jh., neugefasst, südl. Querschiffarm
  • Hl. Josef mit Kind, 18. Jh., neugefasst (Schweizer Kunsthandel), Vorhalle


Weitere Gemälde:

  • Moses und Elias, aus der Aula des Jesuitenkollegs, um 1550, Sakristeiumgang
  • acht Gemälde der Marienlegende, um 1640 (B. Fuckeradt), Vertäfelung der Seitenschiffe
  • Kreuzigung von dreiJesuiten in Japan, um 1650 (Umkreis C. Schut), Sakristeiumgang
  • sieben Gemälde: alttestamentarische Szenen, 17. Jh., Emporen

 

Sonstige Ausstattung:

  • 10 Beichtstühle mit Wandvertäfelung, 1629, nördl. u. südl. Seitenschiffe
  • ein Beichtstuhl, 1640, nördl. Chorwand
  • zwei Prunkbeichtstühle, 1645, nördl. u. südl. Querhausarme
  • drei Beichtstühle, 1670/71, Emporen
  • zwei Gittertüren, 17. Jh., Durchgänge v. Hauptchor zu den Nebenchören
  • zwei Gitterschranken mit Türen, 17. Jh., (nördliches stark erneuert), nördl. u. südl. Emporen
  • Kommunionbank, 1724 (P. von der Ka/A. von Wihlig), ergänzt 1978,
  • Vorchor 2 Marmorportale, um 1724, ergänzt 1971,
  • nördl. u. südl. Chorwände Orgelprospekt, aus Belgien, 18. Jh., Pedaltürme u. Werk 1977-81,
  • Orgelempore 59 Kirchenbänke, 1979 ergänzt bzw. nach Originalen kopiert, Langhaus
  • vier Trageampeln, 18. Jh., Chor bzw. Sakristei
  • Schränke, Schrankfronten, Vertäfelungen der Sakristei, 17. Jh., teilweise datiert
  • zwei Weihwasserbecken mit Cherubimkonsolen, 17. Jh., Vorhalle

 

Geläut:

  • Marienglocke, 1631 (Joh. Reutter), Ostturm
  • Ignatiusglocke u. Franz-Xaver Glocke, 1631, rekonstruiert 1996 (Kgl. Gießerei, Eijsbouts, Asten, NL), Ostturm

 

Schatz (Auswahl):

  • Kelch, 2. Hälfte 15. Jh., Schatzkammer
  • Missaleeinband, um 1620, z.Zt. Diözesanmuseum
  • Reliquienbüste des hl. Franz Xaver, 1638 (Th. Selling), Schatzkammer
  • Rahmen für einen Brief des hl. Ignatius, um 1640, Schatzkammer
  • Schrein mit dem Gewand des hl. Ignatius, 1642, Schatzkammer
  • Reliquienbüste des hl. Adrian, 1645, Schatzkammer
  • Reliquienlade für den Rosenkranz des hl. Franz Xaver, 1657, Schatzkammer
  • Behälter für das Kreuz des hl. Aloisius, 1661, Schatzkammer

 

Bestandteil des Denkmals sind auch die übrigen, im Besitz der Kirche befindlichen liturgischen Geräte,

  • Reliquiare,
  • Paramente,
  • Gemälde,
  • Skulpturen,
  • Grabmäler
  • historischen Ausstattungsstücke,

 

für die auf die Karteikarteninventare beim Stadtkonservator und im Denkmälerarchiv des Erzbischöflichen Generalvikariats verwiesen wird sowie auf folgende Publikationen:

  • Paul Clemen (Hrsg.), Die Kunstdenkmäler der Stadt Köln, Bd. II,1, Düsseldorf 1911, S. 125-166.-
  • Wilfried Hansmann, St. Mariae Himmelfahrt in Köln, Rheinische Kunststätten, Heft 250, Neuss 1981.-
  • Die Jesuitenkirche St. Mariae Himmelfahrt in Köln. Dokumentation und Beiträge zum Abschluß ihrer Wiederherstellung 1980. Beiträge zu den Bau- und Kunstdenkmälern im Rheinland Bd. 28, hrsg. v. U. Mainzer, Düsseldorf 1982.

 

Außerdem werden alle ortsfesten Bodendenkmale einbezogen, die u.U. untertägig im Boden verborgen sind; ferner der im Sakristeiumgang deponierte Gesamtbestand an liturgischen Geräten, Reliquiaren und Paramenten aus dem Kölner Ursulinenkloster im Eigentum des Erzbistums Köln.

Die Kirche St. Mariae Himmelfahrt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Die o.g. historischen Ausstattungsstücke sind Teil des Baudenkmals im Sinne von § 2 Abs. 2 des DSchG NW. Sie bilden mit dem Bodendenkmal eine Einheit von Denkmalwert. Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen, für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen.

Referenz: 6140


Das Denkmal hat die Nummer 870 und ist seit dem 14. Dezember 1981 geschützt.

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