Wohnhaus

Kitschburger Str. 1, 50935 Köln - Lindenthal

errichtet um 1900

 Architekt W. Kurth

 Eckbau zur Dürener Str.

  • Zwei Geschosse,
  • Sockel- und zwei ausgebaute Dachgeschosse;
  • Putzfassade mit Backstein-, Werkstein- und Fachwerkgliederung,
  • verwinkelte Bauweise mit vielfachen Abstufungen der Fassaden durch Risalite, Erker und Giebel,
  • Hauseingang mit Treppe und Veranda zur Kitschburger Straße,
  • Satteldächer mit Gauben
  • Originale Haustüre,
  • Fenster (zum Teil mit farbiger Bleiverglasung) original bzw. stilentsprechend erneuert.

 

Baustil mit Anklängen an die deutsche Renaissance.

 

Bestandteil des Denkmals sind auch

  • die erhaltenen Teile der originalen Innenausstattung,
  • der Vorgarten und
  • die zeitgenössische Grundstückseinfriedung.

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Lindenthal wurde 1888 dem stadtkölnischen Gebiet eingemeindet. Der Vorort, der ab 1846 für Wohnbebauung erschlossen wurde, entwickelte sich aufgrund günstiger Bodenpreise und nur vereinzelt vorhandener Industriebetriebe zu einem - neben Marienburg und später Braunsfeld - der bevorzugten Wohngebiete für wohlhabende Kölner Bürger. Vor allem in der Umgebung des 1895-1898 angelegten Stadtwaldes erfolgte eine Villenbebauung, die ihren Höhepunkt kurz nach der Jahrhundertwende hat.

Das o.g. Objekt ist - als Eckhaus - integraler Bestandteil der Dürener Straße und der Kitschburger Straße, Straßen, die unmittelbar entlang des Stadtwaldes verlaufen und einst mit hochherrschaftlichen Villen bebaut waren. Da der Vorort durch seine Lage in der Einflugschneise der Bomber im Zweiten Weltkrieg erheblich zerstört worden ist, gehört das Haus zu den wenigen, erhaltenen Bauten, die den ursprünglichen Charakter und einstigen Ruf dieses Stadtteils als vornehmen Wohnort dokumentieren.

Innerhalb der vorhandenen Bebauung stellt das Eckhaus - es korrespondiert mit dem schräg gegenüber liegenden Eckhaus Dürener Straße 294 - einen außerordentlich wichtigen, städtebaulichen Fixpunkt dar. Künstlerisch bedeutend ist das aufwenig gestaltete Gebäude als hervorragendes Beispiel einer komplett erhaltenen Gründerzeitvilla, wie es sie vor dem Krieg im Bereich der Ringe und vor allem auch in Lindenthal mehrfach gab. Nicht zuletzt ist das Wohnhaus als Schaffenswerk des Architekten W. Kurth - er errichtete auch das Nachbarhaus Kitschburger Straße 9 - unbedingt erhaltenswert.

Referenz: 5285


Das Denkmal hat die Nummer 867 und ist seit dem 14. Dezember 1981 geschützt.

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