Wohn- und Geschäftshaus

Hahnenstr. 10, 50667 Köln - Altstadt-Süd

Erbaut 1952; Architekt: Wilhelm Riphahn

2-geschossiger kubischer Stahlbetonskelettbau, mit 4 (Benesisstraße) : 3 (Hahnenstraße) Achsen, weit vorkragendes Flachdach; Ehem. Natursteinfassaden, heute im EG verändert: EG bis kurz unterhalb der Fenster des 1. OG mit Rauhputz auf Wärmedämmung, schwarzer Marmorsockel (Naturstein im EG teilweise weggeschlagen), querrechteckige Fenster in Aluminium erneuert;

Rückfassaden verkleidet, Dachterrasse.

Im Inneren original erhalten:

Solnhofer Platten im Treppenhaus und 1. OG; Wohnungseingangstür im 1. OG.

Das o.g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die 1950er Jahre, die Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des 2. Weltkrieges, geraten als inzwischen abgeschlossene Bauepoche immer mehr in das Interesse der Allgemeinheit. Aus dieser Zeit verfügt Köln über Baugruppen und Straßenzüge von hoher baukünstlerischer Qualität, die von den Architekten oft im Sinne eines Gesamtkunstwerkes durchgestaltet sind. Die Hahnenstraße ist der erste nach einem Gesamtkonzept erstellte Straßenzug Kölns nach dem 2. Weltkrieg und eine der ganz wenigen in Deutschland einheitlich realisierten Geschäftsstraßen der Wiederaufbauphase überhaupt. Riphahns Entwurf der Hahnenstraße als stark durchgrünte und durchlüftete Flanier- und Geschäftsstraße ist gleichzeitig die Reduzierung der vorangegangenen NS-Stadtplanung, die hier eine breite Aufmarschstraße mit Monumentalbebauung vorsah.

1952 realisierte Riphahn das Büro- und Geschäftshaus für Melotte, ein belgisches Unternehmen für landwirtschaftliche Maschinen. Das gesamte Erdgeschoss besteht aus Verkaufsräumen, das 1. OG, ehem. als Büroraum genutzt, wurde Anfang der 1970er Jahre für Wohnzwecke ausgebaut.

Das Gebäude, das die Traufhöhe der anschließenden Gebäude, dem ehem. Stoffpavillon Möller und der „Brücke“, – ebenfalls von Riphahn geplant – aufnimmt, führt gleichzeitig die bei diesen Bauten schon vorhandene Tendenz zu einer leichten, transparenten Architektur fort (nach Umbaumaßnahmen Transparenz beeinträchtigt). Damit ist es trotzdem noch ein Beispiel für die Architekturströmung der 1950er Jahre, die in der Tradition des „Neuen Bauens“ steht. Die Straße sollte Flanier- und Geschäftsstraße werden, daher plante Riphahn eine Folge von Schaufenstern, die ohne jeden Schnörkel die Ansprüche von Funktion und Konstruktion erfüllten, wie es das Bauhaus und der Deutsche Werkbund nach 1945 forderten.

Als integraler Bestandteil des Gesamtkonzeptes Hahnenstraße ist das Gebäude Hahnenstr. 10 nicht nur von städtebaulicher Bedeutung, sondern auch Zeugnis für das Oeuvre eines der bedeutendsten Kölner Architekten unseres Jahrhunderts.

Referenz: 5516


Das Denkmal hat die Nummer 8650 und ist seit dem 26. Februar 2004 geschützt.

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