Wohnhaus

Im Klapperhof 31, 50670 Köln - Altstadt-Nord
Errichtet: um 1860


  • vier Geschosse, oberstes Geschoss als niedrigeres Mezzaningeschoss, nicht ausgebautes Satteldach
  • drei Achsen
  • Stuckfassade
  • Stil: Neo-Renaissance,

 

  • traufständiger Bau auf rechteckigem Grundriss mit rückwärtigem seitlichen Anbau
  • Sockel in grobem Quaderwerk
  • Erdgeschoss in Quaderwerk mit rustizierter Oberfläche
  • Obergeschosse mit Fugenschnitt und profilierten Fensterbekleidungen, teilweise mit Sohlbankgesimsen und Verdachungen
  • Betonung der mittleren Öffnung im ersten Obergeschoss durch
  • ädikulaartige Rahmung mit Pilastern
  • Segmentbogenverdachung
  • figürlichem Brüstungsrelief

 

  • im obersten Geschoss zwei Bildfelder mit profilierten Rahmen
  • Hauseingang in der rechten Gebäudeachse
  • oberhalb von vier Stufen aus Basalt (neu belegt) rechteckige Türöffnung
  • originale doppelflügelige Haustür aus Eichenholz mit rechteckigem Oberlicht
  • hochrechteckige Fensteröffnungen
  • Fenster überwiegend aus Holz erneuert in ehemaliger zweiflügeliger Teilung mit Oberlicht
  • im Erdgeschoss und zweiten Obergeschoss schlicht
  • im ersten Obergeschoss in historischen Formen
  • im obersten, dritten Obergeschoss original
  • zwei rechteckige Kellerfensteröffnungen, die linke mit originalem Eisengitter

 

Im Inneren original erhalten

  • Entrée
  • Bodenbelag aus schwarz-weißem Marmor (quadratische Platten in schachbrettartiger Verlegung)
  • eine schwarze Marmorstufe
  • Wandstuck aus Sockel mit Fugenschnittquaderung und Rechteckfeldern mit profilierten Rahmen
  • gekehlte Decke mit mittlerer Stuckrosette
  • Durchgang zum Treppenhaus mit waagerechtem Sturz über seitlichen Stuckpilastern
  • im Treppenhaus
  • Bodenbelag aus schwarzen und weißen Marmorplatten und eine Differenzstufe aus schwarzem Marmor,
  • Holztreppe mit gedrechseltem Antrittspfosten und Holzgeländer aus gedrechselten Stäben und Holzhandlauf
  • Holzverkleidung des Kellerabgangs
  • hölzerne Kellertür
  • auf den Treppenabsätzen Holzdielenböden und hölzerne Toilettentüren
  • Einbau von zusätzlichen Trennwänden und Zwischentüren zum rückwärtigen Anbau und in den Obergeschossen (Teilung in kleinere Wohneinheiten)

 

  • in den Wohnungen des Vorderhauses im Erdgeschoss und des ersten Obergeschosses

weitgehend Zimmertüren (teilweise doppelflügelige Füllungstüren)

  • Holzdielenböden und Fußleisten
  • Deckenstuck im ersten Obergeschoss in beiden vorderen Räumen (profilierte Deckengesimse mit Kehlungen und Mittelrosetten)
  • im Spitzboden Holzdielenboden und hölzerne Kammertüren.

 

Rückseite

  • backsteinsichtiges Mauerwerk
  • eine Achse
  • stichbogige Fensteröffnungen mit betonten Sohlbänken
  • Holzfenster
  • im Erdgeschoss original
  • in den Obergeschossen aus Holz erneuert
  • zwei stichbogige Kellerfensteröffnungen.

Seitlicher Anbau

  • backsteinsichtiges Mauerwerk
  • drei Geschosse
  • vier Achsen
  • Flachdach
  • zurückgesetzte Treppenhausachse
  • zwischengeschaltete Toilettenfenster
  • stichbogige Tür- und Fensteröffnungen mit betonten Sohlbänken
  • originale Hoftür
  • originale Holzfenster
  • Treppenhausfenster erneuert.

 

Bestandteil des Denkmals ist auch die seitliche Einfriedung des Hofes durch eine nachträglich verputzte Backsteinmauer. Das o. g. Objekt Im Klapperhof 31 erfüllt die Voraussetzungen des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Es ist bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen. Seine Erhaltung und Nutzung ist aus künstlerischen, wissenschaftlichen und städtebaulichen Gründen im öffentlichen Interesse.

Der Name der Straße Im Klapperhof geht auf einen bereits im 13. Jahrhundert urkundlich bekannten Hof zurück, der im 17. Jahrhundert an Jakob Klapper verpachtet war. Große innerstädtische Bauernhöfe waren charakteristisch für das mittelalterliche Köln. Sie lagen zwischen dem Kernbereich der Römerstadt, der eigentlichen Bürgerstadt, und dem weit gefassten Ring der Stadtmauer. In diesem Areal war die Bebauung jahrhundertelang verhältnismäßig dünn geblieben. Infolge des schnellen Bevölkerungsanstiegs seit 1815 mußten jedoch die großen Gartenflächen für die zusätzlich erforderliche Wohnbebauung durch die Anlage neuer Straßenzüge erschlossen werden, da der Festungscharakter der Stadt mit geschlossenem Mauerring keine partielle Ausdehnung zuließ.

Das Gebäude Im Klapperhof 31 ist Zeugnis der frühen Ausbauphase des Straßenzuges in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Straße war um 1855 angelegt und sukzessive bebaut worden. Zwischen 1860 und 1862 entstand als eines der ersten Häuser das o. g. Objekt. Die wirtschaftliche Entwicklung Kölns und die Stadterweiterung durch Beseitigung der Befestigung und Anlage der Neustadt ab 1881 bedingte im betreffenden Bereich der Altstadt bis zur Jahrhundertwende schließlich eine geschlossene Bebauung der Straße und eine Fortführung bis zur neu angelegten Ringstraße.

Das um 1860 errichtete Gebäude ist beispielhaft für die Architekturgestaltung dieser Zeit. Die straßenseitige Fassade zeichnet sich durch Stuckdekor mit für die Bauzeit charakteristischen Stilelementen aus, die zum Teil der Renaissance entlehnt, jedoch insgesamt einem klassizistischen Dekorationsprinzip verhaftet sind. Der plastische Zierrat ist auf die Fensterrahmungen konzentriert. Die Grundstruktur der Fassade wird noch vom klassischen Dreifensterhaus bestimmt und weist eine horizontale geschossbezogene Gliederung auf. Während die meisten Fenster profilierte Gewände, konsolgestützte Sohlbankgesimse und horizontale Verdachungen aufweisen, besitzt allein das mittlere Fenster im ersten Obergeschoss zur besonderen Akzentuierung der vornehmsten Wohnetage aufwändige Gestaltung durch flankierende Pilaster, bekrönendes Gebälk mit Bogenabschluss und figürlichem Brüstungsrelief.

Eine dem obersten Geschoss traditionsgemäß zugestandene untergeordnete Bedeutung mit niedrigerem Wohnkomfort drückt sich in dessen geringerer Höhe aus. Die Fassadenflächen sind von einer geschossweise nach oben hin abnehmenden Plastizität in der Oberflächenbehandlung gekennzeichnet, von kräftiger Rustizierung am Sockel bis zu flachem Fugenschnitt im letzten Obergeschoss.

Gemäß den Ansprüchen an gehobene Wohnverhältnisse besitzt die Ausstattung im Inneren des Hauses eine aufwändige Gestaltung, wie beispielsweise das repräsentative Entrée mit Marmorboden und reichen feingliedrigen Stuckierungen veranschaulicht. Die ursprüngliche Raumstruktur und Grundrisssituation ist im wesentlichen noch vorhanden oder nachzuvollziehen, die Ausstattung der Wohnungen weitgehend in originalem Zustand erhalten.

Im Ensemble mit den benachbarten Häusern Nr. 33a und 33b sowie den weiteren Gebäuden Nr. 37 und 39 bildet das o. g. Objekt Im Klapperhof 31 den von Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg weitgehend verschont gebliebenen Restbestand der gründerzeitlichen Bebauung dieser Altstadtstraße und vermittelt damit eine Vorstellung von deren historischem Erscheinungsbild. Es repräsentiert in seiner insgesamt weitgehend originalen baulichen Substanz, aber auch hinsichtlich der inneren Ausstattung in Entrée, Treppenhaus und Wohnräumen sowie der noch erhaltenen Hofsituation, die in seiner Entstehungszeit charakteristische innerstädtische Wohnhausarchitektur Kölns. Es ist deshalb unbedingt erhaltenswert.

Referenz: 4950


Das Denkmal hat die Nummer 8575 und ist seit dem 8. März 2002 geschützt.

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