Wohnhaus

Hansaring 88, 50670 Köln - Neustadt-Nord
Errichtet: um 1890


  • viereinhalb Geschosse
  • vier Achsen
  • Stuckfassade
  • Stil: Neo Renaissance


Fassade

Das repräsentative und aus kunsthistorischer Sicht qualitätvolleGebäude zeichnet sich aus durch

  • Reichtum und Hochwertigkeit der Gestaltungsweise
  • die aufeinander abgestimmten, originalen Details im Hausinneren

 

Das Haus besitzt eine ausgeglichene Gliederung

  • in der Senkrechten durch die vier Fensterachsen
  • in der Waagerechten durch die Reihung 
  • der Fenster
  • der Geschoßgesimse
  • der Friese
  • das Kranzgesims

Die Fassade in ihrer Gliederung und handwerklichen Ausgestaltung zeugt von gediegener, künstlerischer Qualität.

Über dem rustizierten Souterrain und Hochparterre - mit dem von einem Zierdach auf Säulen bekrönten Hauseingang in der linken Achse - sind die Fassadenflächen der drei Obergeschosse einem Werkstein-Mauerverband nachempfunden.

  • Vertikale Gliederungskomponenten stellen dar
  • der Erker auf sockelförmiger, reich verzierter Konsole in der zweiten Achse (erstes bis drittes Obergeschoss)
  • die hohen, schmalen Fensteröffnungen

Die Rundbogenform der Fenster im Hochparterre (mit Schlusssteinen in Form von Stuckköpfen) wird im dritten Obergeschoß aufgenommen.

Im ersten Obergeschoß sind die Fenster von stark profilierten Gewänden eingefaßt, die oben in die Form eines gedrückten Kielbogens einmünden

Im zweiten Obergeschoss sind die Stichbogenfenster eingebunden in das darüber angebrachte Fries mit figürlichen und Maßwerk-Motiven.

Die Fensterteilungen im Hochparterre sind original, ebenso der schmiedeeiserne Mantel der Toreinfahrt in der rechten Hausachse sowie die Ziergitter der Obergeschoßfenster.

 

Inneres

Im Hausinneren ist das Treppenhaus ausgestattet mit

  • Marmortreppen
  • Stuckwänden bis zum Hochparterre
  • ornamentiertem Stützbogen
  • schmiedeeisernem Geländer mit Holzlauf
  • zwischen zweitem und dritten Obergeschoss originalen, von Zierstuckleisten eingefaßten Wohnungsabschlüssen mit reichem Holzschnitzwerk
  • Stuckleisten und Stuckrosetten unterhalb der Treppenläufe und Podesten

 

Wohnungen

Die originalen Details in den Wohnungen mit großzügigem Zuschnitt sind ausgesprochen qualitätvoll, z.B. im zweiten Obergeschoss

  • Türgewände mit geschnitzten Überdachungen

 

  • ein Zimmer mit Wand- und Deckenstuck
  • ein Raum mit bemalter Stuckdecke in Holzstruktur

durch eine mit Schnitzereien verzierte Flügeltüre voneinander abgetrennt

  • Erkerzimmer mit stark profilierter Stuckdecke
  • Holzwandverkleidungen in der Diele
  • originale Wandschränke
  • originaler Dienstbotenaufgang

 

  • In der Küche originale
  • Fußbodenkacheln
  • Wandkacheln
  • umlaufendes Holzbord

 

Das Gebäude ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Das Wohnhaus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in der Kölner Neustadt. Es handelt sich bei diesem um 1890 errichteten Bauwerk um ein Dokument des Hauptausbaus der Neustadt, die im westlichen Teil im ausgehenden 19. Jahrhundert flächenhaft nach dem von Hermann Josef Stübben (1845-1936) 1881 vorgelegten Entwurf bebaut wurde und speziell in diesem Abschnitt, dem Hansaring, im wesentlichen in den Jahren 1887-90 erfolgte. Das Wohnhaus zeugt von der ehemals repräsentativen Bebauung entlang dem Hansaring durch

  • reichen Stuckzierat
  • Erker
  • schmiedeeiserne Gitter vor den Fenstertüren
  • aufwändige Innenausstattung

 

Mit den unmittelbar benachbarten Bauten Nr. 92 und 94 bildet das Haus Hansaring 88 eine städtebauliche Einheit. Dieses gesamte Ensemble entstammt nicht nur der gleichen Zeit, sondern ist auch insgesamt durch die gleichen Stilmerkmale (überwiegend Elemente der Renaissance) geprägt. Die Bauten besitzen alle die gleiche Geschosszahl und u.a. ein Souterrain und durch Erker betonte Achsen.

Aus städtebaulicher Sicht ist die Erhaltung dieses Ensembles unbedingt erforderlich, da mit diesem eine, wenn auch kleine, Fassadenabwicklung entlang der Ringstraße, die ansonsten nur noch einige historische Bauwerke aufweist, möglich ist.

Referenz: 4455


Das Denkmal hat die Nummer 841 und ist seit dem 3. Dezember 1981 geschützt.

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