Wirtschafts-und Sozialwissenschaftliche Fakultät der Albertus-Magnus-Universität

Universitätsstr. 24, 50931 Köln - Lindenthal
Errichtet: 1955 bis 1959 (zwei Bauabschnitte)


Architekten:
Wilhelm Riphahn (1889-1963)
unter Mitarbeit von Hans Menne (1908-?)

Der Gebäudekomplex erhielt im Jahre 1967 den Architekturpreis der Stadt Köln.

Lage:
Der Baukomplex befindet sich in Köln-Lindenthal auf dem Gelände des Inneren Grüngürtels im Abschnitt zwischen Bachemer und Zülpicher Straße. Er steht in lockerer Verbindung zum Hauptgebäude der Universität und bildet den nördlichen Abschluß der Uni-Bauten auf der östlichen Seite der Universitätsstraße.

Baukonstruktion:
Bei dem Gebäude der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Albertus-Magnus-Universität handelt es sich um einen Baukomplex, bestehend aus einem Scheibenhochhaus über neun Geschosse auf einem Kellergeschoß und eingeschossigen Längs- und Querflügeln. Die einschalige Stahlbetonkonstruktion besitzt ein vorgeblendetes Mauerwerk aus kleinformatigen Backsteinen (21 x 10 x 5 cm) im Blockverband. Das Stützmaß des Hochhauses beträgt 7,40 m x 5,40 m und bleibt bis einschließlich dem 7. Obergeschoß einheitlich. Das als Staffelgeschoß ausgebildete 8. Obergeschoß enthält kleinere Maße.

Baubeschreibung außen:
Das neungeschossige Scheibenhochhaus ist ein über etwa 83 m in Ost-West-Richtung langgestreckter Bau mit einer Tiefe von etwa 16 m und einer Höhe von 32 m. Das östliche Ende des Hochhauses besteht aus dem Treppen- und Aufzugsturm, der auf einer Länge von 11,50 m um 2 m gegenüber der nördlichen Bauflucht eingezogen ist. Das westliche Ende besteht aus dem über einer Länge von 10,85 m um etwa 6 m von der südlichen Bauflucht zurücktretenden Seminartrakt.

Die Gliederung des Hochhauses ist durch die strenge Reihung der nahezu quadratischen Fenster mit durchlaufendem weiß gefaßten Betonsturz und den aus Backsteinen gemauerten Brüstungsbändern horizontal bestimmt. Das Erdgeschoß ist auf der Nordseite eingezogen und zum größten Teil in stahlgefaßte Fensterflächen, in die drei Trommeln für Drehtüren eingelassen sind, aufgelöst. Den von der Straße herkommenden Auftakt der Erdgeschoßzone bildet ein graphisches Backsteinrelief mit figürlichen Darstellungen und einer Eule als Symbol der Weisheit. Die Obergeschosse ruhen auf einer Reihe von neun kreisrunden Betonstützen mit einem Durchmesser von etwa 70 cm, die das Stützmaß von 5,40 m am Außenbau ablesbar macht (in den Obergeschossen ist die konstruktive Maßeinheit am Außenbau nicht mehr sichtbar).

Auf der Nordseite ist der Treppen- und Aufzugstrakt wie ein Turm vom Langbau optisch abgesetzt. Das vertikal über alle Geschosse durchlaufende Fensterband wirkt wie eine Baufuge zwischen dem horizontal gegliederten Langbau und der hoch aufsteigenden massiven Backsteinwand, die lediglich mit einzelnen, locker zu einer vertikalen Reihe angeordneten kleinen Fenster durchbrochen ist. Die Ostseite zeigt in der sonst ungegliederten Backsteinmauer zwei vertikal durchlaufende Fensterreihen in versetzter Höhe, die das Treppenhaus belichten. Es sind große Schwingflügelfenster in Stahlrahmen mit vertikal zwölfteilig gegliederten Unterlichten.

Der westliche Seminartrakt tritt auf der Südseite deutlich abgesetzt in Erscheinung: er springt in der Bauflucht um mehrere Meter zurück und ist in große stahlgefaßte Fenster mit vorgelagerten Balkonen aufgelöst. Die Nordseite geht bündig mit der oben beschriebenen Fensterreihung und den Backsteinbrüstungen durch.

Das Westtreppen- und Aufzugshaus zeigt sich nach Süden als ungegliederte Backsteinfront und tritt gegenüber der anschließenden Längsseite, die wie die Nordseite von den horizontalen Fensterbändern bestimmt ist, hervor.

Die Nordseite des Hochhauses ist ein eingeschossiger Hörsaalbau auf trapezförmigem, polygonal gebrochenem Grundriß vorgelagert, der über einen rechteckig aus dem Hochbau herausgeschobenen Gebäudeteil erschlossen wird. Die beiden Langseiten nach Westen und Nordosten sind oberhalb der Brüstungen gänzlich in Fensterraster mit vertikaler Binnenstruktur ausgeführt.

Dem Hochhaus im Süden vorgelagert erstrecken sich die eingeschossigen, um drei Innenhöfe gruppierten Längs- und Querflügel des Hörsäle-/Seminar- und Arbeitsräumetraktes.

Der Osttrakt ist ein über 108 m langgestreckter, etwa 15 m breiter Flügel, dem drei Seminarraum- bzw. Hörsaalbauten auf polygonalem Grundriß eingestellt sind. Im Süden angeschlossen führt in schmalerer Form ein 22 m langer Brückengang zum Hauptgebäude der Universität. Von der großen Freifläche des Inneren Grüngürtels aus betrachtet zeigt sich der Osttrakt als langgestrecktes eingeschossiges Gebäudeband, durch drei höhergezonte und polygonal aus der Flucht heraustretende Baukörper in gleichmäßige Abschnitte mit zehn aneinandergereihten Fenstern unterteilt. Über weite Strecken liegt das Gebäude heute hinter Buschwerk „versteckt“. Dennoch treten die charakteristischen, schräggestellten Fensterwände mit den dazwischenliegenden Backsteinstirnmauern des mittleren Hörsaals und der beiden Seminarräume in Erscheinung.

Der Westtrakt erstreckt sich in 7 m Breite über eine Länge von 108 m im südlichen Anschluß an das Hochhaus. Zwischen dem vorgelagerten Parkplatz und der Fassade befindet sich eine Grünfläche mit Büschen, die in der laubtragenden Zeit den Gebäudeflügel stellenweise verdecken. Der langgestreckte Flügel ist unterteilt in drei Abschnitte, die nach außen durch die gleichmäßige Reihung der fast quadratischen Fenster zwischen den Stirnfenstern der Querflügel sichtbar werden.

Die Südseite erscheint zweigeschossig, da durch die tiefergelegte Parkplatz- und Kellerzufahrtsfläche das Kellergeschoß ebenerdig ist. Das eingezogene Erdgeschoß bestimmen ein Band aus 31 stahlgerahmten Fenstern (jedes zweite ist zu öffnen) und die davorgestellte Reihe aus sechs Betonsäulen mit durchgehendem hellgefaßten Sturz. Das darauf ruhende Obergeschoß zeigt zwölf nahezu quadratische Fensteröffnungen in der Backsteinmauer, in die holzgerahmte Schwingflügelfenster eingelassen sind.

Alle Bauteile sind flachgedeckt.

Baubeschreibung innen:
Das Innere des Gebäudekomplexes wird über die große langgestreckte Eingangshalle im Erdgeschoß des Hochhauses erschlossen. Sie nimmt eine Fläche von 791 m² ein und zeigt eine Reihe von neun Säulen, die im Zusammenspiel mit den äußeren das Stützmaß des Hochhauses ablesbar machen. Deutlich wird dieses auch in dem räumlichen Übergang zum großen polygonalen Hörsaal: Dort stehen vier Säulen, die ein solches Stützmaßcarré bilden. Die nördliche Langseite ist in eine stahlgefaßte Fenster- und Türwand aufgelöst, die in gleichmäßigen Abständen durch die Zylinder der Drehtüren akzentuiert wird. Die bereits genannten Säulen sind betonsichtig, der Fußbodenbelag besteht aus anthrazitfarbenen großen rechteckigen Quarzitplatten skandinavischer Herkunft. Die gegenüber der Glasfront liegende südliche Langseite der Eingangshalle ist eine Folge aus backsteinsichtigem Mauerwerk mit querliegenden Oberlichten und drei verputzten und weiß gefaßten konkav ausgebuchteten Mauerstücken, die den Wandabschluß der in das Kellergeschoß führenden einläufig geschwungenen Treppen mit langgezogenem ovalen Treppenaugen bilden. Das Treppengeländer mit Mipolamhandlauf besteht aus V-förmig angeordneten Rundstäben und ist wie andere Metallelemente (Fenster- und Türrahmen) kobaltblau gefaßt. In der räumlichen Aufweitung der Halle wird die Zone unmittelbar vor den drei doppelflügeligen Eingängen zum großen Hörsaal von einem breiten Oberlichtband belichtet.

An den beiden Stirnseiten der Eingangshalle befindet sich jeweils eine große Uhr, bestehend aus einem kreisförmigen Messingrundstab mit zwölf aufgesetzten Rechteckelementen aus dem selben Material. In der Mitte deckt eine leicht gewölbte Rundscheibe das in die Wand eingelassene Uhrwerk ab und trägt die schlanken Zeiger.

Östlich an die Eingangshalle angeschlossen liegt das Treppen- und Aufzughaus. Die Treppenanlage ist - wie die bislang beschriebene Ausstattung - original. Die drei nebeneinanderliegenden Aufzüge sind in den 1970er Jahren erneuert worden.

Die zweiläufige gerade Treppe mit gleichsinnigem Richtungswechsel wird durch die beiden Vertikalfensterbänder im Osten auf versetzter Ebene belichtet. Die Trittstufen sind mit einem anthrazitfarbenen Naturstein belegt (Quarzit?), die Setzstufen und ein niedriges begleitendes Sockelband mit kleinteiligem schwarzem Mosaikplättchen. Der Fußbodenbelag der Zwischenpodeste ist ebenfalls anthrazit und besteht aus Stampfasphaltplatten, das Geländer aus parallel angeordneten vertikalen, schmalen Rundstäben hat einen Mipolamhandlauf. Die Wände des Treppenhauses zeigen den gleichen kleinformatigen Backstein wie der Außenbau.

Im westlichen Anschluß an die Eingangshalle befinden sich ebenfalls Aufzüge (auch in den 1970er Jahren erneuert) und eine Treppenanlage. Diese ist dreiläufig ausgebildet und liegt hier nicht wie beim östlichen Pendant neben den Aufzügen, sondern direkt dahinter, um einen Durchgang zu den im Westtrakt liegenden Seminarräumen zu ermöglichen. Die verwendeten Materialien sind die gleichen wie im Treppen- und Aufzugturm im Osten.

Über die Treppen und Aufzüge werden die Obergeschosse des Hochhauses erschlossen, die vom 1. Obergeschoß bis zum 7. Obergeschoß bis auf Abweichungen in den Raumgrößen gleich gestaltet sind. Das jeweilige Geschoßpodest der Treppen bildet mit dem jeweiligen Mittelflur eine Achse und erfährt mit dem Vorraum der Aufzüge eine lichte Aufweitung. Deren Nordseite wird über einer Brüstung ganz von den großen Fenstern des die optische „Baufuge“ bildenden Fensterbandes zwischen Langbau und Treppenturm eingenommen (vgl. Beschreibung Außenbau S. 2). In dem Vorraum befindet sich gegenüber den Aufzügen ein verglaster Informationsschaukasten in Aluminiumrahmen. Eine metallgefaßte Glastüranlage bildet einen Bauabschnitt und die optische Zäsur zwischen Vorraum und Flur.

Durch die schräg abgehängte Decke (wellenförmige Kunststoffverkleidung in Metallschiene, zum Teil original, teilweise erneuert), über der sich auf der nördlichen Seite die Versorgungsleitungen befinden, zeigt der 3 m breite und 57,60 m langgestreckte Flur einen asymmetrischen Querschnitt. Auf der Nordseite treten Pfeiler etwa 0,80 m in den Flur, so daß auch hier der Abstand der das Hochhaus tragenden Stützen ablesbar ist. An diesen Stellen wird der asymmetrische Querschnitt unterbrochen durch zwischen die Pfeiler eingezogene Wandscheiben in Höhe der niedrigen Seite der Deckenabhängung. Von der Südseite erhält der Flur Tageslicht über die Oberlichtbänder aus Glasbausteinen, die abwechselnd mit glatter und geriffelter Oberfläche in drei Reihen hohe und acht Steine breiten Feldern angeordnet sind. Die glatten Holztüren mit blau gefaßten Metallzargen besitzen Aluminium-Griffe und Zimmernummern aus metallenen Einzelziffern. Der Fußboden ist mit anthrazitfarbenen Stampfasphaltplatten belegt, an der Wand läuft eine schmale Sockelleiste aus Naturstein entlang.

Das Raumprogramm der Obergeschosse des Hochhauses umfaßt Seminarräume, Seminarbüros, Professorenräume, Assistentenräume, Dozentenräume, Lese- und Arbeitssäle, Bibliotheken, Zeitschriftenräume, Archive, Zeichensäle, Kartenräume, Fotolabor, Schreibräume (früher mit Schreibmaschinen und Hollerithmaschinen, heute mit Computern) und Prüfungsräume. Jeweils am Ost- und Westende der Flure befinden sich Toilettenanlagen. In dem als Staffelgeschoß ausgebildeten 8. Obergeschoß befindet sich die Geschäftsstelle der Prüfungsausschüsse (Ende der 1970er Jahre umgebaut).

Der Westbau beinhaltet über alle Geschosse einen jeweils 100 qm großen Seminarraum.

Die südlich dem Hochhaus vorgelagerten Längs- und Querflügel gliedern drei große Bereiche: der Westflügel enthält eine Vielzahl von Doktoranden-, Assistenten- und Direktorenräume, die die drei Innenhöfe begrenzenden Querflügel sind von drei großen Seminarräumen (240, 200 und 165 m²) bestimmt und im Ostflügel erstreckt sich der Wandelgang großzügig auf 858 m² Fläche bei einer Längenausdehnung über 103 m. Die Westseite ist streckenweise in Glasflächen zu den Innenhöfen aufgelöst, die Ostseite erhält eine Rhythmisierung durch die in den Gang ragenden Hörsäle. Charakteristisch sind die abgeschrägten Seiten mit den Eingängen zu den gleichen Quarzitplatten belegt wie in der Eingangshalle.

Die eingeschobenen Räume auf achteckigem Grundriß haben entsprechend ihrer Funktion als Hörsäle Bodengefälle und zwei charakteristische Arten der Bestuhlung: der mittlere Raum zeigt gerade hintereinander angeordnete Stuhlreihen (erneuert) mit der Ausrichtung auf das Pult vor der östlichen Stirnseite, die Bestuhlung der beiden anderen Hörsäle ist U-förmig mit jeweils einem langen Tisch und loser Bestuhlung in der tiefer liegenden Mitte des Raumes. Beim mittleren Hörsaal sind die Wände backsteinsichtig, bei den anderen beiden Räumen mit Holzpaneelen verkleidet. Die Decken sind als Akustiklochdecken ausgebildet; dort eingelassen befinden sich fünf lange, von der Stirnseite ins Rauminnere konisch zulaufende Lüftungskanäle.

 

Begründung der Denkmaleigenschaft gemäß § 2 Denkmalschutzgesetz Nordrhein-Westfalen (DSchG NW):

Das Gebäude der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Albertus-Magnus-Universität in Köln ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 DSchG NW, da es bedeutend für die Geschichte des Menschen und für die Stadt Köln ist und für seine Erhaltung künstlerische, wissenschaftliche (hier: architekturgeschichtliche und wissenschafts-geschichtliche) sowie städtebauliche Gründe vorliegen. Damit besteht an seiner Erhaltung und Nutzung eine öffentliches Interesse.

Das Objekt ist bedeutend für die Geschichte des Menschen als Zeugnis für den Ausbau westdeutscher Hochschulen mit neu orientierten Wissenschaftszweigen in der jungen Bundesrepublik Deutschland.

Das Objekt ist bedeutend für die Stadt Köln, weil es in der Stadtentwicklungsgeschichte Kölns als Hochschulstandort einen Markierungspunkt für den weiteren Ausbau der erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts neu gegründeten Kölner Universität bildet.

Für die Erhaltung und Nutzung des Gebäudes liegen künstlerische Gründe vor, weil die architektonische Lösung der Bauaufgabe hohe baukünstlerische Qualität besitzt. Wilhelm Riphahn und Hans Menne haben einen Baukomplex geschaffen, der sowohl Bezug auf das Hauptgebäude der Universität (1929 - 1934 von Adolf Abel) nimmt, zu dem das Gebäude der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät in lockerer Verbindung steht, als auch eine eigenständige moderne Formensprache spricht.

In mehrfacher Hinsicht bezieht sich das Gebäude der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät auf das Hauptgebäude der Universität: die Grundrißkonzeption der Innenhöfe wurde aufgegriffen, ebenso die polygonale Form der Hörsäle und die Gebäudestellung zeigt das neue Gebäude als eine Art Fortsetzung des alten Gebäudes. Der Hochhausbau ist der vertikale Akzent und Abschluß der Gesamtanlage (wie ihn ähnlich Adolf Abel mit dem projektierten, aber nicht ausgeführten Bücherturm entworfen hatte). Diese Bezogenheit der großen Formen verhindern jedoch nicht eine klare Ausformulierung des Baus in einer seinen Entstehungsjahren zeitgenössischen Sprache.

Die hohe künstlerische Qualität des Baus erschließt sich besonders im Inneren in der Ausstattung und im Grundriß. Die Verteilung der Räume und ihre Erschließung zeigen das Zusammenkommen von Funktionalität und Gestaltung. Die Strenge der Architekturformen wird auf der einen Seite durch die Oberflächen der verwendeten Materialien Backstein und Quarzit und auf der anderen Seite durch die großen Glasflächen und vielfachen Sichtbezüge nach außen (in den Grüngürtel bzw. in die grünen Binnenhöfe) belebt. Insgesamt ist der Bau bestimmt von einer gleichmäßigen Rhythmisierung und Proportionierung. Dies wird besonders in der Eingangshalle und in dem Wandelgang erfahrbar: In der Eingangshalle verbinden sich jeweils die Drehtürtrommeln mit einer Stütze und den an der gegenüberliegenden Wand eingelassenen Treppennischen zu einer optischen Diagonalen quer durch den Raum (die in ihrem dreifachen Vorkommen eine Reihe von gleichschenkligen Dreiecken bilden - optisch weniger bewußt wahrnehmbar. Wahrgenommen wird der harmonische Raumeindruck). Dieser optische ruhige Rhythmus wird auch in dem Wandelgang erzeugt. Dort bilden die Verengungen durch die eingestellten Hörsäle die Akzente in dem großzügig langgedehnten Raum, der durch die jeweils genau zwischen diesen Verengungen an der gegenüberliegenden Seite liegenden Glasflächen viel Licht erhält. Damit können die rauhen Oberflächenstrukturen von Backstein und Quarzit ihre besondere Wirkung entfalten.

Für die Erhaltung und Nutzung des Gebäudes liegen wissenschaftliche Gründe vor, weil das Gebäude der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät architekturhistorisch sowie bildungs- und wissenschaftsgeschichtlich Aussagekraft besitzt.

Architekturgeschichtlich ist das Objekt ein wichtiges Zeugnis für einen modernen Hochhausbau der 1950er Jahre - in Form eines Scheibenhochhauses -, für dessen Fassade und Innenausbau ein traditionelles Material (Backstein) verwendet wurde. Hiermit konnten Riphahn und Menne die strenge horizontale Gliederung des Außenbaus verwirklichen, die mit einer Rasterfassade unmöglich gewesen wäre. Von architekturhistorischer Bedeutung ist der Bau außerdem als einer der drei großen Spätwerke und Nachkriegsbauten von Wilhelm Riphahn (die anderen sind das Opernhaus (1954 - 1957) und das Schauspielhaus 1960 - 1962).

Bildungs- und wissenschaftsgeschichtlich zeugt der Bau der WISO-Fakultät vom Ausbau der Kölner Hochschule in diesem modernen Wissenschaftszweig.

Für die Erhaltung und Nutzung des Gebäudes liegen städtebauliche Gründe vor, weil das Scheibenhochhaus der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät als deutlicher Akzent den nördlichen Abschluß des Gebäudekomplexes an der Universität Köln auf der östlichen Seite der Universitätsstraße bildet und den Abschnitt des Grüngürtels zwischen Bachemer und Zülpicher Straße im Kölner Stadtteil Lindenthal städtebaulich prägt.

Referenz: 9808


Das Denkmal hat die Nummer 8367 und ist seit dem 12. Oktober 1998 geschützt.

Denkmal <Wirtschafts-und Sozialwissenschaftliche Fakultät der Albertus-Magnus-Universität> bearbeiten
Zum Denkmalkatalog Kommentar zum Denkmal abgeben