Fabrik und Bürohäuser (Sidol-Werke Siegel & Co.)

Eupener Str. 55, 50933 Köln - Braunsfeld weitere ...

Fabrikgebäude Eupener Str. 57 - 59,

Sidol-Werke Siegel & Co., Fabrik chemisch-technischer Präparate. Erbaut 1926 bis 1928; Architekt: Otto Müller-Jena; Bauunternehmung: Ernst Sandvoss AG.

Bürohäuser:

Erbaut ab 1949 (Gebäude 1.1: Wiederaufbau); Architekt: Valentin Pollack; Bauunternehmung: Held & Franke Bau AG/Karl Käding.

Fabrik: Bautenkomplex von 1926 bis 1928, bestehend aus mehreren, nach Funktionen zu trennenden Baukörpern.

Gebäude 3.0: Fabrikation; Gebäude 3.01: Wasserturm; Gebäude 4.0: Wachsschmelze, heute Kantine und Büroräume;

Gebäude 4.1: Anlieferung und Versand, Verpackung im Souterrain Gießhalle für Wachswaren; heute Schreinerei; Gebäude 6.1: Heizkessel / Braunkohlenbunker / Maschinenhaus;

Gebäude 6.11: Schornstein Bürogebäude: Gebäude 1.1: Bürohaus, Pförtnerhaus; Gebäude 1.2: Bürohaus, Pförtnerhaus FABRIKBAUTEN Gebäude 3.01: Wasserturm

Sechs Geschosse (im obersten Geschoß ehemaliger Wasserbehälter); Höhe: 25 Meter. Putzfassaden (ehemals weißer Kalkanstrich), Flachdach mit vorkragender Dachplatte; Nord- und Südfassade: drei Achsen, Gliederung durch leicht geböschte Lisenengroßordnung über fünf Geschosse, die einfassenden Ecklisenen erscheinen kräftiger ausgebildet als die inneren Wandvorlagen; in den Zwischenräumen annähernd quadratische Öffnungen, originale Metallfenster (der Wiederaufbauzeit) mit Horizontal- und Vertikalsprossengliederung. Das bekrönende leicht vorkragende Geschoß des Stahlbetonwasserbehälters (Maße: 5,5 x 6,5 x 7,0 Meter) weitgehend geschlossen; unterhalb der vorkragenden Dachplatte drei schmale querrechteckige Öffnungen, originale Metallfenster (der Wiederaufbauzeit). Gliederung der Ost- und Westfassade: in der Fassadenmitte vertikale, geschoßübergreifende Nische; je Geschoß eine annähernd quadratische Öffnung, originale Metallfenster (der Wiederaufbauzeit) mit Horizontal- und Vertikalsprossengliederung; im obersten Geschoß vollkommen geschlossene Putzflächen.

Im Inneren:

Erd- bis 4. Obergeschoß: ehemals je Geschoß Toiletten- und Waschräume, Bäder.

Oberstes Geschoß: eingestellter Raum (Wasserbehälter) mit umlaufendem Gang (Wartung).

Ehemaliger Wasserbehälter:

Im Inneren: Maße 3 x 3,75 x 3,85 Meter; seitlich vollkommen geschlossene Wände, Stahlbeton mit Vormauerung in Stein nach innen; wasserdichter Zementputz; umlaufender Wartungsgang (zwischen Gebäudeaußenwand und Behälterwandung); nach oben offenes Wasserreservoir; oberhalb von Wasserbehälter und umlaufendem Wartungsgang befindet sich wiederum zwecks Wartung der Anlage, eine um laufende Galerie (gemauerte Brüstung in Fort führung der gemauerten Wände des Wasserbehälters), deren Trittflächen aus Stahlrosten bestehen; Zugang über feststehende Metalleiter.

Heutige Nutzung:

Ausstellungsraum; von den umlaufenden Wartungsgängen wurden die ehemals vollkommen geschlossenen Wände des Wasserbehälters durch vier mannshohe Zugänge geöffnet.

Sechsgeschossiger Zwischentrakt:

Zwischen den unterschiedlichen Höhen der Baukörper Wasserturm (Gebäude 3.01) und Fabrikation (Gebäude 3.0) vermittelnd. Nischenartig zurückgesetzt; sechs Geschosse, Flachdach mit vorkragender Dachplatte; Eingang mit waagerechter Verdachung; Lichtband weitgehend geöffnet, originales Fensterband in Metall mit kleinteiliger Sprossengliederung (das oberste Treppenhausgeschoß gibt ausschließlich Zugang zum Wasserbehälter).

Gebäude 3.0: Fabrikation (Winkelbau nach Südwest)

Vier Geschosse, Putzfassaden (ehemals weißer Kalkanstrich), Flachdach; Höhe: 17,5 Meter.

Fassade nach Norden: drei Achsen; rechts Treppenhaus.

Treppenhaus:

In der rechten Achse; die Fassaden- und Geschoßgliederung des anschließenden Fabrikationsgebäudes aufnehmend. Fünf Geschosse, je Treppenhaus flache Ecknische mit waagerechter, über Eck geführter, gesimsartiger Verdachung; je Geschoß in Höhe der Geschoßpodeste originale Querrechteckfenster (der Wiederaufbauzeit) sowie annähernd quadratische seitliche (nach Westen) Fenster in Metall, Horizontal- und Sprossenteilung.

Treppenhaus, innen:

Zweiläufige Betontreppen, Geschoßpodeste; kniehohe verputzte, oben gerundete Wangen, Geländer mit horizontalen und vertikalen Streben sowie Handlauf in geschmiedetem Stahl.

Fabrikation:

Fassade nach Norden:

im Erdgeschoß über die gesamte Fassadenbreite Laderampe mit waagerechter Verdachung und seitlichen Treppen; in der Fassadenmitte zweiteiliger Eingang (zum Aufzug) in Metall (erneuert); in der Fassadenmitte filigranes vertikales Lichtband bis zum abschließenden Dachaufsatz mit vorkragender Platte, originale Verglasung in Metall mit Sprossenteilung; Öffnungen der rechten Achse annähernd quadratisch, originale Metallfenster (der Wiederaufbauzeit) mit horizontaler Teilung, Sprossengliederung; Fenster im 2. Obergeschoß erneuert; Öffnungen der linken Achse als breite querrechteckige Bänder, originale Metallfenster (der Wiederaufbauzeit) mit Sprossengliederung.

Fassade des westlichen Abschnitts nach Osten:

Fünf Achsen; gleichförmige Querrechtecköffnungen, Fenster im Erdgeschoß mit kleinteiliger Sprossengliederung original (der Wiederaufbauzeit), Fenster der Obergeschosse in Metall mit Horizontal- und Vertikalgliederung erneuert (Erdgeschoß z. T. durch eingeschossigen Baukörper (Gebäude 4.1) im Bauverband umbaut).

Fassade des südlichen Abschnitts nach Norden:

Drei Achsen; in der Mittelachse risalitartiger Vorbau (Aufzug) mit abschließendem Dachaufsatz, vorkragende Dachplatte, filigranes vertikales Lichtband bis zum Ansatz der Verdachung des Dachaufsatzes, originale Verglasung in Metall mit Sprossenteilung; in den Außenachsen Querrechtecköffnungen, Fenster in Metall mit Horizontal- und Vertikalteilung original (der Wiederaufbauzeit) – (Erdgeschoß durch eingeschossigen Baukörper (Gebäude 4.1) im Bauverband umbaut).

Im Winkel der Baukörper nachträglicher Einbau einer Außentreppenanlage in Metallkonstruktion; Treppen mit Geschoßzugängen, Podeste und Geländer in Metall.

Fassade nach Osten:

Zwei Achsen, gleichförmige Querrechtecköffnungen, Fenster in Metall mit Horizontal- und Vertikalteilung original (der Wiederaufbauzeit).

Fassade nach Süden:

Erdgeschoß z. T. verändert: nachträglicher Anbau einer Rampe mit Verdachung in Glas; Einbau einer breiten Öffnung mit Rolladen in Metall; rechts nachträglicher Einbau eines Eingangs innerhalb einer Nische; nachträgliche Veränderung der Fenster- und Türöffnungen; heute z. T. noch erhaltene originale Querrechteckfenster (der Wiederaufbauzeit) mit Oberlichtern in Metall mit Sprossenteilung. Obergeschosse: ehemals vollkommen geschlossen; in unmittelbarer Nachkriegszeit Öffnungen durch Fensterbänder in den oberen Geschoßbereichen; gleichförmige, durch den Rhythmus der Stahlbetonstützen vorgegebene Einheiten von je vier Fensterbändern in Metall mit kleinteiliger Sprossenteilung.

Fassade nach Westen:

Sechs Achsen, Querrechteckfenster mit Horizontal- und Vertikalteilung in Metall erneuert (Erdgeschoß durch eingeschossigen Baukörper im Bauverband umbaut).

Gebäude 3.0: Fabrikation (im Inneren)

Der Fabrikation mit Fließbandanlagen entsprechend nur von Stützen untergliederte Großräume. Fußböden: z. T. Backstein, z. T. gestrichen, z. T. Boden fliesen, rot, z. T. Betonböden. Wände z. T. in Sichtbeton, z. T. verputzt; z. T. niedriger Wandsockel einreihig gefliest. Innerhalb der Großräume Stützen mit winkelförmigen Auflagern in Sichtbeton; Sichtbetondecken mit Unterzügen; im obersten Geschoß z. T. gemauerte Trennwände; Pilzstützen in Sichtbeton. Das oberste Geschoß wird zusätzlich von oben, durch satteldachförmige Aufsätze in Glas belichtet. Geschoßabschlußtüren in Metall erneuert; originale Aufzugtür in Metall.

Veränderungen: nachträgliche Separierung der Großräume durch reversible Rigips-Wände in kleinere Ein zelräume (Künstlerateliers), die durch Flure erschlossen werden.

Gebäude 4.1: Gebäude für Anlieferung und Versand;

Souterrain: ehemals Gießhalle für Wachswaren (heute Schreinerei)

Dem Winkelbau der Fabrikation nach Nordosten vorgelagertes Gebäude, bestehend aus zwei eingeschossigen Riegeln, die im rechten Winkel ein innenliegendes Souterrain umschließen.

Eingeschossig; nach Norden vorgelagerte Rampe mit waagerechter Verdachung auf Sichtbetonauflagern; Putzfassade, neun Achsen; vier Eingänge, zweiflügelige Metalltüren erneuert, Oberlichte z. T. original in Metall mit kleinteiliger Sprossengliederung; Eingang links erneuert; Fenster z. T. original in Metall mit kleinteiliger Sprossengliederung, z. T. erneuert; unterhalb der Rampe: originale Querrechteckfenster in Metall mit Sprossengliederung zur Belichtung des Souterrain.

Nach Osten: Putzfassade, vier Achsen (ehemals sieben Achsen); Querrechtecköffnungen (drei Öffnungen geschlossen), Fenster erneuert; im Sockelbereich: originale Querrechteckfenster (der Wiederaufbauzeit) in Metall mit Sprossengliederung zur Belichtung des Souterrain.

Nach Süden: Putzfassade, zwei Achsen (ehemals drei Achsen), Querrechtecköffnungen, Fenster erneuert.

Gebäude 4.1: Souterrain Von den beiden eingeschossigen Riegeln umgeben.

Zugang: Über eine vom Fabrikhof abwärts führende, dem eingeschossigen Gebäude nach Süden vorgelagerte Ram pe erschlossen. Dach: Flaches, geneigtes Satteldach, Dachpappendeckung; auf lagernden Unterbauten erheben sich drei parallel zugeordnete kastenartige Glasaufbauten auf Sichtbe tonmauern; Glasdächer in Metall.

Im Inneren:

Großraum, diverse kleinere Räume; z. T. Bodenfliesen; auf Sichtbetonstützen ruhen abgewinkelte Binder in Sichtbeton, die die Form des flachen Satteldaches vorgeben, Sichtbetondecken.

Gebäude 4.0

Eingeschossiges Gebäude westlich im Bauverband zum Fabrikationsgebäude.

Eingeschossig; Putzfassaden, neun Achsen, Flachdach; rechte Achse: Eingangsnische, Gewände verputzt und scharriert; acht querrechteckige Metallfenster (erneuert), Unterlichte, zweigeteilte Fenster in Metall; oberhalb des Sockels: originale Querrechteckfenster (der Wiederaufbauzeit) in Metall mit Sprossenteilung zur Belichtung des Souterrain.

Zugang zum Souterrainbereich:

Links: breite Öffnung zum Souterrainbereich über Treppe; kniehohe Brüstung, Geländer in geschmiedetem Stahl.

Gebäude 4.0: Souterrain: Wachsschmelze;

Erdgeschoß: heute Kantine und Büroräume (im Bauverband zum Kesselhaus nach Süden)

Souterrain und Erdgeschoß: Fassade nach Westen, neun Achsen, originale Hochrechteckfenster in Metall (der Wiederaufbauzeit), Sprossenteilung; zwei Eingänge, Türen in Metall, erneuert, sprossengeteiltes Oberlicht in Metall original. Erdgeschoß: neun Achsen, Hochrechteckfenster mit Oberlicht in Metall (der Wiederaufbauzeit), sprossenge teilt (ehemals zurückgesetzte gebogene Binder mit Belichtung durch Glasbausteine), nachträg lich aufgestockt (heute Kantine).

Gebäude 4.0: Zwischenbau (nach Norden zwischen Kesselhaus und Wasserturm)

Vier Achsen, originale Hochrechteckfenster in Metall (der Wiederaufbauzeit), sprossengeteilt; zweigeteilte Eingangstür in Metall, sprossengeteilte Verglasung; vorgelagerte Rampe mit seitlicher Treppe, Treppengeländer in geschmiedetem Stahl; links Zugang zum Souterrain.

Gebäude 6.1: Heizkessel / Braunkohlenbunker / Maschinenhaus Von Nord nach Süd zweifach abgestufter Baukörper.

Im Norden: Kesselhaus mit Dachaufsatz in der Mitte über die gesamte Tiefe des Gebäudes.

Im Süden: Maschinenhaus.

Nordfassade: Putzfassade (ehemals weißer Kalkanstrich), weitgehend geschlossen; Flachdach mit Aufsatz in der Fassadenmitte; eine annähernd quadratische Öffnung im rechten Erdgeschoßbereich, Metallfenster mit Sprossenteilung (ein weiteres nach links zugeordnetes Fenster ist heute geschlossen; die mittig angeordnete Nischen gliederung entfernt).

Westfassade (weitgehend geschlossen):

Erdgeschoß: vier Fensterachsen, originale Hochrechteckfenster in Metall (der Wiederaufbauzeit), Sprossenteilung; Souterrain Eingang, zweiteilige Metalltür.

Ehemaliges Maschinenhaus:

Im Inneren: eingeschossiger Raum (heute Atelier) über die Gesamthöhe des Gebäudes; im unteren Bereich der Wand Backsteinverblendung, gestrichen; z. T. Bodenfliesen, rot.

Gebäude 6.11: Rundschornstein

Höhe: 42 Meter; auf dem Maschinenhaus, Backstein, sich nach oben verjüngender Schaft.

BÜROGEBÄUDE Pavillon, rechts (Pförtnerhaus)

Rundbau, nach Nord/Nordwest im Bauverband zu Gebäude 1.1 (Bürohaus). Erbaut: 1949; Architekt: Valentin Pollack (1900 - 1994); eingeschossig, Putzfassade, Flachdach, weit vorkragende, dem gerundeten Baukörper folgende waagerechte Dachplatte; nach Osten und Westen geschoßhoher Eingangsvorbau, jeweils zweiteiliges Portal mit geradem oberen Abschluß, Türen in Metall, weitgehend verglast, Horizontalteilung; dekorativer Handknauf, Metall; nach Südwesten schmale Eingangstür in Holz, z. T. verglast, Oberlicht; rundum schmale hochrechtekkige Fenster in Holz, horizontale Mittelteilung; zur Straße Fenstergitter in geschmiedetem Stahl.

Im Inneren:

Fußboden: Natursteinplatten/Solnhofer Platten;

Portal (nach Norden zum Bürohaus): Zweiflügeltür in Metall, dekorativer Handknauf in Metall; Gewände und gerundeter Sturz mit originaler Verblendung in Natursteinplatten. Nach Nord/Nordwest Wandnischengliederung in Anlehnung an die Fensterachsen; der Rundung folgende Deckenstuckprofile mit gekehltem Deckenansatz; gerundete Sitzbänke in Holz entlang der nord/nordwestlichen Wand.

Annex, (den eingeschossigen Pavillon mit dem viergeschos sigen Bürohaus nach Norden (Gebäude 1.1) verbinden der Baukörper)

Eingeschossig, Putzfassade, Flachdach.

Straßenseitig zwei Achsen, je Achse drei schmale hochrechteckige Fenster in Holz, horizontale Mittelteilung, Fenstergitter in geschmiedetem Stahl. Nach Westen eine Achse, vier schmale hochrechteckige Fenster in Holz, horizontale Mittelteilung.

Straßenseitig von kniehoher, verputzter Einfriedungsmauer mit geschmiedetem Stahlgitter eingefaßter Ziergarten.

Pavillon, links

Rundbau, nach Süd/Südwest im Bauverband zu Gebäude 1.2 (Bürohaus). Erbaut: 1949; Architekt: Valentin Pollack; eingeschossig, Putzfassade, Flachdach, weit vorkragende, dem gerundeten Baukörper folgende waagrechte Dachplatte; nach Norden schmale Eingangstür (nachträglich eingefügt); rundum schmale hochrechteckige Fenster, zur Straße neun originale Holzfenster mit horizontaler Mittelteilung und geschmiedeten Stahlgittern (ein Fenster erneuert); nach Westen sechs Einscheibenfenster in Kunststoff erneuert.

Im Inneren: vollständig verändert; originale Fensterbänke in Naturstein.

Annex (den eingeschossigen Pavillon mit dem dreigeschossigen Bürohaus nach Süden (Gebäude 1.2) verbindender Baukörper):

Eingeschossig, Putzfassade, Flachdach.

Straßenseitig eine Achse, drei schmale hochrechteckige Fenster in Holz, horizontale Mittelteilung, Fenstergitter in geschmiedetem Stahl. Nach Westen zwei Achsen, links zwei schmale hochrechteckige Fenster in Holz, horizontale Mittelteilung; rechts Portalvorbau, waagrechte profilierte Wetterplatte; zweiflügelige Tür in Metall, weitgehend verglast, dekorativer Türknauf.

Straßenseitig von kniehoher, verputzter Einfriedungsmauer mit geschmiedetem Stahlgitter eingefaßter Ziergarten.

Gebäude 1.2: Bürohaus, links Erbaut 1949; Architekt: Valentin Pollack.

Drei Geschosse, sieben Achsen (Fassadenrhythmus: 2:3:2; Putzfassade, Flachdach; annähernd quadratische Fenster mit geradem Abschluß, Holz, dreigeteilt, Horizontalsprosse, z. T. Kastenfenster; Fenster z. T. erneuert (originale Teilung), z. T. als Doppelfenster.

Nordfassade: drei Geschosse, drei Achsen, Putzfassade, annähernd quadratische Fenster mit geradem Ab schluß, Holz, dreigeteilt, Horizontalsprosse.

Rückfassade:

Drei Geschosse, sieben Achsen, Putzfassade, breite Mittelachse (Fassadenrhythmus: 3:1:3); Eingangsvorbau mit geradem, profilierten Abschluß; Zweiflügeltür in Metall, dekorativer Türknauf; Vertikalvergitterung in geschmiedetem Stahl; annähernd quadratische Öffnungen mit geradem oberen Abschluß, dreigeteilte Holzfenster mit Horizontalsprosse.

Im Inneren:

Treppenhaus in der Mittelachse: gerade zweiläufige Treppe, geschoßweise versetzte Treppenpodeste; Kunststeinbodenbelag, Geländer in geschmiedetem Stahl; Türen und Gewände in Holz; die Geschosse erschließende Flure mit Oberlichten zu den seitlich liegenden Räumen. Büroräume: hohe Räume mit sichtbar belassenen Unterzügen; Kunststeinbodenplatten; Fensterbänke in Naturstein.

Gebäude 1.1: Bürohaus rechts Wiederaufbau ab 1949, Architekt: Valentin Pollack.

Straßenseitige Fassade: Souterrain, drei Geschosse, Staffelgeschoß; sechs Achsen, Flachdach, Putzfassade; Querrechteckfenster in Holz, sprossengeteilt, z. T. Kastenfenster. Staffelgeschoß: links über die Dachkante hinausragender weitgehend geschlossener turmartiger Baukörper (Aufzuggehäuse); rechts: durchlaufendes Fensterband unter weit vorkragender, von sechs Pfeilern getragene Dachplatte. Links zurückgesetzter, nach Süden orientierter Riegel; zur Straße hin weitgehend geschlossen, im Staffelgeschoß zwei annähernd quadratische Einscheibenfenster im Verband.

Straßenseitig von kniehoher, verputzter Einfriedungsmauer mit geschmiedetem Stahlgitter eingefaßter Ziergarten.

Südfassade: im Erdgeschoß links Eingangsvorbau mit waage rechter Verdachung (durchlaufend zum Flachdach des eingeschossigen Gebäudes im Bauverband), Zweiflügeltür in Metall, Vertikalsprossenteilung in geschmiedetem Stahl. In den Obergeschossen je neunteiliges sprossengeteiltes Fensterband in Holz; im Staffelgeschoß ein die gesamte Fassadenbreite überspannendes siebenteiliges Fensterband (über die Gebäudekante nach Westen verlängert), bestehend aus Einscheibenfenstern (ursprüngliche Sprossenteilung entfernt); abschließend profiliertes Horizontalgesims in Holz über die Gebäudekante nach Westen verlängerte Markisenleiste).

Rückfassade: links fünf Achsen, sprossengeteilte Querrech teckfenster in Holz, z. T. Kastenfenster. Staffelgeschoß: durchlaufendes kleinteiliges Fensterband unter weit vorkragender, von fünf Pfeilern getragener Dachplatte.

Fensterband über die gesamte Fassadenbreite.

Rechts risalitartig vorkragender, nach Süden orientierter Riegel: Erd- und Obergeschosse: je fünf kleine Einscheibenfenster mit Oberlicht; im obersten Geschoß: rechts zwei zusammengefaßte Einscheibenfenster über die Gebäudekante nach Osten verlängert); profiliertes Horizontalgesims in Holz.

Nordfassade: weitgehend geschlossen, annähernd in der Mitte je Hauptgeschoß ein sprossengeteiltes Hochrechteckfenster in Holz.

Im Inneren:

Treppenhaus: Boden- und Wandplatten in Solnhofer Naturstein, Wand im oberen Bereich verputzt, Treppe und Treppenpodeste in Solnhofer Naturstein; Geländer in geschmiedetem Stahl, dekorativ gestaltete Stäbe, Handlauf in Metall. Treppenhaus/Staffelgeschoß: Bodenplatten in grünem Kalkstein, Aufzuggewände in grünem Naturstein. In den Büroräumen der Hauptgeschosse keine Originalsubstanz. Staffelgeschoß (ehemals Chefetage): z. T. Parkettboden und Holzdielenboden; Türen und Gewände in Holz; im Hauptraum Deckenstuck profile mit gekehltem Deckenansatz.

Toranlage:

Das den Hof erschließende zweiflügelige Eingangstor in geschmiedetem Stahl erneuert; flankierende Torpfosten mit abschließenden Laternen in Metall (Originale entfernt).

Denkmalrechtliche Würdigung

Das Fabrikgebäude an der Eupener Str. 57 - 59, einschließlich der straßenseitigen Büro- und Pavillonbauten sind Baudenkmale im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes Nordrhein-Westfalen (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen, für Städte und Siedlungen und für die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse ist, als auch künstlerische, wirtschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt aus Folgendem.

Ortsgeschichte

Die Siedlungsentwicklung des stadtauswärtigen Geländes westlich des Gürtels, nördlich der Aachener Straße, beiderseits der Gürtelbahn und zwischen der in Ost-West-Erstreckung verlaufenden Aachener- und Stolberger Straße vollzog sich seit der unmittelbaren Vorkriegszeit um 1905/1915. Die Architekten Karl Alsdorff (1866 - 1924), Fritz Klein, Goswin Baumhögger (*1904) und Heinrich Feill führten hier um den Pauliplatz an der Pauli- und an der Eupener Straße zahlreiche villenartige Bauten aus. Eine systematische Bebauung westlich im Bereich Malmedyer / Eschweiler Straße mit Villen, gehobener Wohnbebauung mit überwiegend Einfamilien- und vornehmen Mehrfamilienhäusern setzte während der Zwischenkriegszeit ein. Der Architekt Otto Müller-Jena (1875 - 1958) sowie die Baugesellschaft Barbarossa erschlossen in den 1920er und 1930er Jahren das Gebiet entlang und nördlich der Aachener Straße. Dieses vorwiegend durch Wohnnutzung geprägte, durch Grün aufgelockerte Wohnviertel im näheren Bereich zum Stadtwald erfuhr durch Ausgreifen des industriell geprägten Ortsbereichs Ehrenfeld / Bickendorf nach Süden und Südwesten und des Industriegeländes östlich des Maarhofviertels eine allmähliche Strukturveränderung. An der Nahtstelle Eupener / Eschweiler Straße ist die differenzierte Entwicklung der unabhängig gewachsenen und unterschiedlich geprägten Bereiche noch heute deutlich nachvollziehbar. Nach starken Kriegszerstörungen und anschließender Neu- und Wiederaufbautätigkeit erstreckt sich heute das gesamte Ehrenfeld-Müngersdorfer Industriegebiet zwischen den Wohngebieten an der Aachener und Venloer Straße.

Die Eupener Straße, nördlich der Aachener Straße gelegen, zeigt heute beidseitig anstehende großräumige Fabrikanlagen. Die Aachener Straße als Hauptverkehrsweg für den Transport mit Lastkraftwagen sowie Gleisanlagen zu den Güterbahnhöfen Köln-Bickendorf, Köln-Gereon und Köln-Melaten stellten die Infrastruktur für Zulieferung von Rohstoffen und vorgefertigten Gütern und für den Abtransport der Fertigprodukte sicher. Die Sidol-Werke verfügten ehemals über einen auf dem Fabrikgelände installierten Gleisanschluß mit Drehscheibe und Anbindung an die umliegenden Güterbahnhöfe. Das Gebiet um die Aachener Straße, im Bereich des EhrenfeldMüngersdorfer Industriegebietes weist eine differenzierte und effektive Infrastruktur von Verkehrswegen auf (Fernstraßen- und Autobahnanschluß und -kreuz).

Das Gelände, auf dem seit den späten 20er Jahren die von Otto Müller-Jena errichteten Fabrikbauten der Sidol-Werke Siegel & Co. anstehen, war bis zur Jahrhundertwende – in unmittelbarer Nähe befanden sich Sand- und Kiesgruben – weitgehend nicht erschlossen. Nach Norden hin erstreckte sich seit dem ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts die Orivit AG, Produktionsstätte für kunstgewerbliche Metallwaren (Eupener Str. 57) und seit 1911 die ersten Fabrikationsgebäude chemisch-technischer Präparate von Oskar Siegel und Cie., Eupener Str. 59, die später den Neubauten von 1926 bis 1928 wichen.

Firmen- und Baugeschichte

Die Anfänge des Unternehmens (1903: Eintragung in das Kölner Handelsregister) datieren aus den ersten Jahren des Jahrhunderts, als Oskar Siegel und Eugen Wolff 1904 in der Eifelstr. 21 die Produktion begannen, den Produktionsbetrieb 1910 nach Nippes in die im Blockinnenbereich des Gebäudes Franziskastr. 6 gelegenen Behausungen verlagerten sich bereits ein Jahr später in Neubauten (eingeschossiges Fabrikgebäude mit Bürohaus) auf dem erworbenen Grundstück Eupener Straße in Köln-Müngersdorf etablierten.

Der rasche Erfolg der Chemischen Fabrik Siegel ist Ausdruck des seit dem späten 19. Jahrhundert sich entwickelnden Aufschwungs der Chemieproduktion in Deutschland. Traditionelle Bereiche, wie die Soda-, Chlor und Schwefelsäureherstellung wuchsen in großindustrielle Dimensionen. Die enormen Wachstumsprozesse in der Blütezeit der kapitalistischen Gesellschaft und die technische Leistungskraft jener Zeit bestimmten auch die baulichen Anlagen der Großkonzerne. Die Firma erlangte bereits im ersten Jahrzehnt ihres Bestehens eine marktbeherrschende Position auf dem Markt für Metallreinigungserzeugnisse und baute diese über Jahrzehnte kontinuierlich aus. Zu Ende der 30er Jahre hatte die Firma einschließlich der Tochterunternehmungen ca. 4.000 Mitarbeiter. Sidol-Erzeugnisse wurden damals in 50 Länder der Welt verkauft (Erzeugnisse: Sidol, Metallputz; Leder- und Fußbodenpflege; Lodix, Schuhpflege; Sigella, Bohnerwachs; Polifac, Autopflege; Jumbo, Herdputz; Vulkan, Ofenpflege; Mottex und Nipa Fliegentod, Insektenvertilgung).

Das frühe Ausgreifen auf weltweite Absatzgebiete (bereits im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts bediente das Unternehmen weltweite Exportmärkte) ließ einhergehend mit immens steigenden Produktionszahlen die für die Fabrikation notwendigen Flächen (ca. 100.000 qm Werksgelände), die mit Gebäuden für eine großindustrielle Produktion bebaut wurden, sich ausweiten. Die Katastrophe des Zweiten Weltkriegs setzte dem stetigen Wachstum vorerst ein Ende. Der Wirtschaftsaufschwung seit den 1950er Jahren bedeutete weitgehend eine allmähliche Konsolidierung des Unternehmens, die sich in Gestalt von Wiederauf- und Neubauten ausdrückt (Gebäude 1.3 bis 10). Bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts hinein weitete sich das Unternehmen kontinuierlich aus. Nachdem die Sidol-Werke 1969 mit den Düsseldorfer HenkelWerken fusionierten und dem Tochterunternehmen Thompson-Werke GmbH, Düsseldorf, angegliedert worden waren, erlosch das Unternehmen 1971. Nach 68 Betriebsjahren wurde die Chemische Fabrik Siegel & Co. stillgelegt.

Baugeschichte

Die äußerst erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens führte in den 20er Jahren zu der Entscheidung, statt Erweiterung und Ausbau der bestehenden Fabrikationseinrichtungen einen Neubau der Fabrikanlage zu errichten. Industrielle Massenfertigung und Rationalisierung des technischen Verlaufs des Produktionsprozesses durch Fließbandarbeit erforderten ebenso wie die Festlegung der einzelnen Funktionseinheiten eine differenzierte Gliederung der Baumassen.

Die Bauaufgabe der Neubauten für die Sidol-Werke umfaßte verschiedene, nach Produktionsablauf und -vielfalt zu gruppierende Baukörper. Der Kernbereich der Werksanlage umfaßt:

- Gebäude 6.1 / 6.11:

Gebäude für Maschinen, Braunkohlenbunker und Heizkessel,

- Gebäude 4.0:

Wachsschmelze,

- Gebäude 3.0:

Viergeschossiges Gebäude der Fabrikation,

- Gebäude 3.01:

Turmbau mit Wasserreservoir,

- Gebäude 4.1:

Eingeschossiges Lager- und Versandgebäude

Der Betriebsablauf industrieller Fließarbeit von der Produktion bis zum Versand des Fertigproduktes und Vorgaben technischer und baupolizeilicher Art gaben das Funktionsprogramm für den Bau der Fabrik vor. Benennbare Anordnung der Produktionsberei-che, Vorgaben an Zweckmäßigkeit, Übersichtlichkeit und Kontrollierbarkeit erforderten eine Systematisierung, die den Grundriß der Baulichkeiten für die industrielle Massenfertigung weitgehend festlegten. Otto Müller-Jena setzte die Bauaufgabe durch die Gruppierung der Baukörper nach Maßgabe des technischen Verlaufs der Produktion um. Die Massivbauweise in Stahlbeton wurde als der industriellen Zweckarchitektur angemessene Konstruktion gewählt.

Architektonische Gestaltung (Innen- und Außengestaltung)

Der Neubau der Fabrikanlage von 1926/1928 setzt sich aus nach Funktionen geordneten Baukörpern zusammen. Die Gebäude für Braunkohlenfeuerung, Heizkesselanlage mit charakteristischem Schornstein, in der der Dampf für die Kraftmaschinen erzeugt wurde, und Wachsschmelze sind wegen der Explosions- und Brandgefahr sowohl von den im Osten gelegenen Hauptgebäuden mit Fabrikationsanlagen und den Lager- und Versandgebäuden abgerückt und nach Westen hin isoliert, als auch wurden die Anlagen, in denen mit großer Hitzeentwicklung Energie erzeugt, Rohstoffe aufgearbeitet und Lösungsmittel gemischt wurden, in tiefabgesetzten Keller- bzw. Souterraingeschossen mit einschränkter Tagesbelichtung installiert. Der sechsgeschossige Turm mit bekrönendem Wasserreservoir, dessen Funktion darin bestand, den Druckausgleich des benötigten Kühlwassers für die Produktion wachs- und terpentinhaltiger Stoffe (Sidol-Metallputz) zu gewährleisten, erhebt sich nach Osten in unmittelbarer Nähe zu Kessel- und Schmelzhaus. Der Baukörper steht im Verband zum östlich anschließenden viergeschossigen Fabrikationsgebäude, dessen Treppenhaus Zugang zu den Turmgeschossen und zum Wasserbehälter gewährt. Das viergeschossige Fabrikgebäude, dessen nur von Stahlbetonträgern unterteilte Großraumebenen durch die intensive Tätigkeit vieler Arbeitskräfte an Fließbandanlagen bevölkert war, zeigt hingegen eine großzügige natürliche Belichtung durch nach Norden und Osten gerichtete, großflächige Fensterbänder in allen Geschossen, während das oberste Geschoß zusätzlich durch satteldachförmige Aufsätze in Glas belichtet wird. Von der Produktion gelangten die in Blechdosen abgefüllten Fertigerzeugnisse in das niedriggeschossige, nach Nordost der Fabrikation vorgelagerte Gebäude für Verpackung, Lagerung und Versand. Zahlreiche breite Öffnungen geben Zugang zu überdachten Rampen, von denen die zügige Verladung und Abfuhr mit Lastkraftwagen abgewickelt wurde. Der Produktionsverlauf von der Bearbeitung und Mischung der Grundstoffe, über deren Verarbeitung, Abfüllung und Verpackung bis hin zum Versand, vollzieht sich in funktionsorientierten Gehäusen, die sich von Westen nach Osten aneinanderreihen. Die Gruppierung der im Bauverband angelegten Bauten bildet ein Ensemble vertikal gestaffelter und horizontal rhythmisierter kubischer Körper. Die gleichartige Konstruktion aller Teile in Stahlbetonskelettbauweise vereinheitlicht den Gesamtkomplex und bestimmt als wesentliches Gestaltungsmittel die verputzten und mit weißem Kalkanstrich überzogenen Fassaden.

Künstlerische Gestaltung

Das einheitliche Konstruktionsgerüst als bauliches Grundmuster gibt den einzelnen Baukörpern eine schlichte kubisch-geometrische Gestalt, die durch den übergreifenden gleichförmigen Rhythmus horizontaler und vertikaler Linien betont wird. Im Erdgeschoß bilden vorkragende Rampen mit Horizontalverdachung ein Pendant zu den, in ihrem Ausmaß durch den Abstand der Stahlbetonträger vorgegebenen, in der Fläche ruhenden Fensterbändern mit kleinteiliger Sprossengliederung, die ein Maximum an Licht ermöglichen. Das Dach spielt im Erscheinungsbild der Bauten keine Rolle, ledigich eine filigrane Dachkante bildet den oberen Gebäudeabschluß. Die weitgehend geschlossen gehaltenen Baukörper des Kesselhauses, des Wasserreservoirs und der risalitartigen Lastenaufzuggehäuse zeigen eine vertikale Fassadenstruktur durch geschoßübergreifende schmale Lichtbänder und turmartige – dem Formenrepertoire expressionistischer Architektur entlehnte – Dachaufsätze, die mit weit vorkragender Dachplatte eine waagerechte Bekrönung ausbilden. Den alle Gebäude überragenden, dynamisch emporstrebenden Turmbau auf rechteckiger Grundfläche gliedern eine geböschte Lisenengroßordnung mit kräftigen Eckvorlagen und ein deutlich abgesetzter Kopfteil. Das mit 42 Meter Schafthöhe in Backstein gemauerte Gebäude des Rundschornsteins über dem Maschinenhaus wurde in traditioneller Bauweise errichtet. Die auf kubische Grundformen reduzierten Baukörper zeigen einen einheitlichen, glatten Fassa-denverputz und außenbündig in die Fassaden eingesetzte Fenster. Details, wie die über Eck verlaufenden Fensterbänder, vermitteln einen entmaterialisierten Eindruck des architektonischen Erscheinungsbildes. Im Inneren der Baukörper, insbesondere in den Einraumgeschossen des Fabrikationsgebäudes, die ein hohes Maß an interner Flexibilität gewähren, sind die Tragkonstruktion in Gestalt der Stützen und Unterzüge sowie Wände und Decken in Sichtbeton als Gestaltungsmittel bewußt sichtbar belassen.

Die Fabrikbauten unterstellen ihre Form dem bildhaft ablesbaren Ausdruck der Funktion. Das dem Grundriß der Baulichkeiten zugrundeliegende System des technischen Verlaufs des Produktionsprozesses spiegelt sich ebenso in den Aufrissen der durch horizontale Rhythmisie-rung und vertikale Staffelung bewegten Gebäudevolumen. Die der zweckmäßigen Anordnung und dem Verlauf industrieller Massenfertigung entsprechende rationale Struktur des architektoni-schen Ensembles spricht die funktionalistische, zeitgemäß-avantgardistische Architekturauffas-sung der Moderne aus.

Zeugnishaft werden durch die Fabrikanlage die Rationalisierungsbestrebungen in der deutschen Industrie der 20er Jahre unseres Jahrhunderts, die technische Leistungskraft jener Zeit und ihre ästhetischen Leitbilder dokumentiert. Das Bautenensemble ist ein Symbol selbstbewußter industrieller Darstellung, kurz bevor Wirtschaft und Gesellschaft einen unheilvollen Niedergang erlebten und Krise und Diktatur der künstlerischen Avantgarde ein Ende setzten.

Die Fabrikbauten von 1926/1928 haben keine gravierenden Kriegsschäden erlitten und besitzen im wesentlichen noch ihre ursprüngliche Gestalt.

1949 errichtete Valentin Pollack den Neubau für ein dreigeschossiges Bürohaus (Gebäude 1.2) und führte den Wiederaufbau des gegenüberliegenden teilkriegszerstörten Verwaltungsgebäudes (Gebäude 1.1) zu einem viergeschossigen Bürohaus aus. Die Einfahrt zum Fabrikgelände faßte er durch Neubauten von zwei seitlich plazierten Pavillon-Rundbauten, die als Pförtnerhäuser dienten, ein. Die äußere Gestaltung der beiden Bürohäuser ist den Architekturformen der historischen Fabrikgebäude angelehnt. Die in Stahlbeton errichteten Bauten mit glattem Verputz und hellem Anstrich sind flach gedeckt und zeigen sprossengeteilte Fensterbänder sowie Querrechteckfenster. Das Staffelgeschoß des Gebäudes 1.1 hingegen erhielt mit dem durchlaufenden und über Eck fortgesetzten Fensterband unter weit vorkragender und von Pfeilern getragener Dachplatte, eine für die Architektur der Nachkriegszeit charakteristische Erscheinung. In diesem Obergeschoß mit großflächiger Befensterung nach Westen, vorgelagerter Terrasse und Ausblick zur und über die Fabrikanlage hinaus, residierte die Fabrikleitung. Das kostbar und individuell gestaltete Treppenhaus, der aufwendig mit Naturstein gestaltete Eingangsbereich und ein konservativ-elegant gestaltetes Geschäftsleitungsbüro (Ausstattung mit Parkettboden und Deckenstuckdekor) gliederten diesen Bereich gestalterisch aus der Sphäre der Produktionsstätte aus.

Die beiden Pavillon-Rundbauten mit flacher, weit vorkragender und dem Fassadenverlauf folgender Deckplatte über weitgehend – der Funktion der Gebäude entsprechenden – durch gereihte schmale Fenster aufgelösten Fassaden, zeigen eine für die Architektur der 1950er Jahre charakteristische Gestaltung.

Das Fabrikgebäude der Sidol-Werke an der Eupener Straße ist ein Bauensemble, das auf höchstem Niveau die funktionalistische Architekturauffassung der Moderne überliefert. Es ist wertvolles Dokument für das historische Bauschaffen der Zwischenkriegszeit eines sich stetig ausweitenden großindustriellen Produktionsbetriebes. Die äußerst qualitätvolle Gestaltung der Baukörper läßt das Bestreben der Bauherren in Einheit mit dem bauausführenden Architekten nach einer zeitgemäßen Gestaltung der gebauten Umwelt erkennen. Die hier angesprochene Tendenz in der Architekturentwicklung ist an den Gebäuden, einschließlich der von Valentin Pollack 1949 realisierten Bürobauten mit Pavillons, so wie sie heute erscheinen und trotz geringfügiger Veränderungen in den Details, noch deutlich nachvollziehbar.

Das Fabrikgebäude von 1926/1928 sowie die Büro- und Pavillonbauten von 1949 sind wegen ihrer Bedeutung für die Geschichte des Industrieprozesses in Köln-Braunsfeld erhaltenswert. Als herausragendes Dokument der internationalen avantgardistischen Baukunst der 20er Jahre unseres Jahrhunderts ist die Fabrikanlage wegen ihres hohen architekturhistorischen Wertes zu erhalten. Als gebaute Zeugnisse des Wiederauf- und Neubaus nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges sind ebenfalls die straßenseitigen Bürobauten mit Pavillons im Bauverband schützenswerte Objekte.

Das überkommene Ensemble von Fabrikanlage und Bürohäusern ist wertvoller historischer Bestand im Ortsteil Braunsfeld und als unverzichtbares Dokument der städtisch geprägten Industriekultur und Baukunst in Köln erhaltenswert.

Referenz: 2045


Das Denkmal hat die Nummer 8264 und ist seit dem 20. Januar 1998 geschützt.

Denkmal <Fabrik und Bürohäuser (Sidol-Werke Siegel & Co.)> bearbeiten
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