Wohnhaus

Heinestr. 10, 50931 Köln - Lindenthal
Errichtet: 1927


  • zwei Geschosse, giebelständig, ausgebautes Satteldach
  • Backsteinfassade (weiß geschlämmt)

 

 Fassade/Aufbau

  • Dach mit profiliertem, leicht vorkragendem Ortgang
  • Fenster komplett erneuert (sprossierte Kunststoffenster)

 

Straßenfront

  • Erdgeschoss-Betonung durch mittigen erkerartigen Vorbau (profilierte Backsteinrahmung)
  • originale Schlagläden im Obergeschoss und Dachgeschoss

 

Nördliche Seitenfront

  • vorgestufter Treppenhausvorbau (daran rückwärtig angeschlossen eingeschossiger Küchentrakt) mit separatem Walmdach
  • originale Eingangstür mit profiliertem Türgewände (Backstein)

 

Rückfront

  • Gartenniveau durch Anböschung auf Terrassenniveau angehoben
  • Terrasse  mit Überdachung (Balkon im Obergeschoss)
  • rechts eingeschossiger Küchentrakt

 

Südliche Seitenfront

  • im Erdgeschoss mittig Erker mit Balkon (im Erdgeschoss starke Backsteinprofilierung) und übergiebeltem Dachaufbau
  • profilierter Sturz
  • Balkonbrüstung im Dachgeschoss mit doppeltem Zickzackmuster

 

Inneres

Innen

  • original Grundrisse außer Vergrößerung des Küchenraumes durch Zusammenlegung von
    • ehemaliger Küche
    • Anrichte
    • Speisenkammer
  • Treppenhaus
    • Holztreppe mit Handlauf (Speicherzugang verlegt)
    • Küchentür
    • Kellertür
  • Entree
    • WC-Tür
    • verspringende Deckenhöhen
    • zwei Deckenlampen im Eingangsbereich

 

Bestandteile des Denkmals sind

  • der das Haus umgebende Garten
  • die gemauerte Einfriedung.

 

 

Lindenthal wurde 1888 dem stadtkölnischen Gebiet eingemeindet. Der Vorort, der ab 1846 für die Wohnbebauung erschlossen wurde, entwickelte sich aufgrund günstiger Bodenpreise und nur vereinzelt vorhandener Industriebetriebe zu einem der bevorzugten Wohngebiete für wohlhabende Kölner Bürger. Vor allem in der Umgebung der Grünanlagen erfolgte eine Wohnbebauung, die ihren Höhepunkt kurz nach der Jahrhundertwende hatte.

Zwischen Gleueler Str. und Bardenheuerstr. verlaufend, gehört die Heinestraße zu einem Bereich zwischen Zülpicher Str. und Dürener Str., in dem die Ausbauphase um 1900 einsetzt und bis in die 20er Jahre anhält. In unmittelbarer Nähe der Universitätsklinik entstand eine Bebauung mit Ein- und Mehrfamilienhäusern und Villen, die durch Vorgärten und rückwärtige Gärten, Parks und Straßenbepflanzung aufgelockert ist. Architektonisch herausragend präsentiert sich die Heinestraße, deren Bebauung im wesentlichen durch Einzel- und Doppelvillen geprägt ist.

Das o.g., kurz nach der Mitte der 20er Jahre erbaute Objekt ist ein typisches bauliches Dokument der durch gehobene Wohnansprüche geprägten Bebauung, die in diesem Fall stilistisch durch eine Kombination von

  • Heimatstilelementen (hoch aufragender Spitzgiebel),
  • reduzierten, in Ansätzen noch am Expressionismus orientierten Elementen
  • Betonung der Kubatur, hier deutet sich die neue Sachlichkeit an,

                                                                                                  charakterisiert ist. Die strenge Gestaltung bewirkt nicht nur am Außenbau eine Konzentration auf die wesentlichen Architekturelemente, sondern bestimmt auch die innenräumlichen Qualitäten, wobei vor allem die zurückhaltende Inszenierung der Zugangssituation und des Treppenhauses zu erwähnen sind.

Vom seitlichen Eingang gelangt man über ein Entree mit betont niedriger Decke in einen hohen hallenartigen Raum, der als Mittelpunkt des Hauses durch seine räumliche Höhe eine gewisse repräsentative Qualität erhält, ohne den insgesamt sachlichen Gesamteindruck zu beeinträchtigen. Die sachliche, durch die Funktion bestimmte Baugliederung bestimmt auch die in Teilen erhaltene Innenausstattung.

Als Zeugnis der historischen Entwicklung des im Krieg erheblich zerstörten Stadtteils Lindenthal und als bauliches Dokument der architekturhistorischen Entwicklung in der Zeit zwischen Gründerzeit und Jugendstil einerseits und den modernen Strömungen (Expressionismus und Neues Bauen) andererseits ist das o.g. Objekt unverzichtbar für das Verständnis der Lindenthaler Stadtteilgeschichte.

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen.

Referenz: 4584


Das Denkmal hat die Nummer 8092 und ist seit dem 8. April 1997 geschützt.

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