Wohnhaus

Hansaring 18, 50670 Köln - Neustadt-Nord
Errichtet: 1888


  • vier Geschosse, zusätzliches Attikastockwerk
  • fünf Achsen
  • Werksteinfassade
  • Stil: Neo Renaissance

 

Bei dem Wohnhaus handelt es sich um ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Ortsgeschichtlich ist das Bauobjekt Zeugnis der nach 1881 ausgeführten Stadterweiterung von Köln, wobei die ursprüngliche "Ringstraße" das Kernstück der halbkreisförmig um die Altstadt angelegten, einmaligen, urbanistischen Neugründung war. Der sechs Kilometer lange Prachtboulevard war von seinen Planern, den Aachener Architekten Hermann Josef Stübben ( 1845-1936) und Karl Henrici (1842-1927), als eine "Kette festlicher Räume" in zehn Abschnitten von unterschiedlicher Breite und Gestaltung angelegt.

Besonders im mittleren Teil der Ringe, zu dem auch ein Teil des Hauseingangs gehört, waren vor allem die repräsentativen Bauten bevorzugt, in denen zumeist nach Kölner Tradition nur eine Familie wohnte. Die Einmaligkeit der meisten dieser prachtvollen Wohnhäuser, in denen sich eine Epoche der Kulturgeschichte und des Städtebaus spiegelt, hat sich durch nachfolgende Umbauten und Sanierungen sowie durch die Zerstörungen des zweiten Weltkriegs enorm erhöht.

Fassade

Baukünstlerisch belegt das monumentale, senkrecht wie horizontal gleichmäßig angelegte Wohnobjekt die vorbildliche Rolle der Paläste der italienischen Renaissance bei der Erstbebauung der Ringstraße.

Der wie bei den Bauten der Umgebung übliche, zweigeschossige Erkervorsprung mit einer dreimal wiederholten Steinbalustrade, hohen Konsolen und korinthischen Pilasterkapitellen, die bei der Teilung der Fenster ins Ornamentierte zu Pfeilern umgewandelt sind, betont die traditionelle Symmetrieanlage der Mitte. Die kräftigen Diamantbossen der Erdgeschoßzone sind im oberen Bereich der glatten Stuckfassade durch zarte Quadereinschnitte weiter verfolgt.

Die Schlußsteine der rundbogigen Erdgeschoßfenster sind im ersten Obergeschoß durch die in Muschelform ausgeführte Archivolten-Anlage, dann im zweiten Obergeschoß durch Dreieckgiebelbekrönung und schließlich im dritten Obergeschoß durch einfache Segmentwölbungen mit geraden Verdachungen abgelöst.

Die flachen Stützpfeiler der Seitenrahmung der Fenster des ersten und zweiten Obergeschosses wandeln sich im dritten Obergeschoß um in ornamentale Leisten, wobei kräftige Konsolen das Kranzgesims als horizontalen Abschluß der Dachzone tragen.

Das hohe Satteldach stockt die Schauseite an die in der Umgebung übliche Höhe auf. Die fünf parallel geführten Brüstungsgesimse dienen an den einzelnen Geschossen zur Sohlbankabgrenzung der Fenster, wobei als besonders aussagekräftig die zwei obersten Linien der Gesimsführung zu bezeichnen sind.

Inneres

Im Hausinneren sind die Triumphbogenrahmung sowie die Wände des Vestibüls mit Rosetten und Stuckleisten mit Steineinlagen geschmückt. Im herrschaftlich gestalteten Treppenhaus dominiert die hohe Holztreppe mit Antrittspfosten und gedrechseltem Geländer. Während die Stuckdecke des Treppenhauses nur sparsam verziert ist, entfalten sich die Stuckornamentierungen in den Hauptzimmern der zur Straße gelegenen Seite.

Die hohen, verglasten Abschlußtüren mit Oberlicht in den unteren drei Etagen erinnern an die anspruchsvollen Erwartungen der Erstbewohner des Hauses. Die bescheidene Hinterfassade steht zu diesen hochherrschaftlichen Ambitionen in ziemlichem Widerspruch.

 

Städtebaulich harmoniert das o.g. Wohnobjekt mit den noch erhaltenen Nachbarhäusern Nr. 16 und Nr. 12, so daß das abwechslungsreiche Straßenbild und die beherrschende Wirkung der geschichtlichen Vorstellung auch in den einzelnen Details noch anschaulich, rekonstruierbar und voll erlebbar bleibt.

Referenz: 4449


Das Denkmal hat die Nummer 806 und ist seit dem 30. Oktober 1981 geschützt.

Denkmal <Wohnhaus> bearbeiten
Zum Denkmalkatalog Kommentar zum Denkmal abgeben