Wohnhaus

Eburonenstr. 4, 50678 Köln - Neustadt-Süd
Errichtet: um 1908


 

  • vier Geschosse, ausgebautes Satteldach
  • drei Achsen
  • Putzfassade mit Stuckgliederung
  • Stil: später Jugendstil

 

 Fasssade

  • Eingang rechts
  • Kellerzugang links neben dem Eingang
  • Dach mit
    • Zwerchhaus (Schweifgiebel)
    • zwei seitlichen Gauben (in der Substanz original, neu verkleidet)
  • Gliederungen
    • flächig angelegte Stuckgliederung
    • aufgeputzte Quaderstruktur als Rustika-Imitat im EG
    • erstes Obergeschoss portalartige Eingangsfassung mit separater Verdachung
    • asymmetrische Fassadenkomposition
  • Fassadenrhythmisierung durch dreigeschossigen Mittelerker mit Balkon (originales Metallgeländer)
  • Eingangstür erneuert 
  • Fenster erneuert
  • großflächige Holzfenster
  • Fensteröffnungen wegen abgehängter Decken verkleinert
  • Kellerfenstervergitterungen original

 

Rückfront

  • vier Achsen
  • komplett nachträglich neu verputzt; 
  • Mitte rechts neue Balkone
  • Fenstertüren/Fenster erneuert außer
    • Treppenhausfenster
    • erstes bis drittes Obergeschoss Metall
    • viertes Obergeschoss Holz
  • großflächige Holzfenster ohne Unterteilung, Ausnahme: erstes Obergeschoss links
  • Kellertür (Feuerschutztür) und Hoftür erneuert
  • zwei erneuerte Dachgauben

 

Inneres

Innen original

  • Vorflur
    • Bodenfliesen
    • seitlich zwei Holzhandläufe mit Metallhalterungen
    • vertikale Wandgliederung durch aufgeputzte
      • Wandvorlagen
      • Gurtbögen mit kleinformatigen Stuckaturen im unteren Bereich der Wandfelder
    • profilierter Durchgang zum Treppenhaus
  • Treppenhaus
    • Bodenfliesen im Erdgeschoss
  • Terrazzotreppe mit
    •  
      • Metallgeländer
      • Holzhandlauf
  • Wohnungen
    • Bodenfliesen im dritten Obergeschoss(blau-grau mit geometrischem Muster)

 

Veränderungen

  • Wohnungs- und Zimmertüren erneuert
  • Decken abgehängt.

 

 

Die Kölner Neustadt wurde als eine der bedeutendsten Stadterweiterungen des ausgehenden 19. Jahrhunderts seit 1880 von Hermann Josef Stübben (1845-1936)geplant und seit 1881 von ihm ausgeführt. Diese sich halbkreisförmig um die Altstadt legende Bebauungszone wird wesentlich durch die sogenannten "Ringe" geprägt. Auf diesen Prachtboulevard wurden alle städtebaulichen Planungen der Neustadt mit ihren Straßen, öffentlichen Plätzen und Grünanlagen ausgerichtet. In diesem städtebaulichen Zusammenhang kommt der Eburonenstraße als einer der sternförmig auf den Platz am Römerpark zulaufenden Straßen stadtbildprägende Bedeutung zu, denn die Stübbensche Planung arbeitet immer wieder mit solchen platzbildenden Konzentrationen von Straßenzügen, um so ein spannungsreiches Straßenbild zu schaffen. Als Verbindungsstraße zwischen dem Römerpark und dem Maternuskirchplatz ist die Eburonenstraße eine wichtige, beide Plätze verbindende Blickachse.

Die südliche Neustadt gehört zu den "herrschaftlichen bis gutbürgerlichen" Wohngegenden (wie u.a. auch das "Gerichtsviertel" um den Reichenspergerplatz und das "Belgische Viertel"), die durch repräsentative Bauten geprägt sind.

So ist auch das o.g. Objekt durch eine auffällige, aufgeputzte Quaderstruktur im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss und eine Biberschwanzverdachung oberhalb des Erdgeschosses und in der Portalzone charakterisiert. Der dreiseitig in den Strassenraum vorkragende Erker und das hohe Zwerchhaus mit weit ausschwingendem Giebel sind weitere prägende Merkmale dieser repräsentativ angelegten Bebauung. Als integralem Bestandteil der neustädtischen Bebauung, die im Verlauf der Eburonenstraße durch starke Kriegszerstörungen in Mitleidenschaft gezogen wurde, ist das o.g. Objekt ein unverzichtbares bauliches Dokument der stadtteilspezifischen Architektur und unbedingt zu erhalten.

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen.

Referenz: 3189


Das Denkmal hat die Nummer 7886 und ist seit dem 17. Juni 1996 geschützt.

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