Wohnhaus

Teutoburger Str. 32, 50678 Köln - Neustadt-Süd
Errichtet: um 1906 / 1949/50 Instandsetzung im Zuge des Wiederaufbaus


 

nahezu quadratischer (leicht trapezoid) Grundriss
Architekt des Wiederaufbaus: Heinrich Benoit (1877-1950)

 

  • vier Geschosse, ausgebautes Mansarddach
  • drei Achsen
  • Putzfassade mit reicher Stuckgliederung
  • Stil: Jugendstil

 

Fassade: 

  • Eingang rechts
  • Eingangstür original
  • Erdgeschoss mit strukturiertem Putz (Rustikaimitat) und Lagerfugen
  • Mittenbetonung durch dreigeschossigen,trapezoiden Erker mit
    • Balkon
    • mittigem Zwerchhaus mit Schweifgiebel;
  • seitliche Dachgauben
  • Fenster erneuert
  • Holzfenster unter Beibehaltung der originalen Aufteilung, außer bei den Dachfenstern
  • flächig angelegte Gliederungen in Frmen des Jugendstils
    • Fensterrahmungen
    • Brüstungsornamente
    • aufgeputzte Lagerfugen

 

Rückfront

  • vier Achsen
  • backsteinsichtig (großflächige neue Aufmauerungen als Reparaturmaßnahmen nach dem zweiten Weltkrieg ablesbar);
  • Fenster der Treppenhausachse verändert
  • neue Stürze
  • vergrößerte Fensteröffnungen
  • nachkriegszeitliche Wiederherstellung des Dachgeschosses
  • Fenster erneuert
  • Hoftür erneuert

 

Inneres

Innen original

  • Vorflur
    • Jugendstilwandfliesen
      • untere Wandzone mit reliefierten weißen Fliesen
      • farbig ornamentierte Kopfreihe
      • profilierte Abschlußleiste
    • Bodenfliesen mit floral ornamentierter Bordüre
    • Durchgang zum Treppenhaus leicht profiliert
  • Treppenhaus
    • Boden im Erdgeschoss mit mit floral ornamentierter Bordüre 
    • Terazzotreppe (bis zum ersten Podest)
      • Metallgeländer 50er Jahre
      • Holzhandlauf 50er Jahre

 

Wohungen

  • Wandfliesen mit Bordüre in der Erdgeschoss-Küche
  • zum Teil Zimmertüren mit Rahmen
  • Wiederaufbau nach dem Krieg auf alten Grundrissen
  • zum Teil abgehängte Decken (Zustand der evt. vorhandenen Stuckaturen nicht bestimmbar).

 

Bestandteil des Denkmals ist auch die Hofmauer.

 

Die Kölner Neustadt wurde als eine der bedeutendsten Stadterweiterungen des ausgehenden 19. Jahrhunderts seit 1880 von Hermann Josef Stübben (1845-1936) geplant und seit 1881 von ihm ausgeführt. Diese sich halbkreisförmig um die Altstadt legende Bebauungszone wird wesentlich durch die sogenannten "Ringe" geprägt. Auf diesen Prachtboulevard wurden alle städtebaulichen Planungen der Neustadt mit ihren Straßen, öffentlichen Plätzen und Grünanlagen ausgerichtet.

In diesem städtebaulichen Zusammenhang kommt der Teutoburger Straße eine besondere Bedeutung zu. Sie stellt die Verbindung her zwischen dem Sternplatz am Römerpark einerseits, der als platzbildende Konzentration von Straßenzügen prägend für die Stübbensche Planung ist, und andererseits der Bonner Str., die als eine der großen Radialen die neustädtische Bebauung in Sektoren gliedert

Ein weiteres Anliegen der neustädtischen Planung ist die Durchgrünung der neuen Stadtquartiere. Die als Allee angelegte Teutoburger Straße bildet dabei gemeinsam mit der Rolandstr. (Neustadt-Süd) und der Volksgartenstr. eine parallel zu den Ringen verlaufende Grünachse, die ein charakteristisches Merkmal der südlichen Neustadt ist.

Wie  das "Gerichtsviertel" um den Reichenspergerplatz  und das "Belgische Viertel" gehören auch Teile der südlichen Neustadt zu den "herrschaftlichen bis gutbürgerlichen" Wohngegenden, die durch ausgesprochen repräsentative Bauten geprägt sind.

Zu ihnen gehört auch die Teutoburger Straße, die von vier- bis fünfgeschossigen, reich ausgestatteten Mietshäusern gesäumt wird, die fast ausschließlich durch mehrgeschossige Mittelerker mit breiten, bzw. gekoppelten Fenstern das Straßenbild prägen. Die Erker betonen den Vermittlungsbereich der Hausfassaden als eine in den Luftraum der Straße vorgeschobene Nahtstelle des Innen und Außen einer Wohnung und gestalten so das Straßenraumprofil der Teutoburger Straße maßgeblich mit.

Gliederungselemente, wie

  • das profilierte Rahmensystem im ersten/zweitenObergeschoss
  • die stilisierten Pilaster im dritten Obergeschoss
  • die ornamentierten Brüstungsfelder
  • der hoch aufragende Schweifgiebel

                                           bestimmen den repräsentativen Charakter des Gebäudes. Als integraler Bestandteil der im Bereich zwischen Alteburger Straße und dem Sternplatz am Römerpark noch weitgehend erhaltenen Erstbebauung, ist das o.g. Objekt als anschauliches Beispiel gründerzeitlicher Architektur- und Stadtbaugeschichte unbedingt zu erhalten.

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen.

Referenz: 8573


Das Denkmal hat die Nummer 7779 und ist seit dem 14. Februar 1996 geschützt.

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