Wohnhaus

Alteburger Str. 42-46, 50678 Köln - Neustadt-Süd
Errichtet: um 1930


Bauherr und Architekt: Adam Sesterhenn (1858/59-1937)

Mehrfamilienwohnhaus (zwei Hauseinheiten; ein- bzw. zweispännig) auf längsrechteckigem Grundriss

 

  • vier Vollgeschosse,
  • ein Attikageschoß, ausgebautes Satteldach, (Nr. 42 nach Kriegsschaden erneuert, Nr. 46 mit 7 originalen Gauben)
  • fünf Achsen(linker Gebäudeteil)
  • drei Achsen(rechter Gebäudeteil)
  • Putzfassade
  • Stil: Details im Stil des Expressionismus

 


Fassade

  • optische Trennung der Wohneinheiten durch breite Schattenfuge
  • Details im Stil des Expressionismus
    • Kellersockel/Portal mit scharriertem Putz
    • profiliert gerahmte Eingänge und Treppenhausfenster des Erdgeschosses
    • horizontale Baukörpergliederung durch Gesime
  • Fenster erneuert
  • Eingangstüren erneuert

 

Rückfront

  • verputzt
  • Vertikalgliederung durch Treppenhaustrakte und  Küchentrakte mit Flächdachern
  • Betonung der Horizontalen durch loggia-artige Balkone
  • Nr. 46
    • mit originalen Gauben (neu verkleidet)
    • Fenster komplett erneuert
  • Nr. 42
    • mit originaler Hoftür

 

 

Inneres

Innen original

  • Treppenhaus
    • Bodenfliesen
    • Wandfliesen
    • Terrazzotreppe mit 
      • Geländer in Holz 
      • Handlauf in Holz (Antrittspfosten Nr. 46 mit Holzreliefs: Nachtwächter/Eule)
  • Treppenhausfenster mit Beschlägen (Nr. 42)
  • Briefkästen (Nr. 42)
  • Wohnungseingangstüren außer Dachgeschoss (Nr. 46)
  • Kellertür (Nr. 46)
  • Grundrisse
  • zum Teil Zimmertüren und WC-Türen
  • Boden-und Wandfliesen in den Küchen

 

Bestandteil des Denkmals ist  ein eingeschossiger Anbau an Nr. 42 (frühe 30er Jahre).

 

 

Die Kölner Neustadt wurde als eine der bedeutendsten Stadterweiterungen des ausgehenden 19. Jahrhunderts seit 1880 von Hermann Josef Stübben (1845-1936) geplant und seit 1881 von ihm ausgeführt. Diese sich halbkreisförmig um die Altstadt legende Bebauungszone wird wesentlich durch die sogenannten "Ringe" geprägt. Auf diesen Prachtboulevard wurden alle städtebaulichen Planungen der Neustadt mit ihren Straßen, öffentlichen Plätzen und Grünanlagen ausgerichtet.

In diesem städtebaulichen Zusammenhang kommt der Alteburger Str. , die Bayenthal über die südliche Neustadt an die Altstadt anbindet, eine wichtige städtebauliche und verkehrstechnsche Funktion zu. Innerhalb der Neustadt verbindet sie den Ubierring mit der Teutoburger Str., die eine wichtige Erschließungsfunktion parallel zum Ring übernimmt, dem Platz an St. Maternus und weiter mit dem Friedenspark. Die breit angelegte Alteburger Straße ist im Bereich zwischen der Maternusstr. (Neustadt-Süd) im Norden und der Teutoburger Str. im Süden durch eine Reihe einheitlich konzipierter, im Detail jedoch spannungsreich varriierter Gründerzeitbauten charakterisiert, die die südliche Neustadt als zu den "herrschaftlichen bis gutbürgerlichen" Wohngegenden gehörend ausweist (wie u.a. auch das "Gerichtsviertel" und das "Belgische Viertel").

Das o.g. Objekt markiert innerhalb dieses durch gründerzeitliche Architektur geprägten Stadtteiles eine auffällige zeitliche und dadurch auch stilistische Zäsur. Das in baugestalterischen Details dem Expressionismus verpflichtete Gebäude weist bezüglich der großzügigen Grundrissdisposition auf einen hohen Anspruch der Erstbewohnerschaft an den Wohnkomfort hin. Diesbezüglich paßt sich der Bau, der rein äußerlich mit der umgebenden Bebauung kontrastiert, den Standards der Neustadt an. Das mag zunächst überraschend erscheinen, da Bauten mit vergleichbarer äußerer Gestaltung eher im Rahmen genossenschaftlichen Bauens vorzufinden sind. Deren Bewohnerschaft rekrutiert sich eher aus finanziell schwächer gestellten Kreisen, deren Wohnraumbedarf sich von daher auf kleinere, wenngleich in der Regel bereits relativ komfortable Wohneinheiten beschränkte.

Der Architekt Adam Sesterhenn (1858/59-1937) war bereits in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts bei der Entwurfsbearbeitung und Ausführung des Rheinauhafens tätig, bevor er vor dem ersten Weltkrieg eine Reihe von Bauten in Marienburg entwarf. In der Südstadt war er in der Rolandstr. (Neustadt-Süd), Bonner Str.und Darmstädter Str. tätig. So stellt das o.g. Objekt in mehrfacher Hinsicht ein außergewöhnliches bauliches Dokument der Südstadtbebauung zwischen den beiden Weltkriegen dar, das unbedingt zu erhalten ist.

Referenz: 1519


Das Denkmal hat die Nummer 7763 und ist seit dem 1. Februar 1996 geschützt.

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