Wohnhaus

Thielenstr. 17, 50825 Köln - Ehrenfeld weitere ...
Errichtet: 1910


Eckhaus Thielenstr. / Lessingstr. (Ehrenfeld)

  • drei Geschosse
  • vier Achsen zur Thielenstraße
  • sechs Achsen zur Lessingstraße
  • abgerundete Eckachse
  • Putzfassade
  • Stil: Jugendstil

 

Bei dem Objekt Lessingstr. 39 / Thielenstr. 17 handelt es sich um ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Der Mietblock ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Ehrenfeld. Es ist in dem nördlich der Venloer Straße seit den 70er Jahren als Wohngebiet erschlossenen Vorortbereich gelegen, in unmittelbarer Nachbarschaft zu den zahlreichen, großen Industriegebieten im Süden der Venloer Str.. Das vorliegende Objekt ist als Mietstockwerkbau für die in den Produktionsbetrieben arbeitende Bevölkerung errichtet worden und hat dementsprechend bescheidene Wohnungsschnitte und eine sparsame innere wie äußere Ausstattung. Es ist ein typisches Zeugnis für die fortschreitende industrielle Expansion Ehrenfelds, auch nach der Jahrhundertwende, und dokumentiert so ein wichtiges Stadium der Kölner Vorortgeschichte.

Die Fassadengestaltung des Wohnblocks ist durch einen verhältnismäßig sparsamen Dekor charakterisiert ist. Über einen Putzsockel ist durchweg ein rustiziertes Erdgeschoß (Rauhputz) angelegt. Die Obergeschosse sind bis auf die der Eckachse glatt verputzt. Neben einem verhältnismäßig einfach gehaltenen, vegetabilen Jugendstildekor mit Kartuschen als Fensterschmuck, überwiegend im ersten Obergeschoß, dominiert an beiden Straßenfassaden ein auf einem Rundbogenfries mit Konsolen aufruhender Risalit im ersten und zweiten Obergeschoß.

Dieser Risalit setzt sich an der Lessingstraße mit einem Giebelgeschoß nach oben hin fort. Die gerundete Eckachse ist durch eine Grundfläche in Rauhputz hervorgehoben. Die Fenster sind geschoßübergreifend von einem verhältnismäßig breiten, mit einem Kugelfries verzierten Rahmen eingefaßt, der oben wie unten durch ein Gesims abgeschlossen ist. Die unter, zwischen und über den Fenstern freibleibenden Flächen sind mit ganz unterschiedlichem Jugendstildekor ausgefüllt.

Das Innere von Haus Thielenstraße ist zwar grundlegend erneuert, dagegen spiegelt die Ausstattung von Haus Lessingstraße die originale, typisch karge Konzeption wieder (z.B. einfache Terrazzoböden ohne Verzierung, schlichte Holzgeländer der Treppe, keine Wandfliesen, kein Deckenstuck).

Insgesamt bildet der Komplex eine geschlossene Einheit, die charakteristische Stilmerkmale für eine Wohnmietblockgestaltung im Industrievorort Ehrenfeld in der Zeit um 1910 aufweist. Im Ensemble mit der übrigen, in weiten Teilen erhaltenen, originalen Bebauung der Thielenstraße (z.B. Tielenstraße 2 - 8 / Platenstr. 43 - 45) stellt die Anlage - besonders auch unter dem Aspekt eines demokratischen Denkmalbegriff - ein nicht nur städtebaulich bedeutendes Beispiel dar.

Referenz: 5689


Das Denkmal hat die Nummer 776 und ist seit dem 1. Oktober 1981 geschützt.

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