Siedlung "Naumannviertel"

Stammheimer Str. 171-175, 50735 Köln - Riehl weitere ...
Errichtet: 1927 - 1929


in mehreren Bauabschnitten errichtete Siedlung ("Naumannviertel")

 Architekten:

  • Manfred Faber (1879-1942) ermordet in Auschwitz, 1927
    • Naumannstr. 1 - 7, 2 - 22
    • Barbarastr. 62 - 78
    • Boltensternstr. 131),
  • Manfred Faber und Hans Heinz Lüttgen (1895-1976),1929
    • Boltensternstr. 111 - 129
    • Stammheimer Str. 171 - 175
  • Fritz Fuß (1889-1945), 1928
    • Ehrenbergstr. 1
    • Goldfußstr. 1 - 13, 2 - 14
    • Naumannstr. 9, 11
  • Otto Scheib (1893-1965), 1928
    • Ehrenbergstr. 3 - 13, 2 - 14


Abschnitt I

 Barbarastr. 62 - 78, Boltensternstr. 131:

1927 errichtete Baugruppe mit variierten Bautypen

Wohnhäuser vier Geschosse

Wohn- und Geschäftshäuser (Torbauten, Eckbau) vier Geschosse

Torbauten mit zusätzlichem Drempelgeschoß (Barbarastr. 64 - 66, 72 - 74)

ausgebaute Dachgeschosse (zur Rückseite mit Gaubenbändern, zur Vorderseite ursprünglich mit kleinen Einzelgauben)

Satteldach mit Aufschiebling und Dachüberstand (Ausnahme: die Dachtraufe sprengenden flachgedeckten Drempelgeschosse der Torbauten)

Putzfassaden mit

Backsteingliederungen

farblich abgesetzten Fenstergewänden mit

schmaler Rahmung

vorkragenden Fenstereinfassungen

Backsteingliederungen

Sockel

beidseitig der Wohnhauseingänge abgestuft

Wechsel von liegenden und stehenden Steinen

Dachfries und Einfassung der Eingänge und Durchfahrten mit Backsteinbänderung

Wechsel von zwei vorkragenden Backsteinlagen und Putz

je Hausteil

sieben Achsen

außer

Torbauten acht Achsen

Eckbau Boltensternstr. 131: vier zu sieben Achsen und eine Eckachse

besondere Betonung der Treppenhausachsen

zurückliegende Wohnhauseingänge mit

außergewöhnlich hohen, rundbogig abschließenden "Oberlichten" über vorgezogenem, waagerechtem "Türsturz"

beidseitig vorgeblendeter Backsteinbänderung

stilisierte Konsole (gleichzeitig Schlussstein) verbindet "Oberlicht" mit erkerartigem, querrechteckigem Treppenhausfenster, auf das ein querrechteckiges und ein halbkreisförmiges Fenster folgen

Insgesamt nimmt die Gewichtung des Gesamtmotivs durch die Verjüngung der Einzelformen von unten nach oben ab.

Treppenhausfenster original

"Oberlicht"

Holzfenster mit vier breiten senkrechten Stützen

schmalen Holzsprossen

dünnen Bleisprossen

Obergeschoss-Fenster jeweils

zwei breite Schlagleisten

zwei parallele Mittelsprossen

halbkreisförmiges Fenster

zwei parallele, senkrechte Sprossen

Besondere Betonung der jeweils dreiteiligen, vier Achsen breiten Durchfahrten: Fahrzeugdurchfahrten von schmalen Fußgängerdurchlässen mit jeweils drei Pfeilern flankiert, mittlerer überhöhter Durchlaß mit abgerundeten Begrenzungen. Pfeiler, innere Seitenwände und Ecken mit vorgeblendeten Backsteinbändern, beidseitig Ladenlokale mit Schaufenstern und Zugängen zur Barbarastraße und zu den Fußgängerdurchlässen (Schaufenster teilweise verändert), Fenster oberhalb der dreiteiligen Durchfahrten (1. OG) erkerartig vorkragend. Boltensternstr. 131: Eingang mit halbkreisförmigem Oberlicht (ursprünglich beidseitig mit vorgeblendeter Backsteinbänderung), EG mit Eckladen (verändert: heute Gaststätte), Eckeingang ohne Pfeiler, mit weit vorkragendem originalem polygonalem Dach. Wohnhaustüren original (massive Holztüren mit Glaseinsätzen), Fußabtritte überwiegend original, Fenster mit hochrechteckigen Öffnungen (Ausnahme: Treppenhausfenster, Drempelgeschoßfenster der Torbauten) im EG erkerartig vorkragend (Ausnahmen: Schaufenster der Torbauten, Boltensternstr. 131 mit vorkragenden Eckfenstern in drei Geschossen), Fenster überwiegend erneuert. Im Innern original: Terrazzoboden, Wandfliesen (teilweise erneuert), hölzerner Wandhandlauf, Wandbriefkästen, Terrazzotreppe, hölzernes Treppengeländer mit Holzhandlauf und schlichtem Antrittspfosten, Wohnungsabschlußtüren überwiegend original (Holz mit Glaseinsätzen). Dachgeschoßräume: originale Türen, Böden teilweise mit originalen Holzdielen. Rückseiten: verputzt, Keller in EG-Höhe und ein Tiefgeschoß. Je Hausteil 7 Achsen, außer: (Torbauten 9 Achsen), Mittelachse als Symmetrieachse ausgebildet und mit jeweils einer flankierenden Achse (Eckfenster) risalitartig vortretend, (Vorbau waagerecht abschließend) Loggien in 4 Geschossen in der Mittelachse und in den risalitartigen Vorbauten flankierenden Eckachsen (Loggien in den Torbauten mit gerundeten Anschlüssen zu den Außenwänden; teilweise Eckfenster). Boltensternstr. 131: zweigeschossiger Anbau, Flachdach mit Dachüberstand, je Geschoß zwei kleine Fenster (erneuert). Außerdem ein weiterer, späterer Anbau.

Hoftüren original.

Fenster mit hochrechteckigen Öffnungen (Ausnahme: Kellerfenster und WC-Fenster der jeweils äußeren Achsen), Fenster überwiegend erneuert.

2.) Naumannstr. 1 - 7, 2 - 22:

1927 errichtete Baugruppe mit variierten Bautypen: Wohnhäuser, Wohn- und Geschäftshäuser: 3, 4 oder 6 Geschosse (5 Vollgeschosse und ein Drempelgeschoß), Satteldach mit Aufschiebling und Dachüberstand (Eckbauten Naumannstr. 1, 2, 7: Flachdach ohne Dachüberstand und Satteldach mit Aufschiebling und Dachüberstand, Naumannstr. 16: Flachdach ohne Dachüberstand, Naumannstr. 6: abgewalmtes Satteldach mit Aufschiebling und Dachüberstand), ausgebautes Dachgeschoß zur Rückseite (Gaubenbänder oberhalb der Vorbauten; zur Vorderseite ursprünglich mit kleinen Einzelgauben). Je Hausteil 3, 4 oder 7 Achsen sowie Eckachsen (Ausnahmen: Eckbauten). Putzfassade mit farblich abgesetztem Sockel und farblich eingefaßten Fenstern (erkerartige Rahmungen und Fenstergewände). Fensteröffnungen überwiegend hochrechteckig (in den Drempelgeschossen querrechteckig), im EG erkerartig vorkragend (Ausnahmen: Naumannstr. 7: Fassade zum Platz, Naumannstr. 9, 11), erkerartige Eckfenster: Naumannstr. 1, 2, 16 (1. - 4. OG), Naumannstr. 6 - Anbau - (1. - 2. OG), teilweise Eckfenster in Loggien: Naumannstr. 1, 7, 16, 22 (Rückseite). Fenster überwiegend erneuert, Treppenhausfenster überwiegend mit originaler Sprossenteilung. Türen weitgehend original. Überwiegend besondere Betonung der Treppenhausachse: Naumannstr. 4 - 14; 8 - 14: Wohnhauseingänge mit außergewöhnlich hohem, rundbogig abschließendem "Oberlicht" über waagerechtem "Türsturz" und seitlicher kolossaler Rahmung mit pfeilerartigen Vorlagen (verputzter Beton). Stilisierte Konsole verbindet "Oberlicht" mit erkerartigem, querrechtekkigem Treppenhausfenster, auf das ein querrechteckiges und ein halbkreisförmiges Fenster folgen (siehe Barbarastr. 62 - 78). Teilweise nur Betonung der Wohnhauseingänge: Naumannstr. 3, 5, 20 mit Eckpfeilern und rundbogig abschließendem Oberlicht. Naumannstr. 1, 4, 6, 7, 16: Eingänge mit Putzbänderung und abschließendem Gesims als angedeutete Überdachung.

Naumannstr. 2 mit beidseitiger großflächiger Putzvorlage.

Naumannstr. 12: in der Eckachse: schlichter Hauseingang, darüber originale sprossengeteilte Eckfenster über drei Geschosse vorgelegt, mit leicht vorkragendem Flachdach abschließend, oberstes Fenster (mit originaler Sprossenteilung in die Wandfläche integriert. Beidseitig Loggien, im EG rechts: rundbogig abschließender Durchgang, innen zwei kleine, ebenfalls rundbogig abschließende Fenster, Putzbänderung (Glattputz mit strukturierten - Rillen - abwechselnd). Naumannstr. 18: zurückliegender Wohnhauseingang mit rahmenden Putzbändern und angedeuteter Überdachung. Stilisierte Konsole verbindet Türsturz mit erkerartigem, querrechteckigem Treppenhausfenster (Sprossenteilung). Darüber zwei senkrecht übereinanderliegende, gekuppelte hochrechteckige Fenster (mit Sprossenteilung und bleiverglasten Scheiben).

Naumannstr. 9 mit schlichtem Oberlicht.

Naumannstr. 1, 2, 6, 7, 16 mit teilweise veränderten Eckläden: Eickeingänge mit Pfeilern und weit vorkragenden originalen polygonalen Dächern, Putzbänderung. Naumannstr. 6 mit quadratischem, auf zwei Pfeilern stehendem Anbau im Osten: (Putzbänderung der Gebäudewand und Pfeiler) und angegliederter Treppe (Mauer innen mit Putzbänderung; anschließend Weg zum Spielplatz). Erkerartige Eckfenster in zwei Geschossen, Dachterrasse. Rückseiten: verputzt, Keller in EG-Höhe und ein Tiefgeschoß, drei Achsen breiter Vorbau, in der Mittelachse Loggien in 4 Geschossen, Loggien in den Vorbau flankierenden Eckachsen. Naumannstr. 2: hölzerne, rasterartige Treppenhausfenster (teilweise verändert). Originale Hoftüren, Außentreppen mit einseitigen Mauern. Innen original: Terrazzoboden, Wandfliesen (teilweise erneuert), originale Briefkästen, Terrazzotreppe mit originalem Holzgeländer und Holzhandlauf, Wohnungsabschlußtüren überwiegend erneuert. (Naumannstr. 2 kriegszerstört bis zum 1. OG).

3.) Goldfußstr. 1 - 13, 2 - 14; Ehrenbergstr. 1; Naumannstr. 9, 11: 1928 errichtete Baugruppe mit variierten Bautypen: Wohnhäuser: 3 Geschosse (Goldfußstr. 1, 2, Ehrenbergstr. 1: 4 Vollgeschosse und ein Drempelgeschoß, Goldfußstr. 13, 14: 3 - 4 Geschosse, Naumannstr. 9, 11: 4 Geschosse), ausgebautes Dachgeschoß (zur Vorder- und Rückseite, zur Vorderseite mit Einzelgauben, Ausnahmen: Goldfußstr. 7, 8 mit Gaubenband, zur Rückseite mit Einzelgauben mit weit vorkragenden Flachdächern), Satteldach mit Aufschiebling und Dachüberstand (Goldfußstr. 1, 13, 2, 14 Ehrenbergstr. 1: Flachdach mit Dachüberstand und zurückversetztem abgewalmtem Satteldach); Putzfassade mit farblich abgesetztem Sockel und farblich abgesetzten Fenstergewänden (Rotton). Je Hausteil: 5 oder 7 Achsen, Eckbauten: 3:4 oder 4:4 Achsen und eine Eckachse, Naumannstr. 9: 3 Achsen, Goldfußstr. 7, 8: 4 Achsen. Überwiegend Betonung der Treppenhausachse durch stark zurückspringende Wandfläche mit hochrechteckigen Treppenhausfenstern mit waagerechter Sprossenteilung, Wohnhauseingänge in eingestelltem Vorbau (verputzt, Rillenstruktur) mit geschwungenen oder flachen Dächern besonders akzentuiert. Schlichte Eingangsgestaltung mit vorkragendem waagerechtem Dach und Oberlicht (teilweise vergittert): Naumannstr. 9, Ehrenbergstr. 1, Goldfußstr. 1, 13, 2, 14. Goldfußstr. 7, 8: Hauseinang von gerundeten und spitzwinkligen Vorlagen gerahmt, Oberlicht mit originalem Ziergitter. Türen überwiegend original (mit originalen Ziergittern), Fensteröffnungen überwiegend hochrechteckig (Goldfußstr. 1, 13, 2, 14 mit Eckfenstern, im Drempelgeschoß bandartig angeordnete, kleinformatige Fenster, Goldfußstr. 2, 13, 1: teilweise Eckfenster in Loggien), Fenster überwiegend erneuert. Rückseiten: verputzt, je Hausteil 7 Achsen, die mittleren drei Achsen risalitartig vorspringend (Ausnahmen: Goldfußstr. 7, 8, 1, 13, 2, 14), Loggien in allen Geschossen, Hoftüren mit Außentreppe und einseitiger Mauer (Mauerabschluß mit Segementbogen und anschließendem rechten Winkel) überwiegend original, Fensteröffnungen überwiegend hochrechteckig, Fenster überwiegend erneuert. Im Innern original: Terrazzoboden, Wandfliesen (teilweise erneuert), originale Briefkästen, Terrazzotreppe mit originalem Holzgeländer und Holzhandlauf, bleiverglaste Treppenhausfenster.

4.) Ehrenbergstr. 3 - 13, 2 - 14:

1928 errichtete Baugruppe mit variierten Bautypen: Wohnhäuser: 3 Geschosse (Ausnahme: Ehrenbergstr. 13, 14: 3 Vollgeschosse und ein Drempelgeschoß), überwiegend ausgebautes Dachgeschoß (zur Vorder- und Rückseite, zur Vorderseite mit Einzelgauben, Ausnahme: Ehrenbergstr. 7 mit Gaubenband, zur Rückseite mit Gaubenbändern oberhalb der Vorbauten), Satteldach mit minimalem Dachüberstand (Ehrenbergstr. 1, 13, 14: Flachdach mit minimalem Dachüberstand und zurückversetztem abgewalmtem Satteldach); Putzfassade mit farblich abgesetztem Sockel (Sockel beidseitig des Durchgangs zwischen Ehrenbergstr. 2 und Naumannstr. 22 rundbogig abgestuft) und farblich abgesetzten Fenstergewänden (Rotton). Je Hausteil: 7 Achsen (Ausnahmen: Ehrenbergstr. 7, 13, 14). Betonung der Treppenhausachse durch leicht zurückspringende Wandfläche mit querrechteckigen, erkerartigen Fenstern in originaler Rahmung (Ausnahmen: Ehrenbergstr. 13, 14). Wohnhauseingänge mit schlichten seitlichen Wandvorlagen (Putz mit Rillenstruktur) und Überdachung besonders akzentuiert (Ehrenbergstr. 13, 14 seitlich mehrfach abgestufte Wandvorlagen, Eingänge mit vergitterten Oberlichten (Gitter original); Ehrenbergstr. 7: oberhalb der Überdachung rechteckiges Putz-Relief mit flachen und plastischen geometrischen Motiven).

Türen weitgehend original.

Fensteröffnungen überwiegend hochrechteckig, teilweise Eckfenster in Loggien (Ehrenbergstr. 1, 13, 14), Fenster überwiegend erneuert (Treppenhausfenster Ehrenbergstr. 2 - 14: mit originaler Sprossenteilung, Ehrenbergstr. 4 mit originalen bleiverglasten, bunten Scheiben). Rückseiten: verputzt, Keller in EG-Höhe und eine weiteres Tiefgeschoß mit Garagen (nachträglich eingerichtet), je Hausteil 7 Achsen (Ausnahmen: Ehrenbergstr. 13, 14; Ehrenbergstr. 13 mit vorgeblendeter Kaminwand an der Gebäude-Westwand, Ehrenbergstr. 14 mit vorgeblendeter Kaminwand an der Gebäude-Ostwand), Mittelachse als Symmetrieachse ausgebildet, mit jeweils einer flankierenden Achse risalittartig vorspringed und mit leicht vorkragendem Flachdach abschließend. Loggien in 3 Geschossen in der Mittelachse und in den den risalitartigen Vorbau flankierenden Eckachsen. In der Mittelachse jeweils Hoftüre mit Treppe und einseitiger Mauer (Mauerabschluß mit Segmentbogen und anschließendem rechten Winkel). Fensteröffnungen überwiegend querrechteckig, kleinformatige Kellerfenster in bandartiger Anordnung, Fenster überwiegend erneuert (Ehrenbergstr. 4 mit drei bleiverglasten Treppenhausfenstern), teilweise verändert (an den Schmalseiten der risalitartigen Vorbauten). Im Innern original: Terrazzoboden, Wandfliesen (teilweise erneuert), Wandbriefkästen, Terrazzotreppe, hölzernes Treppengeländer mit Holzhandlauf, Wohnungsabschußtüren teilweise original.

5.) Boltensternstr. 111 - 129:

1929 errichtete Baugruppe mit variierten Bautypen: Wohnhäuser und Wohn- und Geschäftshäuser; 5 oder 6 Geschosse (4 oder 5 Hauptgeschosse und ein Drempelgeschoß, 5 Geschosse: Boltensternstr. 113 - 127, 6 Geschosse: Boltensternstr. 111, 129 als Eckbauten), Flachdach (Boltensternstr. 129: dreiachsiger, rechter Gebäudeteil: Satteldach, vierachsiger, linker Teil: Flachdach). Je Hausteil 4 Achsen (Ausnahmen: Boltensternstr. 111 und 129); Putzfassade (1994/1995 verändert). Dominante Betonung der Waagerechten durch farblich abgesetzten Sockel, bandartige Anordnung der Fenster mit Fensterbänken sowie durch das leicht vorkragende Flachdach (Boltensternstr. 113 - 127 ursprünglich mit durchgehendem Stockwerkgesims zwischen Erd- und 1. OG).

Boltensternstr. 111 mit Eckladen (teilweise verändert).

Boltensternstr. 129: vorgezogene Treppenhausachse mit Hauseingang (Tür weitgehend original) und waagerechten Treppenhausfenstern. Türen weitgehend original (Holz mit Glaseinsätzen), Fenster erneuert. Rückseiten: verputzt (1995 verändert), Keller in EG-Höhe, je Hausteil 3 Achsen (Boltensternstr. 113 - 127), mittlere Treppenhausachse mit Hoftüren (original) in Eingangsrahmungen jeweils um ein Geschoß höher (mit beidseitigen befensterten Vorbauten im Dachgeschoß) und von Loggien in 4 Geschossen flankiert, Ausnahmen: Boltensternstr. 111 (Loggien in 4 Geschossen, Eckfenster) und 129 (Balkone mit einer abgerundeten Ecke zum Hof). Fenster überwiegend erneuert. Im Innern der Wohnhäuser original: Terrazzoboden, Wandbriefkästen, Terrazzotreppe, hölzernes Treppengeländer mit Holzhandlauf und Antrittspfosten, teilweise originale Wohnungsabschlußtüren, originale Kellertüren.

6.) Stammheimer Str. 171 - 175:

1929 errichtete Baugruppe mit variierten Bautypen: Wohnhäuser und Wohn- und Geschäftshaus, gekrümmte Eckbebauung: 3 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß (zur Vorder- und Rückseite, jeweils Einzelgauben), Satteldach mit Aufschiebling und minimalem Dachüberstand; Putzfassade (1995 verändert). Erdgeschoß farblich und durch weit vorkragendes, flaches Stockwerkgesims gestalterisch von den Obergeschossen abgesetzt, Stammheimer Str. 175 im EG mit Ladenlokal und schmaler Durchfahrt (innen: links: Ladenzugang mit Fenster, Metalltür und Fenster, rechts: Fenster), Stammheimer Str. 171: Betonung der linken äußeren Achse durch farbliche Gleichbehandlung mit EG, senkrechte vorkragende Einfassung (rechts) und Erhöhung der Wandfläche in den Dachbereich hinein mit vorkragendem Flachdach abschließend.

Türen weitgehend original, Fenster erneuert.

Rückseiten: verputzt (1995 verändert), Kellergeschosse in EG-Höhe, je Hausteil drei Achsen, mittlere Treppenhausachse mit querrechteckigen Fenstern (zwischen Erd- und 1. OG zusätzlich 2 kleine hochrechteckige Fenster), von balkonartigen Loggien über 3 Geschosse flankiert, Stammheimer Str. 175: im EG Durchfahrt. Fenster erneuert (WC-Fenster original), Hoftüren original. Im Innern der Wohnhäuser original: Terrazzoboden, teilweise hölzerne Briefkästen, Terrazzotreppe, hölzernes Treppengeländer mit Holzhandlauf und Antrittspfosten, Wohnungsabschlußtüren überwiegend erneuert, Dachgeschoßtüren original. Zu dem Gesamtkonzept der Siedlung gehören die begrünten Freiflächen dazu: jede Hauseinheit besitzt im rückwärtigen Bereich eine verhältnismäßig große Grünfläche (überwiegend Rasen; teilweise mit vermutlich jüngeren Zufahrtsstraßen). An die Grünflächen von Naumannstr. 6 - 10 schließt ein baumbestandener, heute als Spielplatz genutzter Platz an. Von besonderer Bedeutung ist der ebenfalls baumbestandene, heute zum Park genutzte Platz in der Naumannstraße. Verschiedene Blöcke haben außerdem Vorgärten (überwiegend Rasen, z. B.: Boltensternstr. 111 - 129, Stammheimer Str. 171 - 175; mit Bäumen: Naumannstr. 11, Ehrenbergstr. 1, Goldfußstr. 1, 2) oder es sind anstelle eines Vorgartens einzelne Bäume am Straßenrand gepflanzt (z. B.: Naumannstr. 1 - 7). Die Baumreihe zwischen Ehrenberg- und Goldfußstraße sowie an der platzartigen Erweiterung der Naumannstraße ist bereits seit dem 01.07.1980 unter der Nr. 447 in die Denkmalliste der Stadt Köln eingetragen. Zu der Siedlung gehört außerdem ein 1943 erbauter Bunker (im rückwärtigen Bereich von Ehrenbergstr. 9; inschriftliche Datierung am Türsturz), der die Geschichte der Siedlungsbewohner im Zweiten Weltkrieg dokumentiert.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Riehl hatte sich im 19. Jahrhundert durch die 1862 - 1864 entstandene Flora und den 1859 - 1860 angelegten Zoo bis zu seiner Eingemeindung von Köln 1888 zu einem stadtnahen Ausflugsziel entwickelt. Der Bau von hochwasserfreien Straßen seit 1874 förderte die Entwicklung des Sdtadtteils zu einem Wohnvorort für verschiedene Bevölkerungsschichten. Um das Jahr 1914 war an den Straßen "Riehler Tal" und Barbarastraße die traditionsverhaftete Siedlungsbebauung des Kölner Erbbau-Vereins entstanden (Barbarastr. 60/Riehler Tal 52 - 40). An diese Bauten schließt im Osten bis zur Boltensternstraße und im Süden bis zur Naumannstraße die Siedlung der GAG seit 1927 an. Das Siedlungsinnere wird durch zwei in Nord-Süd-Richtung verlaufende Wohnstraßen, die Ehrenberg- und Goldfußstraße sowie durch die Naumannstraße erschlossen, die parallel zur Barbarastraße im Norden verläuft und die im Süden das Riehler Tal mit der Boltensternstraße verbindet. Die stark geschwungene Bebauung an der Stammheimer Straße (Nr. 171 - 175) leitet zu den 1927 ebenfalls bereits bewohnten Reihenhäusern (erbaut: Anfang der 20er Jahre) an der Stammheimer Straße über. Somit fügt sich die Siedlung in die schon bestehende Bebauung im Riehler Norden in überzeugender Weise ein. Besonders hervorzuheben ist die sensible Anpassung der Bebauung dort, wo sie an die vorhandene anschließt und diese optisch integriert (u. a. auch das Eckgebäude Boltensternstr. 131). Das Siedlungsgelände im Norden Riehls liegt im Treibsandgebiet eines ehemaligen Rheinarms und soll bis in die Mitte der 20er Jahre als Kiesgrube genutzt worden sein (Auskunft eines Bewohners). Die naturräumliche Gegebenheit war für die Bauweise der Fundamente und für das Erscheinungsbild der Bauten von Bedeutung. Die oft großen Höhenunterschiede im Gelände wurden bei Gebäuden mit oberirdischen Keller- und Tiefgeschossen und auf Fußwegen mit Treppen ausgeglichen. Das insgesamt vorbildhafte städtebauliche Siedlungskonzept ist so angelegt, daß die äußere Blockrandbebauung an Boltenstern-, Barbara- und Stammheimer Straße einen vom öffentlichen Verkehr weitgehend abgeschotteten Innenraum bildet, der durch Anliegerstraßen untergliedert, mit dem begrünten Platz in der Naumannstraße einen inneren städtebaulichen Mittelpunkt erhält. Der Eindruck der äußeren Abgeschlossenheit wird durch die überbauten Durchfahrten an der Barbarastraße (mit ursprünglich verschließbaren Toren) und an der Boltenstern-/Stammheimer Straße sowie durch den Durchgang zwischen Naumannstr. 10 und 12 sowie zwischen Naumannstr. 22 und Ehrenbergstr. 2 (ursprünglich verschließbar) hervorgerufen. Die Torbauten schaffen außerdem Wohnraum, nutzen also die vorhandenen Flächen nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten optimal aus, und weisen der nicht überbauten Einfahrt in die Naumannstraße den Rang des Hauptzugangs zur Siedlung zu. Die architektonische Gestaltung der Gebäude nimmt auf ihre städtebauliche Lage und Bedeutung akzentuierend Bezug: die den Hauptverkehrsstraßen (Barbara- und Naumannstraße; "Ausnahme": Boltensternstraße als letzter Bauabschnitt) zugewandten Fassaden sind mit bauplastischem Dekor prägenant geschmückt, die inneren Wohnstraßen (Ehrenberg- und Goldfußstraße) einfach gegliedert. Sowohl die schichten, als auch die aufwendiger gestalteten Baugruppen zeigen wenige Gestaltungsmuster, zum Beispiel die Betonung der Treppenhausachse, oder der Eckachse eines Eckgebäudes, die sich durch vielfältige Einzelformen und Baumaterialien auszeichnen. Als gemeinsames Gestaltungsmittel spielt die Farbe der Fenstergewände und -rahmungen eine große Rolle. Ihr Einsatz unterstützt die plastische Wirkung der Fensteröffnungen auch an den Bauten, die eine eher traditionelle Formensprache zeigen. Somit tritt die Farbe als wichtiges Verbindungselement zwischen den unterschiedlichen Formensprachen der Siedlungsbebauung auf. (Für den Block Boltensternstr. 111 - 129 existierte ein Farbkonzept, das jedoch nicht realisiert worden ist). Bauten an markanten Eckpunkten sind gestalterisch besonders hervorgehoben: sie sind meist eineinhalb Geschosse höher als die übrigen Bauten und für den am Boden stehenden Betrachter flachgedeckt. Eine Ausnahme bezüglich der Dachform bildet der Block Boltensternstraße 111 - 129, der als letzter Bauabschnitt durchgängig mit einem Flachdach versehen ist, aber auch höhere Eckbaukörper aufweist. Variiert findet sich das Gestaltungsmittel der Höherzonung auch an den Torbauten Barbarastr. 64 - 66 und 72 - 74 sowie an Stammheimer Str. 171, wo die Dachfirsthöhe zwar nicht überschritten wird, stattdessen aber die äußere linke Achse überhöht ist. Zu den gemeinsamen Gestaltungsmerkmalen gehört innerhalb der Hauseinheiten (Regenfallrohre!) die plastische Durchbildung und die Betonung der Senkrechten (Treppenhausachsen), mit der die verhältnismäßig langen, teilweise leicht gekrümmten Blöcke rhythmisch gegliedert werden. Die plastische Durchbildung der Einzelbauten wird in einem größeren städtebaulichen Gesamtzusammenhang gesehen und eingesetzt. So ist beispielsweise durch das Fehlen der plastischen Fensterrahmungen im EG der Gebäude an der nördlichen Seite des Naumannplatzes (in der Naumannnstraße fortgesetzt; Naumannstr. 7 - 9, Goldfußstr. 1, 2 Naumannstr. 11, Ehrenbergstr. 1) die südliche Seite als repräsentative Schaufront betont. Die kolossalen Backsteinapplikationen der Eingänge (Barbara- und Naumannstraße) setzen leicht expressionistische Akzente. Im übrigen orientiert sich die Architektur sowohl an gemäßigt traditionellen, als auch an gemäßigt funktionsalistischen Architekturformen. Beide Formensprachen sind überzeugend miteinander kombiniert. Ihre gelungene Kombination stellt eine der herausragenden architektonischen Qualitäten der Siedlung dar. Exemplarisch sei hier die Verbindung der zwei verschiedenen Dachformen (Flach- und Satteldach) erwähnt. Dazu gehört ferner die verhältnismäßig abwechslungsreiche Gestaltung der Einzelbauten mit plastischen Akzenten und verschiedenen Schmuckformen, die eine ansprechende architektonische Gesamtanlage entstehen lassen. Das Wohn- und Geschäftshaus Naumannstraße 2 zum Beispiel kennzeichnet die kubische Baukörperform mit glatt verputzten Fassaden, aus denen die Fenster, die die innere Raumaufteilung ablesbar machen, wie ausgeschnitten erscheinen. Die Wandflächen sind zudem mit erkerartigen Eckfenstern, die die Ecke aufzulösen scheinen, und risalitartigen Vorbauten mit Loggien plastisch durchgebildet. Trotz der annähernd viertelkreisförmigen Schaufensterabschlüsse dominieren klare, geometrische Formen. Der Architekt des Baus, Manfred Faber (1879-1942) ermordet in Auschwitz, verwirklichte etwa zur gleichen Zeit einen prinzpiell ähnlich gestalteten Entwurf in der Siedlung Zollstock, Ecke Walberberger Str. /Höninger Weg (Klettenberg).

Zu dem planerischen Gesamtkonzept der Siedlung gehören als wesentlicher Bestandteil die begrünten Freiflächen dazu. Jede Hauseinheit verfügt mindestens über einen Garten im rückwärtigen Bereich. Der baumbestandene Platz in der Naumannstraße war urspünglich kein Parkplatz, sondern gärtnerisch gestaltet. Von Bedeutung ist ferner der große, ebenfalls baumbestandene Spielplatz im rückwärtigen Bereich von Naumannstr. 6 - 10 (vermutlich erst in den Nachkriegsjahren zum Spielplatz umfunktioniert. Gleiches gilt für Teile der Grünfläche zwischen Boltenstern- und Ehrenbergstraße). Beide Platzanlagen fördern die Kommunikation unter den Siedlungsbewohnern. Da jede Wohnung über eine Loggia verfügt, können alle Bewohner an der Grünraumgestaltung partizipieren. Die Loggien waren ursprünglich sogar mit einer Rankhilfe (Sprossengitter) ausgestattet, so daß sie von den Bewohnern selbst begrünt werden konnten. Dies zeigt, welch hoher Stellenwert der Grüngestaltung beigemessen wurde. In versorgungstechnischer Hinsicht ist die Siedlung mit 13 integrierten Ladenlokalen sehr gut ausgestattet. Ein nahe der Siedlung gelegenes Einkaufszentrum (an der Barabarastraße) hat jedoch viele der Läden ihrer ursprünglichen Funktion, die Bewohner mit Dingen des täglichen Bedarfs, insbesondere mit Lebensmitteln zu versorgen, enthoben. Die Siedlung mit 562 Wohnungen dokumentiert den genossenschaftlichen Wohnungsbau der 20er Jahre in Köln, der bestrebt war, die damalige Wohnungsnot durch den Bau von preiswerten Wohnungen mit hoher Wohnqualität zu lindern. Die Hauseinheiten sind überwiegend als Dreispänner erschlossen. Es dominieren Zwei- und Dreizimmer-Wohnungen, ursprünglich ohne Bad und Heizung, deren Größe etwa zwischen 45 und 65 m liegt. Gemeinschaftseinrichtungen wie Waschküchen und Trockenräume sind in den Dach- und Drempelgeschossen untergebracht, die ersten Mieter waren Arbeiterfamilien und andere überwiegend einkommensschwache Bevölkerungsschichten. Die herausragende architektonische und städtebauliche Konzeption belegen das wohnungsreformerische Anliegen der GAG, die in den 20er Jahren zahlreiche Siedlungen in Köln erstellte, und begründen die sozialgeschichtliche Bedeutung des genannten Objekts. Die in relativ gutem Zustand erhaltenen Wohnhäuser und Wohn- und Geschäftshäuser sind somit, trotz einiger Veränderungen im Äußeren und Innern (teilweise Bäder eingebaut und Grundrisse leicht verändert; die das ursprüngliche Erscheinugnsbild prägenden Sprossenfenster sind überwiegend durch neue Fenster ersetzt), ein unbedingt erhaltenswertes Dokument mit einzigartiger bauhistorischer, sozialgeschichtlicher und städtebaulicher Bedeutung.

Referenz: 2162


Das Denkmal hat die Nummer 7662 und ist seit dem 10. November 1995 geschützt.

Denkmal <Siedlung "Naumannviertel"> bearbeiten
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