Wohnhaus

Märchenstr. 51, 51067 Köln - Dellbrück
Errichtet: 20er Jahre


Reihenhaus

Architekten:Wilhelm Riphahn (1889-1963)

    Manfred Faber (1879-1942 ermordet in Auschwitz)

  • zwei Geschosse
  • drei Achsen

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Dellbrück und Köln. Es ist Bestandteil eines großen, noch weitgehend erhaltenen Siedlungskomplexes - der Märchensiedlung - der in den 20er Jahren dieses Jahrhunderts nach Plänen der Architekten Manfred Faber bzw. Wilhelm Riphahn gebaut wurde. Diese Siedlungsbebauung, die für eine in der nahen Großstadt Köln beschäftigte Bevölkerung (vornehmlich für Beamte) errichtet wurde, dokumentiert den Umwandlungsprozeß des einstigen Dorfs zu einem Kölner Wohnvorort.

Das o.g. Objekt dokumentiert einen bestimmten Haustypus, der mit Abwandlungen als Reihenhaus in der ganzen Siedlung immer wieder anzutreffen ist. Das Aneinanderreihen gleicher bzw. ähnlicher Baueinheiten ist dem in den 20er Jahren im Bauhaus entwickelten Baukastenprinzip verpflichtet. Danach entstehen je nach Bedarf zwei-, drei- und mehrteilige Hauszeilen mit ähnlicher Gesamterscheinung.

Das Haus Märchenstr. 51 ist ein zweigeschossiger Teil einer Hausfront gleichartiger Baueinheiten Nr. 33 bis 57. Es zeigt eine symmetrische, dreiachsige Fassade mit Eingang in der Mitte. Über dem Eingang liegt im ersten OG ein Trepenhausfenster. Die glatte, dekorlose Fassade ist durch vier gleiche, rechteckige Fenster mit leicht abgeschrägten Laibungen geöffnet. Die Mittelachse gipfelt in einem winzigen Giebelchen mit einem kleinen Okulus im Giebelfeld. Ein niedrig wirkendes, leicht hervorragendes Satteldach schließt das Gebäude nach oben ab. Die Rückfassade zeigt eine eingeschossige, zweiachsige Fassade mit herunterreichendem Dach, das durch zwei Dachgauben geöffnet ist.

Im Hausinneren findet man eine originale Holztreppe, die zu den oberen Räumen führt, und einen roten Kachelofen, der ursprünglich die Beheizung des ganzen Hauses durch ein Heißluftsystem besorgte.

Die Märchensiedlung war in der Absicht entworfen und gebaut worden, ein Wohngebiet mit in sich geschlossenem, ländlich romantischen Charakter einer Kleinstadt im Grünen zu schaffen. Diese "Gartenstadt" zeichnet sich durch unregelmäßig angelegte, scheinbar organisch gewachsene Straßenzüge, einen "Dorfplatz" und malerische Gruppierungen von Einfamilienbauten mit Vorgärten (Gartenpfosten, Lattenzäune, Hecken) und große, rückwärtige Zier- und Nutzgärten aus.

Die ganze Anlage stellt ein hervorragendes Beispiel einer Verwirklichung der in den 20er Jahren aktuellen GartenstadtVorstellung, die der Tradition der Idee einer heimatlich-romantischen "Idealstadt" verpflichtet ist. Als integraler Bestandteil eines bestimmten, im Ensemble der Märchensiedlung vertretenen Haustyps, ist der Erhalt des o.g. Objekts einschließlich der Einfriedung unverzichtbar.

Referenz: 9701


Das Denkmal hat die Nummer 759 und ist seit dem 4. September 1981 geschützt.

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