Fabrikgebäude

Sechtemer Str. 5, 50968 Köln - Raderberg
Errichtet: 1924


Architekten: Büro Prinz & Hammer

  • Wilhelm Prinz (1882-1956)
  • Fritz(Friedrich) Hammer (?-?)


  • zwei Geschosse
  • zweiundzwanzig Achsen (auch zur Rückseite)
  • Stahlskelettbau mit Backsteinverkleidung und Backsteingliederungen
  • Stil: Neo Klassizismus

 

Fassade/Aufbau

Vorderseite

  • an der nach Westen gerichteten Vorderseite
  • zweigeschossiger, langgestreckter Baukörper mit
  • Souterrain
  • Flachdach
  • ein wenig höherem Mittelrisalit mit
  • überdachtem eingeschossigen Vorbau (verändert)
  • Souterrain (verändert) mit Sockel abgesetzt
  • abgestuftes Kranzgesims
  • Die inneren sechszehn (Vorderseite) und die achtzehn (Rückseite) Fensterachsen in zurückspringenden Wandflächen werden von lisenenartigen Wandvorlagen flankiert, die jeweils zwei äußeren Achsen und die des Mittelrisalits ohne Wandrücksprünge
  • Fenster überwiegend erneuert
  • Fenstergitter nachträglich angebracht
  • Türen erneuert

 

Inneres

Im Innern original

  • Im Treppenhaus
    • Treppe (Beton) auf rechteckigem Grundriss mit
    • schmiedeeisernem Treppengeländer
    • stilisiertem Antrittspfosten
    • jeweils zwei Eckpfosten  in jedem Geschoss
  • zweiflügelige Metalltüren im Erdgeschoss und Obergeschoss
  • kleine Holztür im Dachgeschoß
  • überwiegend originale betonverkleidete Deckenträger (Stahl) teilweise mit Eckstreben im
    • Sockelgeschoss
    • Erdgeschoss
    • Obergeschoss
  • Geschossgrundrisse überwiegend verändert (weitgehend originaler Grundriss im Obergeschoss)
  • Obergeschoss mit Bauschäden (Deckenrisse).

 

Rückseite

  • zwei Geschosse
  • Souterrain
  • Fensteröffnungen des Erdgeschosses zugemauert
  • Fenster überwiegend erneuert
  • Obergeschossfenster (sprossengeteilte Holzfenster) original

 

Nicht Bestandteil des Denkmals sind die eingeschossigen jüngeren Anbauten an der östlichen Gebäudeseite.

 

 

Das 1924 von den Architekten Prinz & Hammer

  • Wilhelm Prinz (1882-1956)
  • Fritz(Friedrich) Hammer (?-?)


                                           errichtete Fabrikgebäude Sechtemer Str. 5 war ursprünglich von der Bonner Str. aus einsehbar und hatte folglich zwei Schauseiten, eine nach Osten und eine nach Westen gewandte. Der Mittelrisalit an der Westseite markiert die Hauptfassade. Im zur Verwaltung genutzten Gebäudeteil befindet sich der Hauptzugang zu der ehemaligen Möbelfabrik Abelen:

  • Im Souterrain waren die Motoren und eine Sauganlage untergebracht
  • im Erdgeschoss
    • die Werkstätten mit Fournierraum
    • Wasch- und Ankleideräume für die Arbeiter
  • im Obergeschoss
    • Hobelbänke
    • Wärmeplatten
    • Leimöfen
    • Werkzeugkästen in jedem der Fensterpfeiler
    • Außerdem gab es hier einen Beiz- und Polierraum

 

Die zeitgenössische Presse (Die Bauschau, 1928, H. 12, S. 32) hebt das Obergeschoss als großen, hellen und belüftbaren Saal von ca. 65 m Länge besonders hervor. Die heute als Lagerhalle genutzte Fabrikanlage wird u. a. als moderne Musteranlage bezeichnet.

Das architektonische Erscheinungsbild des ehemaligen Industriebaus zeichnet sich durch eine klare geometrische Komposition aus. Zwei unterschiedlich große Kuben durchdringen einander an zentraler Stelle. Die annähernd symmetrischen und monumental wirkenden Fassaden sind im wesentlichen durch die Reihung eines einzigen Motivs, der von Lisenen flankierten Fensterachsen in Wandflächenrücksprüngen ausgewogen gegliedert. Die in regelmäßigen Abständen hervortretenden Wandflächen zwischen den Fensterachsen erscheinen als kolossale Stützpfeiler (auf Sockel als Unterbau stehend) für das Dach. Die klassische antike Architekturauffassung von Stütze und Last ist hier in eine moderne Formensprache überzeugend umgesetzt und dem in Stahlskelettbauweise errichteten Kern übergestülpt, so daß die Fassaden bewußt einen Massivbau vortäuschen.

Das verhältnismäßig gut erhaltene ehemalige Fabrikgebäude ist ein architektonisch besonders qualitätvoller Industriebau der 20er Jahre in Köln, der moderne mit klassischen Elementen verbindet.

Der Gewerbebau dokumentiert die stadtwärtige Erweiterung des seit dem späten 19. Jahrhundert von Handwerks- und Industriebetrieben geprägten Ortes Raderberg im Einzugsbereich der Bonner Str. Das Gelände westlich des Fabrikgebäudes wurde 1936 mit der Kölner Großmarkthalle bebaut und damit der Gewerbestandort südlich des Güterbahnhofs Bonntor erneut ausgeweitet.

Das o. g. Objekt ist somit ein wichtiges Zeugnis für die Ortsbaugeschichte Raderbergs und für die Stadtentwicklung Kölns in den 20er Jahren unseres Jahrhunderts. Aus den genannten Gründen ist das ehemalige Fabrikgebäude Sechtemer Str. 5 mit besonderer architekturhistorischer und städtebaulicher Bedeutung unbedingt erhaltenswert.

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen, für Städte und Siedlungen und für die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen.

Referenz: 7985


Das Denkmal hat die Nummer 7510 und ist seit dem 2. Juni 1995 geschützt.

Denkmal <Fabrikgebäude> bearbeiten
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