Wohnhaus

Unter Kirschen 13, 50827 Köln - Bickendorf
Errichtet: 1935


Architekt: Paul Schykowsky (?)

  • zwei Geschosse
  • zwei Achsen
  • ausgebautes Satteldach mit einer Gaube
  • Backsteinfassade mit sparsamer Gliederung seitlich der Haustüre

 

  • Haustüre original
  • Fenster nach dem Original erneuert

 

Rückseite:

  • backsteinsichtig (Erdgeschoss linksseitig teilweise verkleidet)
  • Fenster verändert
  • Balkone (neue Überdachungen)
  • Freitreppe zum Balkon im ersten Obergeschoß

 

Im Inneren original erhalten:

  • Holztreppe mit Holzgeländer
  • einige Türen
  •  Garten.

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Bickendorf wurde 1888, wie viele andere Vororte, zu Köln eingemeindet. Westlich der Siedlung Bickendorf I entstand in den 20er Jahren auf Initiative der Wohnungsbaugenossenschaft Kölner Gartensiedlung eine weitere Mietwohnsiedlung, bestehend aus Ein- und Mehrfamilienhäusern. In der Gestaltung ihrer Häuserzeilen erinnert sie an niederrheinische Städte, weist aber andererseits eine weitgehend sachliche Fassadengestaltung auf. Die im sogenannten Heimatstil, mit Anklängen an den Expressionismus erbauten Backsteinhäuser verleihen den ruhigen Wohnstraßen einen randstädtischen Wohncharakter.

Die Straße "Unter Kirschen", an der sich das o.g. Gebäude befindet, ist integraler Bestandteil dieser Siedlung. Die Häuserzeile Nr. 1 bis 11 wurde in den 20er Jahren errichtet. Als die Genossenschaft 1934 aufgrund der wirtschaftlich schlechten Lage und der damit verbundenen Miet- und Beitragsrückstände der Genossen liquidiert wurde (Aufhebung der Liquidation 1942), verkaufte man die noch nicht bebauten Grundstücke an Privat. Auf diese Weise entstanden 1935 und 1936 das o.g. Objekt und das ähnlich gestaltete Nachbarhaus Nr. 15.

Das Haus Nr. 13 orientiert sich in Trauf- und Fensterhöhe an der älteren Bebauung. Dabei paßt es sich auch hinsichtlich der Backsteinfassade an, die es in die schlichtere, für die Architektur der 30er Jahre typische Formensprache umsetzt. Auch diese gelungene Anbindung an eine vorhandene Bausubstanz und die Tatsache, daß es sich bei dem o.g. Objekt um eines der wenigen vorhandenen Zeugnisse dieser Architekturepoche in Bickendorf handelt, machen das Haus "Unter Kirschen 13" zu einem unverzichtbaren Dokument.

Referenz: 8851


Das Denkmal hat die Nummer 741 und ist seit dem 4. August 1981 geschützt.

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