Wohn- und Geschäftshaus

Aachener Str. 567, 50933 Köln - Braunsfeld
Errichtet: um 1914


Eckhaus zur Voigtelstr.

  • vier Geschosse
  • sieben Achsen zur Aachener Straße
  • Backsteinfassade mit Putzgliederungen (erstes und zweites Obergeschoss)
  • Putzfassade(drittes Obergeschoss)
  • Stil: Spätklassizismus

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Das Haus Aachener Str. 567 ist bedeutend für die Menschen in Köln-Braunsfeld, weil es ein wesentlicher Bestandteil der Erstbebauung dieses Stadtteils ist. Der südlich von Ehrenfeld gelegene, westliche Vorort wurde erst im 19. Jahrhundert durch die Ziegelei eines Herrn Braun gegründet, um die bald Wohnbauten entstanden. Der zwischen dem Industriegebiet Ehrenfelds und dem Stadtwald gelegene Ortsteil umfaßt im nördlichen Bereich Mietstockwerksbauten, während zum Stadtwald hin anspruchsvolle Wohnbebauung vorherrschend ist. Als Hauptverkehrsschneise schneidet die Aachener Straße den Ortsteil in westlicher Richtung. Sie wurde, obwohl sie eine ehemalige Landstraße über Weiden nach Westen ist, in Braunsfeld erst relativ spät bebaut.

Das Gebäude ist erhaltenswert aus städtebaulichen und kunstgeschichtlichen, aber auch aus architektonischen Gründen. Das breit ausladende Eckhaus zur Voigtelstraße ist um 1914 in jenem spätklassizistischen, nachhistorisierenden Spätstil erbaut, der schon deutlich den Einfluß der neuen Sachlichkeit erkennen läßt.

Zur Aachener Straße hin teilt sich das Gebäude in sieben Achsen auf, von denen die mittleren drei im Dachgeschoß mit einem klassizistischen Giebel über einem Zwerchhaus zusammengefaßt werden. Das Mietstockwerksgebäude ist viergeschossig, das dritte Obergeschoß tritt allerdings über einem kurzen Pultdach ein wenig zurück. Damit wird die Breite des Bauwerks unterstrichen, die auch besonders breite, original erhaltene Holzfensterkreuze aufweist.

Das Erdgeschoß wird gewerblich genutzt. Die Fassade des ersten und zweiten Obergeschosses ist in Backstein mit Putzgliederung im Fensterbereich ausgeführt, während das dritte Obergeschoß vollständig verputzt ist. Zur Aachener Straße hin akzentuieren Medaillons im Brüstungsbereich die Ansicht, während zur mit Vorgärten versehenen Voigtelstraße ein kräftiger, zweiachsiger Erker über die unteren drei Geschosse die zusätzliche Fläche zur Straße hin nutzt. Deutlich wird bei dem Gebäude insgesamt die starke Plastizität betont, während das Ornament zugunsten einer stärkeren Aufwertung des Anbaus zurückgedrängt ist.

Im Inneren besteht noch hinter der originalen Haustüre ein neoklassizistisches Entrée mit originalem Marmorboden und eine als Kamin verkleidete Zentralheizung. Marmorverkleidung schmückt auch die Seitenwände, deren oberer Teil - wie die Decke - stuckiert ist. Die Terrassentreppe mit Holzgeländer führt in die (renovierten) oberen Wohngeschosse. Das Erdgeschoß ist modern gewerblich genutzt, wobei der Gewerbebetrieb den rückwärtigen Teil des Grundstücks umfaßt.

Städtebaulich ist dieses relativ weit außerhalb des Stadtbereichs liegende Gebäude an der Aachener Straße ein signifikantes Dokument des spät einsetzenden Ausbaus von Braunsfeld und gehört zu seinen schönsten Mietstockwerksgebäuden. Es ist zudem ein bemerkenswertes Beispiel des Spätklassizismus, dessen Entwicklung nach dem ersten Weltkrieg von der Moderne überlagert wurde.

Referenz: 0023


Das Denkmal hat die Nummer 739 und ist seit dem 30. Juli 1981 geschützt.

Denkmal <Wohn- und Geschäftshaus> bearbeiten
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