Sozialgericht

An den Dominikanern 2-2a, 50668 Köln - Altstadt-Nord weitere ...
Errichtet: 1923/24


drei Seiten eines Baublocks (Marzellenstr.. 11 /An den Dominikanern 2 / Postprivatstr.)

Architekten: Büro Moritz und Betten

  •                Carl Moritz (1863-1944)
  •                Albert Betten (1862 oder 1872-1933)
  •                Georg Grasegger (1873-1927), Bildhauer 

 

  • fünf Geschosse, Attikageschoß, Mansarddach
  • Achsenzahl
  • Putzfassaden mit Werksteingliederungen
    • Sockel
    • Portal
    • seitenrisalitartige Einfassungen der Eckachsen
  • Stil: Reformstil mit Anklängen an den Neo Barock

 

Die Werksteinreliefs wurden von Georg Grasegger (1873-1927), Bildhauer, gefertigt.

 

Seit Mitte des 19. Jh. erfuhr das Viertel um das 1889 abgebrochene Dominikanerkloster eine einschneidende Umstrukturierung. Mit dem ersten Bankgebäude in diesem Bezirk, dem Schaaffhausenschen Bankverein (1859/60 von Hermann Pflaume (d.Ä.) (Onkel) (1830-1901) im Stil der italienischen Renaissance errichtet, 1943/45 zerstört) wurde zu Beginn der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Entwicklung eingeleitet, die dann gegen Ende des 19. Jahrhunderts mit Verlagerung der Wirtschafts- und Verkehrsströme aus den alten Zentren weg zu neuen Bezugspunkten (hier: Hauptbahnhof 1894) in dem Straßenzug An den Dominikanern  / Unter Sachsenhausen seine Ausprägung als Banken- und später zum Kaiser-Wilhelm-Ring auch als Versicherungsviertel (Gereonstr./ Christophstr.) fand.

Das Gebäude der ehem. Darmstädter- und Nationalbank entstammt der Zeit nach dem ersten Weltkrieg, in der nach Einführung der Rentenmark sich das Bankwesen in Großbanken konzentrierte. Durch die Größe des Bauvolumens wie auch dem Standort im Stadtgefüge handelte es sich um eine der städtebaulich dominanten Aufgaben.

Das ehemalige Bankgebäude bildet von Westen gesehen den architektonisch qualitätvollen Auftakt zur Kölner "Wallstreet" (Hermann Ginzel, Architekturkritiker des Kölner Stadtanzeigers in Baukunst und Werkform, Mai 1957, S. 259) und von Osten her den entsprechenden dominanten Abschluß auf der Nordseite des mit Repräsentationsarchitektur bebauten Straßenzuges.

Architekturgeschichtlich ist das Gebäude dem Reformstil verpflichtet und zeigt noch neobarocke Anklänge. Die werksteingefaßten Eckachsen, die gleichmäßige strenge Fensterachsgliederung sowie der werksteingefaßte Eingang assoziieren wirtschaftliche Solidität.

Das ehemalige Bankgebäude ist zudem ein wichtiges Zeugnis im Schaffen von Carl Moritz (1863 - 1944), der eines der produktivsten Architekturbüros seiner Zeit im Deutschen Reich leitete (Hauptniederlassung Berlin) und von dessen Kölner Bauten das Opernhaus von 1902 am Rudolfplatz nach Kriegsbeschädigung abgerissen wurde und weitere Großbauten in unterschiedlich stark verändertem Maß heute noch bestehen (Stollwerckhaus, Hohe Str. 164-166 von 1907 - mit neuer Werksteinverkleidung; Kreishaus St.-Apern-Str. 19-23 von 1907-09; Gereonshaus, Gereonstr.. 18-32 von 1909/10 - nach Beschädigung 1944/45 vereinfacht wiederhergestellt; Kaufhaus Peters (heute Karstadt) von 1911-14, teilzerstört und verändert wiederaufgebaut; Eduardus-Krankenhaus, Custodisstr. 3 in Köln-Deutz von 1924-26).

Aus vorgenannten Gründen ergibt sich die Denkmaleigenschaft gemäß § 2 Abs. 1 DSchG. An der Erhaltung und Nutzung des Objektes besteht aufgrund seiner architektur- und wirtschaftsgeschichtlichen sowie städtebaulichen Bedeutung ein wissenschaftliches und öffentliches Interesse.

Referenz: 1807


Das Denkmal hat die Nummer 7381 und ist seit dem 8. Februar 1995 geschützt.

Denkmal <Sozialgericht> bearbeiten
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