Wohnhaus

Markomannenstr. 16, 50679 Köln - Deutz
Errichtet: 1927


 

Architekt: Anton Schmitz (?-?)

  • drei Geschosse
  • drei Achsen
  • Putzfassade

 

Fassade

  • Die Fassade ist relativ einfach organisiert, als einziger Schmuck wurde in der Mitte des ersten Obergeschosses ein Balkon mit einer Art Deko-Gitter vorgesetzt.
  • Das zweite Obergeschossist durch ein schmales Gesims von den beiden unteren Geschossen getrennt.
  • Die Fenster sind in der Putzfassade knapp gerahmt, die Haustüre wird dagegen von einem breiteren Stuckrahmen betont, sie verschiebt ein Wohnraumfenster etwas aus der Achse.

 

Inneres

Im Inneren beeindruckt der großzügige, originale Ausbaustandard mit

  • Marmorverkleidung an den Seitenwänden des Eingangs
  • Terrazzotreppe mit
    • Holzgeländer
    • seitlich gefliestem Treppenhaus

 

Auch die Wohnungen, in den Etagen verschieden aufgeteilt, zeigen noch einen anspruchsvollen Ausbau mit Türen in profilierten Holzgewänden. Die Türen zu den Wohnräumen weisen eine facettierte Verglasung auf.

 

Ortsgeschichtliche Bedeutung: In Deutz stand bereits in römischer Zeit eine Grenzbefestigung zur Bewachung der Brücke über den Rhein bei Köln. Nach der Eroberung Kölns durch die Franken im 5. Jahrhundert n.Chr. wurde Deutz Sitz eines fränkischen Gaugrafen. Erzbischof Heribert gelang es im Jahre 1021 mit der Gründung einer nach ihm benannten Abtei, das ehemalige Königsgut zum weltlichen Besitz seiner Erzdiözese zu wandeln, von wo aus er seine Interessen rechts des Rheins zu wahren und zu mehren suchte. Aufgrund der Grenzlage zwischen der Freien Reichsstadt Köln und dem Herzogtum Berg wurden Abtei und die Freiheit häufig zerstört. Erst die Preußen legten nach der Eingliederung der Rheinlande ab 1815 starke Befestigungsanlagen um die Stadt, die allerdings in der letzten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Weiterentwicklung von Deutz empfindlich einengten.

Nach der Entfestigung ab 1907 konnte sich die Stadt endlich weiter ausdehnen, wobei die Erweiterungspläne durch den ersten Weltkrieg zwar unterbrochen, jedoch danach in etwa weitergeführt wurden. Die Markomannenstraße ist eine östlich des alten Befestigungsringes gelegene Wohnstraße, die als Teil der nach dem ersten Weltkrieg durchgeführten Erweiterung von Deutz anzusehen ist.

 

Städtebaulich ist das Objekt als Teil des aus der Zeit um 1930 stammenden Ensembles von Wohnhäusern für den gehobenen Mittelstand anzusehen, das an einer mit Rot- bzw. Weißdorn bestandenen Allee sich bis heute relativ einheitlich erhalten konnte. Als nach dem ersten Weltkrieg die Festungsanlagen um Deutz weiterhin geschleift wurden, zog, wie die Deutzer sagen, das "katholische Deutz" in diese neuen, gegenüber der Altstadt großzügigeren und freundlichen Vorstadtbereiche. Als Point De Vue schließt das aus der gleichen Zeit stammende Krankenhaus die Straße nach Osten ab und bildet so einen in Köln seltenen städtebaulichen Bezugspunkt zum Straßenraum.

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen.

Referenz: 1373


Das Denkmal hat die Nummer 731 und ist seit dem 17. Juli 1981 geschützt.

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