Büro- und Geschäftshaus

Neumarkt 39, 50667 Köln - Altstadt-Süd
Errichtet: 1955


Architekt: Hanns Koerfer (1909-1994)

  • fünf Geschosse; flachgeneigtes Satteldach (hinter der vorgeblendeten Fassade verborgen)
  • neun Achsen
  • Rasterfassade mit Natursteinrahmung und Riemchenverblendung

 

Fassade

  • Fassadengliederung in
    • einen weit geöffneten, durch zwei kräftige Säulen (in der Substanz original) abgefangenen Erdgeschoss-Bereich
    • den Obergeschoss-Bereich (erstes bis drittes Obergeschoss)
    • das mezzaninartig abgesetzte vierte Obergeschoss
  • Erdgeschoss verändert
  • Fenster erneuert

 

Rückfront

  • rasterartige Gliederung entsprechend der Vorderfront
  • Treppenhausbereich linker Hand mit originalen Fenstern mit mattiertem Glas und Beschlägen
  • rückwärtig eingeschossige Bebauung um einen Ziergarten gruppiert

 

Inneres

Innen original

  • Grundriss des Kellergeschosses (z. T. Travertin-Bodenplatten)
  • Erdgeschoss-Grundriss incl. Anbau und Ziergartennutzung (Riemchenfassade im Innenhofbereich) weitgehend original
  • Geschoßaufteilung im erstens bis dritten Obergeschoss geringfügig durch neue Flure verändert
  • viertes Obergeschoss original
  • Treppenanlage
  • Terrazzobelag
  • Eisengeländer
  • Mipolamhandlauf
  • Aufzugsanlage
  • Wandleuchten im Treppenhaus (ab dem 1. Treppenabsatz)
  • Türen mit Beschlägen
  • Lichtschalter

 

Die 50er Jahre, die erste Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des zweiten Weltkrieges, geraten als inzwischen abgeschlossene Bauepoche immer mehr in den allgemeinen Blick. Aus dieser Zeit verfügt Köln über eine Anzahl Bauten von hoher baukünstlerischer Qualität, von den Architekten im Sinne eines "Gesamtkunstwerkes" durchgestaltet. Ohne einheitlichen Stil repräsentieren sie eine Vielzahl von Tendenzen im Bauschaffen.

Das o. g. Objekt wurde 1955 nach Plänen des Architekten HHanns Koerfer (1909-1994), Sohn von Jakob Koerfer (1875-1930), für den Bankverein Westdeutschland AG errichtet. Es ist integraler Bestandteil der in weiten Teilen in den 50er Jahren neugestalteten Südseite des Neumarktes. Die Gebäude der Banken gehören neben Versicherungsbauten mit zu den städtebaulich dominantesten Aufgaben durch die Größe ihrer Bauvolumen, ihre Quantität und ihre Standorte im städtischen Gefüge. Der Mehrzahl der Bankgebäude ist dabei ein repräsentativer Anspruch eigen, der in Verbindung mit einer gewissen Solidität, die sich in der Baumassengliederung ausdrückt, immer auch wirtschaftliche Potenz verdeutlichen soll.

Die sehr strenge Wirkung des o. g. Objektes wird diesen Ansprüchen durch eine straffe, fast schon klassizistisch zu nennende Fassadengliederung gerecht. Die Betonung der Vertikalen innerhalb des Fensterrasters läßt an Kolonnaden denken; die durch zwei mächtige Säulen abgefangene Eingangssituation variiert den klassischen Portikus und die Dreiteilung der Fassade in einen Erdgeschoss-, den Obergeschoss-Bereich und eine Art Mezzaningeschoß hat ihre Vorläufer in den repräsentativen Stadtpalästen der Renaissance. In dieser Umwertung und Vereinfachung historischer Bauformen liegt die architekturhistorische Bedeutung des o. g. Objektes, das somit keiner progressiven, sondern einer traditionell orientierten Strömung der 50erJahre-Architektur zuzuordnen ist.

Dieser für die städtebauliche Einfassung des Neumarktes typische Bau dokumentiert ein wesentliches Stück Kölner Nachkriegsgeschichte, die maßgeblich durch die Bauten und stadtplanerischen Aktivitäten im Zuge der Cäcilienstr. (Altstadt-Süd)/Neumarkt/Hahnenstr. (Altstadt-Süd) geprägt ist. Aus diesen Gründen ist das o. g. Objekt in seiner jetzigen Gestalt unbedingt zu erhalten.

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen.

Referenz: 6606


Das Denkmal hat die Nummer 7305 und ist seit dem 19. Dezember 1994 geschützt.

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