Wohnhaus

Eichendorffstr. 34, 50825 Köln - Neuehrenfeld
Errichtet: 1908 inschriftlich datiert


  • drei Geschosse, ein angebautes Giebelgeschoss
  • drei Achsen
  • Stuckfassade
  • Stil: Jugendstil

 

Das  Wohnhaus ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Ortsgeschichtlich ist das o.g. Bauobjekt als Teil eines noch gut erhaltenen Stadtensembles bedeutend für die Geschichte Neuehrenfelds, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils anschaulich belegt. Das Viertel wurde von Ehrenfeld aus, das selbst 1879 die Stadtrechte erfhielt, gegründet, wobei es vom Norden her (Landmannstr., Lenauplatz) und vom Süden her (Ottostr., Eichendorffstraße) erschlossen wurde.

Backsteinkirchen im neogotischen Stil, so St. Anna in der Ottostraße, St. Peter am Simarplatz, bildeten Beziehungspunkte der Wohnsiedlung. Der Norden (Takuplatz) wurde von Genossenschaften erschlossen. Der Ehrenfelder Gürtel wurde als dritter Straßenzug um Köln, meist in Form einer Allee, angelegt und nach der Jahrhundertwende bebaut. In unmittelbarer Anbindung an den Ehrenfeldgürtel dann auch die beidseitig angelegte und in derselben Zeit blockhaft mit Belegen der gehobenen Architektur besiedelte Eichendorffstraße.

Fassade

Baukünstlerisch knüpft das Haus an die in der ganzen Straßenumgebung übliche, markante, plastische Gliederung einzelner Häuser an. Der durch alle Stockwerke sich ziehende Mittelrisalit mit

  • zwei kleineren zusammengezogene Fenster je Stockwerk
  • Balkonaufsatz mit Steinbalustrade
  • mächtigem Geschweifgiebel

sind der traditionellen Symmetrie-Betonung verpflichtet.

Der Erdgeschoßbereich ist mit zarten Fugenschnitten gebändert, wobei die Bossenquaderung die Ecken des Mittelrisalits bis nach oben bezeichnet. Die Sturzfelder im ersten und zweiten Obergeschoß sind durch Voluten- und Blumenmuster stark verziert, die Fenster der Erdgeschoßzone mit Schlußsteinen belegt. Zwei kräftige Gesimse sorgen um den waagerechten Ausgleich der leicht und harmonisch wirkenden, glatten Stuckfassade.

Inneres

Die neuen, von Jugendstil-Tektonik ausgehenden Gestaltungselemente entfalten sich mehr als an der Schauseite in dem Hausinneren. Die Marmortreppe führt zu einem hochherrschaftlich gestalteten Foyer. Der ornamentierte Kachelbelag der Wände und die Fußbodenverblendung sind zeitgemäß und stilgerecht. Die hohen Wohneingangstüren mit runden Sprossenteilungen und wirkungsvollen Farbgußeinlagen wiederholen sich auch an den oberen Stockwerken, im zweiten Obergeschoß jedoch ohne die ornamentierten Verglasungen. Die mehrteiligen Fenster des Treppenhauses verdoppeln den Licht- und Farbeffekt des Vestibüls. Die Terrazzotreppe ist durch ein Holzgeländer mit Antrittspfosten und gedrechselte Balken begleitet.

Rückseite

An der Hinterfront trägt die Fassade an allen Geschossen breite Balkone mit schmiedeeisernen Gittern. Die Fenster zum Garten sind meistens in ursprünglicher Fassung und Durchführung erhalten geblieben.

 

Städtebaulich ordnet sich das o.g. Wohnhaus restlos in die einheitliche Fassadenzeile des Straßenambientes ein. Durch nachbarliche Anpassung treten einzelne Bauobjekte miteinander in ein kommunikatives System ein. Das abwechslungsreiche Gesamtbild der Eichendorffstraße vermittelt an beiden Seiten des Straßenzugs eine erstaunliche Vielfalt architektonischer Ausdrucksformen aus der Zeit um die Jahrhundertwende.

Referenz: 3296


Das Denkmal hat die Nummer 729 und ist seit dem 16. Juli 1981 geschützt.

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